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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Transferposse um Torjäger Arie van Lent

27.12.2017

Cloppenburg Die Suche nach treffsicheren Stürmern, die zugleich die Vereinskasse nicht sprengen, gestaltet sich für die Verantwortlichen von Fußballclubs oft schwieriger als die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Dies ist heute so, und das war früher bestimmt nicht anders.

Die Macher des BV Cloppenburg hatten im Mai 1995 gute Laune. Ihre Mannschaft steuerte unter dem damaligen Cheftrainer Klaus Ebel und seinem Assistenten Matthias Risse in der Oberliga auf Erfolgskurs. Zugleich bastelten die BVCer bereits unter Hochdruck am Kader für die neue Saison. In Sachen Stürmersuche arbeiteten sie an einem ganz besonderen Coup.

Sie versuchten, Arie van Lent von den Amateuren des SV Werder Bremen, der zwischenzeitlich auch mal kurz beim VfB Oldenburg aktiv war, loszueisen. Der Niederländer gehörte in jenen Jahren zu den Toptorjägern in der damals noch drittklassigen Regionalliga Nord. Er war ein Dauergast in den oberen Regionen der Torjägerliste. Dementsprechend war der damals 24-Jährige auch heiß umworben.

Die Cloppenburger mühten sich redlich um die Dienste des Stürmers. Angeheizt wurden die Spekulationen um eine Verpflichtung des Stürmers erst recht, als er des Öfteren als Zuschauer im Stadion an der Friesoyther Straße zu Gast war.

So auch Anfang April beim Heimspiel des BVC gegen BTS Neustadt (5:0). Er hüllte sich jedoch seinerzeit in Schweigen, als er auf einen möglichen Wechsel zum BV Cloppenburg angesprochen wurde.

Der damalige BVC-Fußballobmann Andreas Schumacher versprühte dagegen in der NWZ-Ausgabe vom 3. April 1995 Optimismus. „Wenn wir in die Regionalliga aufsteigen, stehen die Chancen gut, dass van Lent kommt.“

Über anderthalb Monate später war dem BVC der große Coup gelungen. Die Verpflichtung des Niederländers war unter Dach und Fach gebracht worden. Van Lent selbst bestätigte damals gegenüber der NWZ seinen Wechsel nach Cloppenburg. Er schlug sogar ein Angebot aus Braunschweig aus.

Doch gut einen Monat später, van Lent hatte nach Angaben der NWZ vom 12. Juni 1995, bereits einen Drei-Jahres-Vertrag in Cloppenburg unterschrieben, stand der Transfer auf der Kippe. Van Lent hatte ein neues Angebot der Bremer erhalten. Der Plan sah so aus, dass er weiter für die zweite Mannschaft stürmen sollte, um zur Saison 1996/1997 einen Profivertrag zu unterschreiben.

Eine unglückliche Situation für van Lent, der nun zwischen den Stühlen stand. Für die Cloppenburger auch kein Geschenk, da sie natürlich nur ungern ihre Neuverpflichtung mit der eingebauten Torgarantie ziehen lassen wollten.

Schumacher hatte jedoch nicht mehr viel Hoffnung, dass van Lent bleiben würde. Nun mussten sich beide Clubs nur handelseinig werden. Nach einem kurzen Hin und Her einigten sich beide Clubs, und der BVC begab sich wieder auf Stürmersuche und wurde erneut bei Werder Bremen II fündig. Der Verein verpflichtete Norman Schindler.

Der Wechsel lief sicherlich deswegen so glatt über die Bühne, weil die Cloppenburger bei Werder Bremen noch einen gut hatten. Zudem planten beide Vereine, ein Freundschaftsspiel auszutragen, welches aufgrund von Terminschwierigkeiten erst im Jahr 1996 in Cloppenburg stattfand. Das Spiel war wohl auch als eine Art Ablösespiel für van Lent zu verstehen gewesen.

So oder so: ein interessantes Kapitel in der langen und wechselvollen Geschichte des BV Cloppenburg. Arie van Lent, der mittlerweile die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach trainiert, wollte sich auf Anfrage der NWZ zu dieser turbulenten Transferposse von damals nicht mehr äußern, da das angesprochene Thema schon einige Jahre zurückliege, heißt es in einer Mitteilung von Borussia Mönchengladbach vom Montag, den 18. Dezember 2017.

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