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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

BVC steht ohne ordentliche Führung da

14.04.2018

Cloppenburg Es sollte der Aufbruch zu neuen Ufern werden, doch am Ende einer denkwürdigen Mitgliederversammlung des BV Cloppenburg am Donnerstagabend gab es mehr offene Fragen als Antworten. Der BVC steht nach den lange angekündigten Rücktritten von Präsident Bernhard Dorissen sowie dessen Stellvertretern Markus Weigel und Markus Lüske ohne ordentlichen Vorstand da. Deshalb muss das Amtsgericht zum zweiten Mal in der Clubgeschichte einen Notvorstand einsetzen.

Doch der Reihe nach: Die mit Spannung erwartete Versammlung hatte noch nicht einmal begonnen, da brodelte es bereits in der Gerüchteküche. Es hieß, dass Peter Kenkel nicht erscheinen werde und sich auch nicht als neuer Vorsitzender zur Wahl stellen werde. Befeuert wurde das Gerücht dadurch, dass Kenkel nicht unter den anwesenden 34 Mitgliedern zu sehen war.

Peter Kenkel erkrankt

Doch diesem Gerücht maßen die Anhänger des BVC erst einmal keinerlei Bedeutung bei. Für sie war klar, dass Kenkel das Ruder übernimmt. Mit der möglichen Wahl des Cappelner Unternehmers verknüpften sie und auch die Trainer im Herren- und Juniorenbereich viele Hoffnungen. Schließlich war es Kenkel, der auf einer Pressekonferenz im Dezember 2017, als Olaf Blancke und Torsten Bünger als neue Trainer der Oberliga-Männer vorgestellt wurden, die „Vision 2022“ ausrief.

Kenkel und dessen „Schattenkabinett“ waren die Hoffnungsträger schlechthin, nachdem Dorissen, Weigel und Lüske bei der Versammlung im Dezember 2017 ihre Posten für dieses Frühjahr zur Verfügung gestellt hatten.

Mit dem Einläuten von Tagesordnungspunkt Nummer sieben „Neuwahlen“ platzte die Bombe. „Peter Kenkel ist ernsthaft erkrankt und kann daher aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wahl antreten“, gab Dorissen bekannt. Dies habe Kenkel dem Präsidium am Freitag vor einer Woche mitgeteilt. Ein anderen Kandidaten gebe es nicht, so Dorissen. Eine Lösung hatte der Jurist auch gleich im Gepäck.

Ein Notvorstand soll es nun richten. Dorissen wollte noch am gestrigen Freitag beim Oldenburger Amtsgericht einen Antrag auf einen Notvorstand stellen. Die Justizbehörde wird die Personen für den Notvorstand selbst bestimmen. „Jedoch werde ich die aktuellen Beisitzer Yilmaz Mutlu und Udo Anfang als Notvorstand vorschlagen“, sagte Dorissen. Am Montag wird die Entscheidung fallen, wie der Notvorstand des BVC künftig aussehen wird.

Das Problem: Die Trainer der verschiedenen Teams im Herren- und Juniorenbereich verlieren durch die gescheiterten Neuwahlen wertvolle Zeit. Schließlich laufen jetzt die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren. „In dieser neuen Situation fehlt uns ein Ansprechpartner, wenn es um die neue Saison geht. Dies erschwert unsere Arbeit“, sagte Bünger, der zusammen mit Olaf Blancke und dem sportlichen Berater Michael Scheibel eifrig dabei ist, die erste Herrenmannschaft wieder flottzubekommen.

Imageschaden für BVC

Der Cloppenburger Rechtsanwalt Dr. Jürgen Vortmann zeigte Verständnis für die Sorge der sportlichen Leitung, doch für ihn sei es auch wichtig, dass nun alle an einem Strang zögen, um eine vernünftige Lösung zu finden. Ein Amt strebe er nicht an, jedoch bot er dem zukünftigen Notvorstand seine Hilfe an.

Vortmann gründete – wie berichtet – vor kurzem mit weiteren Cloppenburgern den „Förderverein Jugendfußball BVC“. Der Förderverein erfreut sich offenbar großer Beliebtheit. Vortmann ist Vorsitzender, sein Stellvertreter Hans Fahrenholz befürchtet durch die gescheiterten Neuwahlen einen Imageschaden für den BVC. „Das wäre besonders bitter, denn wir sind davon ausgegangen, dass hier jemand zum Vorsitzenden gewählt wird. In der Jugendarbeit läuft es seit einiger Zeit richtig gut. Die Stimmung ist bestens, und die vielen Kinder und Jugendlichen sowie die Trainer und Betreuer sind mit viel Herzblut bei der Sache“, berichtete Fahrenholz.

Appell von Yilmaz Mutlu

Einige Mitglieder zeigten sich auch enttäuscht darüber, dass die Teile des zurückgetretenen Präsidiums nicht wenigstens übergangsweise weitermachen, bis eine Lösung gefunden sei. Doch das Trio blieb bei seiner Entscheidung. Dorissen und Weigel betonten jedoch, dass sie dem Verein auch weiterhin treu bleiben. Eine Entscheidung, die man zu respektieren habe, so Beisitzer Yilmaz Mutlu. Schließlich seien diese Leute jahrelang für den Verein ehrenamtlich aktiv gewesen. „Wir können es nur gemeinsam packen, und brauchen jemanden, der das Team leitet“, appellierte Mutlu.

Finanzen stimmen

In Sachen Finanzen sei der Verein auf einem guten Weg, sagte Steuerberaterin Stefanie Moorkamp. Sie gab einen Überblick über das Zahlenwerk. Die Altlasten sind geschrumpft, und die Finanzierung für die Aufrechterhaltung des laufenden Spielbetriebes sei auch gesichert, sagte Moorkamp. Dies unterstrich sie später noch einmal auf Nachfrage einiger Mitglieder, als es darum ging, ob dies auch unter einem Notvorstand der Fall sei.

Eine Ehrung gab es ebenfalls. Für seine 60-jährige Vereinszugehörigkeit erhielt Horst Welzer die goldene Ehrennadel des Clubs. Dorissen lobte das starke Engagement Welzers für den BV Cloppenburg. Welzer zeigte sich gerührt und bescheiden zugleich: „Ich bedanke mich für die Auszeichnung, aber ich habe auch immer ein gutes Team um mich herumgehabt.“ Eine Ehrung sollte auch der nicht anwesende Manfred Klowat erhalten, der seit 1968 der Altherren-Riege angehört.

Für große Diskussionen sorgte derweil ein Antrag von Dieter Becker, der sich im Hintergrund um die Jugendabteilung kümmert, auf die Installierung eines Spielausschusses, Dieser soll sich um diverse anfallende Aufgaben kümmern. So fehlt beispielsweise zurzeit unter anderem ein Platzwart. Am Ende der Diskussion wurde der Antrag als beratend zurückgestellt. Enttäuscht gab Becker zum Abschluss der Versammlung bekannt, dass er von seinen Funktionen und Aufgaben beim BVC mit sofortiger Wirkung zurücktritt.

Auch über die Zukunft des Frauenfußballs beim BVC entbrannte eine lebhafte Diskussion. So oder so: Der BVC, einst das Fußball-Flaggschiff dieser Region, steuert stürmischen Zeiten entgegen.

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