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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Leichtathletik: „Ein Starter geht niemals in Rente“

26.02.2010

LöNINGEN Geht im Kreis Cloppenburg eine Leichtathletik-Veranstaltung über die Bühne, darf er nicht fehlen: Der Löninger Heinz Engelke schickt seit fast vier Jahrzehnten per Startschuss Läuferinnen und Läufer auf die Strecke. Und ein Ende seiner Karriere ist nicht in Sicht. „Es gibt in unserer Branche so einen Spruch. Demnach geht ein Starter niemals in Rente“, sagt der Löninger, der in wenigen Tagen 74 Jahre alt wird, mit einem Lächeln auf den Lippen. „Solange es die Gesundheit zulässt, werde ich wohl weiter machen. Das ist ein schönes Hobby, bei dem man viele Weggefährten trifft.“

Allerdings hängt Engelke, der seit rund 30 Jahren dem erweiterten Leichtathletik-Kreisvorstand angehört, nicht an seiner Monopolstellung als Chef-Starter. „Wir haben einige Personen animiert, sich über Lehrgänge zum Kampfrichter und Starter ausbilden zu lassen“, sagt der in der Löninger Bauerschaft Böen geborene Rentner.

Zur Leichtathletik fand Engelke derweil erst, als er die heimatlichen Gefilde verließ. Von 1952 bis 1955 machte er in Cloppenburg eine Ausbildung zum Sattler und Polsterer. Mit dem Gesellenbrief in der Hand zog’s Engelke dann nach Nordrhein-Westfalen. „In Solingen war ein großes Werk. Da konntest du für damalige Verhältnisse viel Geld verdienen.“

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In der Klingenstadt lernte Engelke dann Herbert Schade kennen. Schade zählte in den fünfziger Jahren zur Weltspitze im Langstreckenlauf und gewann bei den olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki in einem legendären Lauf Bronze über 5000 Meter. Emil Zatopek, die „tschechische Lokomotive“, holte Gold und gewann bekanntlich auch noch über 10 000 Meter und im Marathon, den er zuvor noch nie gelaufen war.

„Der Herbert hat mich fürs Laufen begeistert und zum Solinger Leichtathletik Club geholt. Das war ein feiner Kerl. Ich war zwar meistens nicht ganz vorne dabei, aber so schlecht auch nicht“, sagt Engelke.

Seine Karriere als Läufer fand früh ein abruptes Ende. „Herbert Schade hat mich beim heimlichen Rauchen erwischt und mir die Pistole auf die Brust gesetzt. ,Laufen oder Rauchen’, meinte er. ,Beides geht nicht’.“ Engelke entschied sich damals für den „blauen Dunst“, dem er aber vor 30 Jahren abschwor.

Die Liebe führte Engelke, der 1962 den Bund für’s Leben schloss, schließlich zurück nach Löningen. „Meine Frau kam aus Löningen, und irgendwann wollten wir in die Heimat zurück, weil wir dort ein Haus besaßen.“ Engelkes Rückkehr ins Hasetal entging Uwe Kumpmann nicht. Kumpmann, heute Vorsitzender des Löninger Heimatvereins, leitete damals mit großem Engagement die Leichtathletik-Abteilung des VfL Löningen. „Der Uwe hat unglaublich viel auf die Beine gestellt. Er hat sich einfach um alles gekümmert“, erzählt Engelke über den Buchdruckermeister, der ihn zurück in die Leichtathletik lotste.

„Ich habe wieder angefangen zu laufen und an vielen Volksläufen teilgenommen. Als Uwe Kumpmann dann Anfang der siebziger Jahre Kampfrichter und Starter suchte, habe ich spontan zugesagt“, erinnert sich Engelke an den Beginn seiner Karriere neben den Laufstrecken.

Seitdem geht ohne den Mann mit dem kleinen Waffenkoffer im Gepäck im Kreis Cloppenburg nichts mehr. „Ich musste damals einige Lehrgänge absolvieren und durfte dann die Startschusspistole bedienen. Heutzutage brauchen Neulinge einen kleinen Waffenschein. Mir selber wurde stattdessen vom DLV in Darmstadt eine Sondergenehmigung erteilt, weil ich schon solange dabei bin.“ Bei wie vielen Veranstaltungen er als Starter dabei war, geschweige denn, wie viele Patronen er zum Knallen gebracht hat, weiß Engelke nicht.

Den Stellenwert der Leichtathletik an sich sieht das Löninger Urgestein mit gemischten Gefühlen. „Bei einigen Vereinen ist leider so gut wie nichts mehr los. Wenn ich daran denke, was ein Martin Walter vor Jahren beim TV Cloppenburg auf die Beine gestellt hat und was dort jetzt läuft, macht mich das traurig. Bei uns in Löningen und in einigen anderen Vereinen gibt es erstklassige Trainer und Athleten. Es freut mich immer riesig, wenn ich unsere Talente im Wettkampf sehe. Wichtig ist, dass die Förderung schon in den Schulen beginnt.“

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