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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball-Historie: Als „Uns Uwe“ für Marka Ellerbrock stürmte

08.08.2020

Ellerbrock Das wäre eine Quizfrage, die selbst echte Kenner der hiesigen Fußballszene ins Schwitzen bringen dürfte. Die Frage, ob das Fußball-Idol Uwe Seeler schon einmal für Marka Ellerbrock gespielt habe. Wer die Frage verneint, wäre raus. Denn am 15. Juni 1976 sahen rund 2000 Zuschauer in Ellerbrock (Gemeinde Friesoythe) den Vollblut-Fußballer im Dress des SV Marka Ellerbrock auflaufen. Anlass war die feierliche Einweihung des neuen Ellerbrocker Sportplatzes.

uwe kocht Kaffee

Nach Ende der Partie Marka gegen die Auswahlmannschaft war die Stimmung in der Vereinsgaststätte sehr gut. Und für Hans-Josef Peters, den Sohn der Vereinswirtin, sollte der Abend noch ein ganz besonderes Highlight bescheren. „Ich durfte Uwe Seeler zurück nach Hause fahren“, erinnert sich der damals 19-Jährige gerne an diese besondere Tour zurück.

Auch auf der Rücktour zeigte Seeler keinerlei Starallüren. „Uwe ist ein Pfundskerl“, so Peters. Spätnachts kamen sie in Norderstedt an. Doch Seeler ließ seinen „Chauffeur“ und nicht einfach so wieder ziehen. „Wir sind in die Küche, und da hat Uwe mir erst einmal einen starken Kaffee gemacht, damit ich für die Heimfahrt gerüstet bin“, sagt Peters und lacht.

Zurück in Ellerbrock konnte Peters in sein Zimmer nicht rein. „Max Lorenz hat in meinem Bett gepennt. Ich habe dann auf dem Sofa im Wohnzimmer geschlafen“, erinnert sich Peters. Die Erlebnisse rund um dieses denkwürdige Spiel will er nicht missen. „Das war ein toller Tag, und Uwe und seine Freunde waren locker drauf gewesen. Das hat echt Spaß gemacht.“

Uwe und Co. bekamen nach dem Spiel übrigens ein Gastgeschenk in die Hand gedrückt. Ellerbrocks legendärer Vorsitzender Casper Steenken, der den Verein über 50 Jahre führte, überreichte den Fußball-Größen als Dankeschön für ihr Erscheinen einen Schinken.                                          STT

Prominente Namen

Durch die Vermittlung von Alfons Holstermann war die Verpflichtung Seelers für ein Spiel zustande gekommen. Der 72-fache Nationalspieler war jedoch nicht die einzige „Kracher-Verpflichtung“ gewesen. Ebenfalls spielten Max Lorenz (19 A-Länderspiele) und Arnold „Pico“ Schütz (826 Partien für Werder Bremen) für die Marka-Elf gegen eine Friesoyther Auswahl.

Seelers Erscheinen setzte den Ort Ellerbrock in helle Aufregung. „Die Euphorie war riesig. Schließlich war und ist Uwe bis heute ein Idol“, so Heinz Steenken, der damals die Ellerbrocker Mannschaft betreute. So kam es dann auch, dass sich Steenken vor lauter Anfragen kaum retten konnte. „Jeder wollte natürlich in einer Mannschaft mit Uwe spielen. Ist doch klar“, sagt Steenken und lacht. Über diese Ausnahmesituation schreibt auch die NWZ in ihrer Ausgabe vom 18. Juni 1976: „Während der Begegnung wurde das Team des SV Marka fast komplett ausgewechselt. Keiner wollte sich natürlich entgehen lassen, einmal an der Seite von Deutschlands wohl größtem Fußball-Idol zu kämpfen.

„Pico“ trifft zum 1:0

Seeler kämpfte auch so, wie man es von seiner aktiven Karriere her gekannt hatte. Nur beim Torschuss hatte er kein Glück. Seine Schüssen sausten nicht über die Torlinie. Jedoch bereitete er bei der 5:7-Niederlage seiner Mannschaft drei Treffer vor. Seine prominenten Mitstreiter Schütz und Lorenz hatten dagegen auf der Torejagd mehr Erfolg. Schütz gelang der Führungstreffer zum 1:0 und Lorenz, obwohl Abwehrspieler, gelangen sogar drei Treffer. Das Tor der Marka-Elf hütete seinerzeit Gerd Thyen. Auch er hat die Geschehnisse des damaligen Spiels noch vor Augen. „Es war ein unvergessenes Erlebnis und eine große Ehre, mit Uwe zusammengespielt zu haben. Das ist ein bodenständiger Typ“, sagt Thyen. Thyen selbst lieferte eine glänzende Partie ab. Dies geht auch aus dem NWZ-Bericht vom 18. Juni 1976 hervor. Wenn Thyen eine Flanke abgefangen hatte, hieß es auch nicht Langholz auf „Uns Uwe“, sondern es wurde hinten raus gespielt. „Ich habe häufig Max Lorenz angespielt, der vor mir in der Abwehr spielte“, so Thyen.

Autogramme gefragt

Dass sein Team das Spiel verloren hatte, wurmte Seeler mächtig. „Er brauchte eine Weile, um die Niederlage abzuhaken. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Gasthof Peters war Seelers Stimmung aber wieder bestens“, so Steenken. Seeler und seine Weggefährten mussten Autogramme am Fließband schreiben, erinnert sich Thyen. Dabei hatten Lorenz und Seeler bereits vor Spielbeginn eine Autogrammstunde gegeben.

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