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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Historie: Himmelsstürmer verzücken Essens Fußball-Fans

30.05.2020

Essen Der Ballspielverein Essen ist über 100 Jahre alt. Starke Fußballteams hat der Club seitdem in regelmäßigen Abständen hervorgebracht. Aber an die Extraklasse der legendären „Neteler-Elf“, die in den 50er- und 60er-Jahre nicht nur im Oldenburger Münsterland für Furore sorgte, konnten wohl die wenigsten Teams anknüpfen.

Die erste Herrenmannschaft bekam seinerzeit den Namen „Neteler-Elf“ verpasst, weil über Jahre stets mindestens ein, in Spitzenzeiten sogar drei Neteler (Otto, Hans und Bernd) in der Elf standen. Die Essener Mannschaft war damals so stark besetzt, dass sie ihren Gegnern regelmäßig im wahrsten Sinne des Wortes die Bude „vollhauten“.

Debüt mit 17 Lenzen

Bereits mit 17 Jahren debütierte Otto Neteler in der „Ersten“ des BV Essen. Im August 1953 gelang ihm gegen den BV Quakenbrück (3:1) ein Doppelpack. Den Essener Führungstreffer zum 1:0 hatte seinerzeit der Mittelstürmer Tiemann markiert. Dass es in Essen-Südoldenburg eine aufstrebende Fußballmannschaft gab, sprach sich herum wie ein Lauffeuer. Der Club glänzte mit einem starken Offensivspiel. Dies wurde in der Saison 1954/55 mehr als deutlich. Seinerzeit knackte der BV Essen auf Bezirksebene bereits im Februar 1955 die 100-Tore-Grenze.

Spieler vom BV Essen mischten auch in zahlreichen Auswahlmannschaften mit

Akteure des BV Essen wurden in den 50er- und 60er-Jahre auch häufig für die damals populären Auswahlspiele nominiert. So stand Otto Neteler am 7. Juni 1959 in der Bezirksauswahl Oldenburg, die im niederländischen Veendam gegen eine Auswahl spielten.

Die Elf aus dem Oldenburger Bezirk verlor 1:3. Den einzigen Treffer für das deutsche Team markierte Otto Neteler.

Im Jahr 1968 waren auch einige Essener Spieler beim Spiel einer hiesigen Auswahl (bestehend aus den Clubs BV Cloppenburg, BV Essen und BW Ramsloh) gegen den damaligen englischen Spitzenclub West Ham United am Start.

Gegen die „Hammers“ um die 66er-Weltmeister Bobby Moore, Martin Peters und Geoff Hurst gab es allerdings nichts zu holen. Die Engländer gewannen 8:1. Das Tor der Auswahl erzielte Hans Neteler vom BV Essen. Per Hechtkopfball gelang dem Stürmer der zwischenzeitliche Ausgleich. Neben Hans Neteler waren weitere Essener Spieler mit von der Partie. Nominiert waren neben Neteler, Hermeling, Stammermann und Th. Specker.

Auch in der Generalprobe der Auswahl für das West Ham-Spiel mischten Akteure vom BV Essen. Es ging in Emstekerfeld gegen Huissen (Niederlande). Dieses Spiel gewann die Auswahl 3:1.                                  STT

Otto Neteler, damals keine 19 Jahre alt, gehörten die Schlagzeilen. „Absoluter Torschützenkönig ist der schussgewaltige Halbrechte Otto Neteler, der von allen Torhütern gefürchtet ist und mehr als 50 Treffer auf sein Konto buchen kann“, heißt es in der NWZ-Ausgabe vom 16. Februar 1955. Am Ende der Spielzeit sollte der treffsichere Neteler auf satte 70 Saisontore kommen. Für den Aufstieg sollte es jedoch am Ende der Saison nicht reichen. SFN Vechta holte sich die Meisterschaft.

Neteler, der 1955 sein Abitur am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg ablegte, zog nach der Saison aus studienbedingten Gründen nach Köln. Kam aber jedoch aus familiären Gründen zurück, um in Meppen eine kaufmännische Lehre zu absolvieren, ehe er anschließend in den elterlichen Betrieb nach Essen zurückkehrte. In der Zwischenzeit mischte auch sein Bruder Hans in der ersten Mannschaft mit.

Zusammen mit ihren ebenfalls bärenstarken Mitspielern bildeten sie eine Einheit, die vom Gegner nur schwer zu knacken war. Im Weltmeisterschafts 1958 drehte nicht nur ein brasilianisches Team mit seinem aufgehenden Stern namens Edson Arantes dos Nascimento, besser bekannt als „Pele“ auf, sondern auch der BV Essen.

Die Essener schafften 1958 den Aufstieg in die damals drittklassige Amateurliga. Ein ganzer Ort stand Kopf, und die Essener Fans hatten sogar extra ein Banner gefertigt auf dem in großen Lettern stand: „Nach diesem Sieg ist alles klar, hinein in die Amateur-Liga!“

Starker Saisonstart

Die Essener Fans und Spieler fieberten dem Saisonauftakt in der Amateurliga förmlich entgegen. Zwar wurden die Reisen länger, doch in jener Liga mischten auch Teams aus dem Nachbarlandkreis Vechta mit. Wie zum Beispiel BW Lohne und SFN Vechta. Probleme, sich in der neuen Klasse einzugewöhnen, schienen die Essener nicht gehabt zu haben.

Nach drei Spieltagen lagen sie mit einem Torverhältnis von 14:4 auf Rang zwei. Möglich machte dies unter anderem ein 5:0-Kantersieg gegen den Delmenhorster TB. Die Nordwest-Zeitung titelte in ihrer Ausgabe vom 1. September 1958 über den Sieg der Essener: „Überzeugende Leistung der Platzherren.“

Diesen Erfolg schossen Otto Neteler, Hans Neteler (2) sowie Rechtsaußen Tiemann und Linksaußen Ostendorf heraus. Ebenfalls zu überzeugen wussten laut NWZ von damals der Stopper Beer und der Halblinke Dykgers. Eine Woche zuvor hatte sich der Aufsteiger mit dem gastgebenden TuS Heidkrug ein Torspektakel geliefert. Am Ende hatte der TuS mit 4:3 die Oberhand behalten. Dabei hatten die Essener zwischenzeitlich 2:0 geführt. Der BVE ließ im weiteren Saisonverlauf des Öfteren Federn. So auch im Heimspiel im Februar 1959 gegen den SV Bruchhausen (1:1).

In jenem Spiel musste Essen auf Hans und Bernd Neteler verzichten. Zudem zog sich ihr Bruder Otto kurz nach Spielbeginn eine Verletzung zu. Da seinerzeit Auswechslungen noch nicht erlaubt waren, musste „Atom-Otto“ verletzt weiterspielen. Bruchhausen erzielte die Führung. Erst in der Schlussphase gelang dem BV Essen durch R. Tiemann der Ausgleich.

Hartnäckige Marka-Elf

Im Februar 1959 trafen die Essener auswärts auf einen Gegner, der ihnen große Probleme bereitete. Die Rede ist von Marka Ellerbrock. Dagegen mussten die favorisierten Essener in der ersten Zwischenrunde des damaligen DFB-Pokalwettbewerbes spielen. Dass die Elf von der Marka ein schwerer Brocken war, belegt der Spielbericht in der NWZ vom 9. Februar 1959: „90 Minuten war der Vertreter der Amateurliga gegen die konsequente Deckung der Ellerbrocker angerannt, ohne jedoch einen zählbaren Erfolg zu erzielen. Erst in der siebten Minute der Verlängerung sicherte O. Neteler den ersten Treffer und in der 108. Spielminute erhöhte Stammermann auf 2:0.“ Dies war auch zugleich der Endstand.

Rang neun

In ihrer ersten Amateurliga-Spielzeit belegten die Essener am Ende den neunten Rang. Auch in den Folgejahren hielt sich der BVE in der Liga, obwohl zwischenzeitlich Otto Neteler den Verein in Richtung Köln verlassen hatte. Dort hatte er beim 1.FC Köln einen Vertrag unterschrieben.

Dann kam das Jahr 1964, in dem den Essenern die Glücksgöttin Fortuna nicht zur Seite stehen sollte. Dies geht aus der Chronik „40 Jahre NFV-Kreis Cloppenburg“ hervor. Darin heißt es: „Bei der neuen Klasseneinteilung im Jahr 1964 hatte der BV Essen großes Pech. Die ersten sechs Mannschaften aus der Amateurliga stiegen in die neue Verbandsliga auf. Die Essener Mannschaft belegte leider nur den siebten Platz und musste in der Bezirksliga bleiben.“

Duell gegen Köln

Doch im Jahr 1966 wurden die Essener Meister in der Bezirksliga Oldenburg-Hunte und stiegen in die Verbandsliga auf. Der BVE war so populär, dass er immer wieder von anderen Clubs zu besonderen Partien eingeladen wurde. Wie zum Beispiel im Juni 1968 als die neue Sportanlage des SV Altenoythe im Rahmen eines Sportfestes eingeweiht wurde. Im Topspiel des Tages setzten sich die Essener gegen die Hohefelder mit 5:4 durch.

Am 4. Mai 1969 hatte der mit ein paar Spielern von außerhalb verstärkte BV Essen bei seiner Stadioneinweihung einen prominenten Gast. Der Erstligist 1. FC Köln gewann im Hasestadion 8:0. Bei Köln fehlten die Nationalspieler Wolfgang Weber und Wolfgang Overath, doch die angereiste Mannschaft besaß dennoch viel Klasse. So liefen unter anderem Heinz Hornig, Johannes „Hennes“ Löhr und Carl-Heinz Rühl für die Mannschaft aus der Domstadt auf. Die Tore für den FC Köln markierten Heinz Hornig (2), Bernhard Hermes, „Hennes“ Löhr, Carl-Heinz Rühl, Jungnickel, Fritz Pott und Heinz Simmet.

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