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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Findlinge könnten auf Bauflucht hindeuten

13.06.2012

CLOPPENBURG Aus archäologischer Sicht könnten die Bauarbeiten in der Cloppenburger Innenstadt als Glücksfall erweisen: Am Montagabend legten die Bauarbeiter in Bereich des LzO-Platzes zwei Findlinge frei. Dirk Dödtmann, freiberuflicher Archäologe und derzeit in Diensten des Archäologiebüros Nordholz (Bremen), nahm am Dienstagmorgen die Relikte in Augenschein.

„Spektakulär ist alles für uns“, antwortete Dödtmann auf die Frage nach dem archäologischen Wert des Fundes. Die zwei Findlinge mit einem Durchmesser von rund einem Meter, die in etwa drei Metern Abstand lagen, könnten Gründungssteine für Frontmauen eines Fachwerkhauses gewesen sein, vermutet der Archäologe. Seine These sieht er auch gestützt durch senkrecht in den Boden getriebene Holzbohlen, die vermutlich den Steinen Halt in dem modrigen Boden geben sollten.

„Es scheint sich hier um die alte Bauflucht der Häuser in der Langen Straße zu handeln“, so Dödtmann gegenüber der NWZ . Die Häuser in der Straße hätten früher wesentlich weiter in der Straße gestanden. Die Bauarbeiter könnten noch auf weitere Relikte vergangener Zeiten stoßen, vermutet Dödtmann, schließlich befinde man sich derzeit im Bereich ehemaliger Hausgrundstücke. Auch wenn jeder Fund als einzelner vielleicht nicht außergewöhnlich sein, setzte sich doch durch die Kartierung Stück für Stück ein Bild vom ehemaligen Stadtkern zusammen.

Während in vielen Bereichen durch Bauarbeiten im Laufe der Zeit schon viele Überreste zerstört sein werden, gebe es in anderen Bereichen durchaus noch Hoffnung, auf weitere spannende Funde zu stoßen – etwa im Bereich der Mühlenstraße.

Dass allerdings das alte Krapendorfer Stadttor ausgegraben werde, glaubt Wolfgang Imsiecke, der sich seit Jahrzehnten mit der Rekonstruktion des Stadtbildes beschäftigt, nicht. Das Stadttor vermutet er im Bereich der Geschäftshäuser Bersenbrügge und Framme. Das Tor wurde am 24. August 1716 durch eine verheerenden Großbrand zerstört, der auch die Cloppenburg und zahlreiche Häuser vernichtete.

Wenn man auf spannende Überreste stoße, so Imsiecke, dann möglicherweise auf die Brücke, die über den Zwingergraben verlief – eine vorgelagerte Befestigungsanlage.

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LzO | NWZ