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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball: Umschaltspieler schaltet auf Torjäger um

25.03.2020

Friesoythe Ruhig, bescheiden, mannschaftsdienlich, verlässlich, torgefährlich und gut in der Umsetzung von Vorgaben – diese Eigenschaften würden sicher viele Fußball-Trainer nennen, wenn sie gefragt würden, wie ihr Wunschspieler zu sein hätte. Janek Siderkiewicz bringt all diese Eigenschaften mit, verrät sein Trainer Hammad El-Arab, um ihm anschließend noch ein weiteres Kompliment zu machen: „Wegen solcher Spielertypen wie Janek wird man Trainer.“ „Wir harmonieren gut“, freut sich auch Siderkiewicz über die erfolgreiche und angenehme Zusammenarbeit.

Stark beeindruckt

Das Lob El-Arabs ist umso höher einzuschätzen, weil der Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters Hansa Friesoythe eher zur nüchternen Analyse als zum Überschwang neigt. Wenn man dann noch weiß, dass El-Arab höchst ungern Spieler aus seinem Kader hervorhebt, erkennt man, dass ihn Siderkiewicz stark beeindruckt haben muss. Und das sicher nicht nur damit, dass er in dieser Saison schon 21 Treffer erzielt hat und die Torschützenliste der Liga anführt.

Nein, El-Arab schränkt sogar noch ein: „Die Wahrscheinlichkeit, dass er oft trifft, ist jetzt als Stürmer natürlich höher als in seiner Zeit als Zehner oder Sechser. Er profitiert von unserem offensiven Spielsystem, von guten Vorlagen und einer starken Absicherung nach hinten, die ihm viele Freiheiten einbringt.“ Und das kann Siderkiewicz nur bestätigen: „Mit Mariyan Ognyanov habe ich einen der besten Vorlagengeber neben mir. Außerdem spiele ich auch insgesamt in einer starken Mannschaft, davon profitiere ich natürlich“, will Siderkiewicz seine 21 Treffer wie El-Arab nicht zu hoch hängen.

Passt zum Verein

Nein, so sehr sich der Hansa-Coach auch über die vielen Tore von Siderkiewicz gefreut hat, beeindruckt haben ihn andere Seiten an dem 23-Jährigen, der seit dieser Saison einer von zwei Stürmern in der Hansa-Startelf ist. „Er passt mit seiner Art einfach sehr gut zu diesem Verein“, sagt El-Arab, der Hansa Friesoythe wie kaum ein Zweiter kennt. „Seine ruhige Art, seine Mannschaftsdienlichkeit, seine Verlässlichkeit – er kommt charakterlich im Team sehr gut an.“

El-Arab weiß aber auch, warum Siderkiewicz nicht nur gut zu Hansa passt, sondern Hansa auch für Siderkiewicz der richtige Verein ist: „Janek muss sich wohlfühlen, um Topleistung zu bringen, und das tut er hier. Auch, weil er Vertrauen braucht, das ihm hier entgegengebracht wird.“

Dass es passt zwischen Hansa und Siderkiewicz, zeigt aber schon ein Blick auf die Laufbahn des 23-Jährigen. Bereits in der Jugend war er für den Friesoyther Verein aktiv. Nach zwischenzeitlich drei Jahren im Jugendleistungszentrum Emsland beim SV Meppen, während derer er unter anderem in der A-Jugend-Bundesliga spielte, kehrte er 2015 zu Hansa zurück. „Zu der Zeit gab es einige Angebote,“, sagt Siderkiewicz. „Ich habe mich für Hansa entschieden, weil ich Hansa ja schon kennengelernt hatte, von der guten Vereinsstruktur wusste und ahnte, dass ich für diesen Verein lange spielen kann. Und ja, ich fühle mich sehr wohl hier“, macht der in Strücklingen wohnende Siderkiewicz deutlich.

Erfolg in Landesliga

Seit seiner Rückkehr hat er mit dem Herrenteam der Friesoyther in der Landesliga als Mittelfeldspieler auf der Zehner- und Sechserposition viel Erfolg gehabt. Und auch nach dem knapp verpassten Klassenerhalt im Sommer 2019 ist der als toller Umschaltspieler bekannte Siderkiewicz nicht aus dem Team wegzudenken. Mehr noch, nachdem er vom Mittelfeldspieler auf Stürmer „umgeschaltet“ hat, ist er sogar zweiter Kapitän der Mannschaft.

Tolle Zeit

„Janek hat sich in den fünf Jahren, die ich ihn schon trainiere, immer weiterentwickelt. Und man weiß bei ihm einfach, dass er Vorgaben auch umsetzt“, lobt El-Arab, der Hansa bekanntlich nur noch bis zum Saisonende trainieren wird und unter dem die Friesoyther laut Fußballobmann Tobias Millhahn die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte erlebt haben. Mitgeprägt hat diese Zeit auch Janek Siderkiewicz – ein Wunschspieler auf und neben dem Spielfeld . . .

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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