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LEICHTATHLETIK: Gelassene Überfliegerin hebt nicht ab

15.02.2007

ESSEN Die 17-Jährige aus Essen startete in Sindelfingen im Hochsprung. Seit rund zehn Jahren ist sie in der Leichtathletik aktiv.

von stephan tönnies ESSEN - Für die 17-jährige Hochspringern Marina Kortenbrock von der SG Essen-Garthe-Molbergen sollte das Überqueren der vier Meter langen Latte Ende Januar bei den Hallenmeisterschaften der niedersächsischen Leichtathleten zu einem Höhepunkt ihrer noch jungen Laufbahn werden. Sie siegte in Hannover in der Konkurrenz der weiblichen Jugend A mit einer Höhe von 1,76 Meter. Damit übersprang sie innerhalb kürzester Zeit zum zweiten Mal die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Sindelfingen.

Allerdings knüpfte sie in Sindelfingen nicht an ihre starken Leistungen an. Sie übersprang 1,70 Meter und belegte den siebten Platz. Trotzdem ist sie nicht unzufrieden: „Eigentlich war es ganz okay. Ich wollte versuchen, an meine Bestleistung heranzukommen“, sagt sie. Wegen eines technischen Fehlers habe sie den Sprung auf das Treppchen verpasst, analysiert sie. „Ich habe mich zu schnell zur Latte gedreht.“

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Die Fähigkeit zur Selbstkritik ist ein Teil ihres Charakters. Das weiß auch ihr Trainer Harald Prepens. „Ich brauche im Training nicht viel ansprechen. Sie merkt genau, was beim Sprung schief lief.“ Prepens ist von seinem Schützling begeistert: „Es ist erstaunlich, wie routiniert sie in die Wettkämpfe geht. Sie ist nie hektisch oder gestresst.“ Aber natürlich ist Marina nicht perfekt. Auch sie erlebt Tage, an denen sich Fehlversuch an Fehlversuch reiht. Ob es läuft oder nicht, spüre sie schon beim Aufwärmen, sagt sie. Diese Schwankungen sind aber bisher so selten wie eine Vollkorndiät beim Gallier Obelix.

Absolute Ausnahmen sind bei ihr auch Wochenenden, an denen sie auf Partys oder in die Disko gehen kann. „Die Wettkämpfe finden meisten am Wochenende statt. Da ist es nicht gerade clever, am Vorabend bis spät in die Nacht um die Häuser zu ziehen. Da bleibt nur kurz Zeit ,Hallo’ zu sagen, und dann geht es ab nach Hause, damit ich morgens ausgeruht in den Wettkampf gehen kann“, sagt Marina.

Auch abseits der Hochsprungmatte ist Marina hellwach. Seit dem 1. August vergangenen Jahres absolviert sie bei der Essener Firma Vogelsang eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin. Da bleibt nicht viel Zeit zum Ausspannen und Füßehochlegen. Schließlich geht’s nach der Arbeit am Zeichenbrett und dem Jonglieren mit Bleistift, Radiergummi und Anspitzer zum Training. In der Wintersaison steht sie vier- bis fünfmal in der Woche in der Halle und verbessert ihre Ausdauer, stärkt ihre Sprungkraft und arbeitet an den turnerischen Grundlagen. Im Sommer geht es ins Freie. Während andere Athleten lieber auf der Tartanbahn statt in der Halle schwitzen, ist Marina es egal, wo sie trainiert: „Da mache ich für mich keine großen Unterschiede.“

Darüberhinaus nimmt sie noch an den Lehrgängen des niedersächsischen Landeskaders teil. Im April geht es zum Beispiel nach Spanien ins Trainingslager. Diesen Termin hat sie sich im Kalender schon rot angekreuzt. „Da freue ich mich sehr drauf. Es macht immer viel Spaß.“ Die Freude am Sport ist auch der Hauptgrund, warum Marina bei jeder Einheit mit vollem Einsatz bei der Sache ist und Gedanken an einem Abend auf dem Sofa schnell verschwinden. „Natürlich würde ich mal gerne nichts tun, aber dazu ist mir der Sport zu wichtig.“

Trotz der Erfolge bei der Niedersachsenmeisterschaft oder zuletzt in Sindelfingen möchte sie sich nicht spezialisieren. „Ich habe noch den Mehrkampf im Programm. Und das soll auch weiterhin so bleiben.“

Ab und an muss Marina aber dann doch kurz innehalten, um ihre bisherige Laufbahn Revue passieren zu lassen. „Vor gut zehn Jahren bin ich mit der Leichtathletik angefangen. Es ist schon erstaunlich, wie meine Entwicklung bisher verlaufen ist“, sagte sie nachdenklich. Wie es in diesem Jahr sportlich weitergehen soll, hat sie sich auch ohne Bleistift schon im Kopf vorgezeichnet. „Ganz klar: Ich möchte über 1,80 Meter springen – das habe ich mir fest vorgenommen.“

Lange Geschichte

Der Hochsprung ist seit 1896 olympische Disziplin für Männer – für Frauen erst seit 1928. Bei den Frauen hält die Bulgarin Stefka Kostadinowa den Weltrekord, und das schon seit fast zwanzig Jahren. Am 30. August 1987 sprang sie in Rom über die auf 2,09 Metern liegende Latte.

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