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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Große Erfolge mit dem HSV

31.12.2015

Bösel /Bockhorst Die Gemeinde Bösel hat seinen wohl bekanntesten Einwohner verloren, zumindest auf der großen Bühne: Caspar (Cappi) Memering ist nach 45 Jahren in seinen Geburtsort Bockhorst (Landkreis Emsland) zurückgekehrt. Zuvor in Bösel war der 62-jährige Ex-Fußball-Nationalspieler lange Teil der Gemeinschaft und zählte zum Beispiel zu den häufigsten Kirchgängern.

Eine Nachricht hat Memering in diesem Jahr besonders mitgenommen. Die Ende Juli vom plötzlichen Tod von Stefan Beckenbauer, dem 46-jährigen Sohn des deutschen „Fußball-Kaisers“ Franz Beckenbauer. Caspar Memering hörte diese Neuigkeit im Autoradio auf dem Heimweg. Auf der B 401 war er unterwegs von Garrel, wo er bei der „Böseler Goldschmaus“ die Spätschicht beendet hatte, nach Bockhorst.

Die niederschmetternde Diagnose „Gehirntumor“ hatte Cappi – wie ihn nicht nur die Fußball-Fans rufen – auch vor 20 Jahren bekommen. Spezialisten und Immuntherapien halfen Stefan Beckenbauer nicht. Aber Cappi Memering hatte diese schwere Zeit überstanden. „Auch mit der Kraft aus dem Glauben“, erinnert er sich.

In Bockhorst war er aufgewachsen. Vater Caspar und seine Mutter Maria hatten neun Kinder groß zu ziehen.

Ewald Robben, bis vor Kurzem noch Vereinswirt in Bockhorst, sei es gewesen, der 1979 bei Werder Bremen angerufen habe. „Wir haben hier ein besonderes Talent“, umschrieb er die Memering-Künste. Die Vielseitigkeit sei die einzige Schwäche des Jungen. Er habe als Verteidiger angefangen, als Außenstürmer getroffen und im Mittelfeld seinen Stammplatz. In der Niedersachsen-Auswahl unter Trainer Benno Hartmann, der auf robuste Spieler setzte, hatte sich Memering in Barsinghausen wegen seiner geringen Körpergröße nicht durchsetzen können.

Werder holte den schlaksigen Jungen, der allerdings zuerst noch die Schule beenden wollte. In Bremen folgte gleich der Aufstieg in die Landesauswahl und die Berufung in die Nationalmannschaft durch Jugend-Bundestrainer Herbert Widmayer. Rudi Assauer war Bettnachbar in der Pension.

Dann hatte es geklingelt an der Tür der neuen Pension in Bremen. Manfred Kaltz, seit einem Jahr Verteidiger beim Hamburger SV, stand draußen und in der Nähe wartete Gerhard Heit, beim HSV Jugendmanager, mit einem konkreten Vertragsangebot. Am 1. Juni 1971 war Memering 18 geworden, am gleichen Tag hatte er beim HSV unterschrieben.

DFB-Pokal, Europa-Pokal – einem 0:2 im Bernabéau-Stadion in Madrid folgte im Halbfinale ein 5:1 und Memerings erfolgreicher Konter in der 90. Minute. Etwas bitter ist die Erinnerung an das dann verlorene Endspiel – erneut im Bernabéau. Klaus Ochs war sein erster Trainer in Hamburg, Branco Zebec „war der Beste, den ich je hatte“. Es folgten ebenso bekannte Namen wie Kuno Klötzer, Rudi Gutendorf für nur vier Monate und dann – zum Schluss der HSV-Zeit – Ernst Happel, der sechs Jahre blieb. Manager-Novize Günter Netzer hatte ihn engagiert. Happel – und mit ihm Memering – gewann zwei deutsche Meisterschaften, den DFB-Pokal. 1980 war Franz Beckenbauer Memerings Mannschaftskollege.

Horst Hrubesch wurde beim HSV und in der Nationalmannschaft Memerings Freund und Zimmerpartner. Gemeinsam waren sie bei der Europameisterschaft 1980 gleich dreimal im Petersdom, wollten den Papst sehen. Erst bei der dritten Audienz klappte es.

Mit Dieter Müller ging es 1982 nach Bordeaux. „Ich habe dort nicht nur eine neue Sprache gelernt“, erinnert sich Memering an Mannschaftskollegen wie Giresse, Tijana, Battiston und Tresor. Assauer rief an, lockte ihn nach Gelsenkirchen. Bei Schalke 04 beendete eine Rückenverletzung 1986 die Karriere.

Memering spricht gerne von seiner Zeit als Fußballer, über den Fußball gestern und den HSV heute. Von seinem Diplom als Sportlehrer, das er 1997 an der Sporthochschule Köln in einem Jahrgang mit Bernd Schuster, Frank Neubarth und Friedhelm Funkel machte. Von den Länderspielen, den Erlebnissen. Von Höhen und Tiefen einer Fußballerkarriere. „Die Vergangenheit kann man nicht ändern“, sagt er. Er schaut nach vorne. „Ich lebe im Heute“, ist so eine Maxime von Memering.

Aber dieses Mal ist alles anders. Zuerst einmal erzählt er von seinen Kindern. Von Vanessa, 1988 geboren, Master in der Logistik. Sohn Daniel ist 40, Software-Betreuer, und Ricardo, 24 Jahre alt, ist in Frankfurt bei der Bundespolizei unterwegs. „So oft es geht, bin ich bei meinen Kindern“, sagt Memering. Die Familie ist die neue Zentrale für den Fußballprofi geworden.

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