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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball-Historie: Häuptling Silberlocke kommt auf dem Rad

19.03.2014

Cloppenburg In der direkten Nachkriegszeit war es für die Fußballclubs gar nicht so einfach, schlagkräftige Mannschaften auf die Beine zu stellen. Viele Spieler waren im Krieg gefallen, kehrten schwer verwundet zurück, oder waren in Gefangenschaft. Somit mussten entweder die alten Haudegen aushelfen, oder die Kader wurden mit ganz jungen Spielern aufgefüllt.

So liefen die hiesigen Teams fast jede Woche in unterschiedlichen Besetzungen auf. Das war seinerzeit beim BV Cloppenburg nicht anders. In der Mannschaft waren in den Jahren 1946 bis 1949 auch viele Spieler aktiv, die durch Flucht und Vertreibung in Cloppenburg landeten. Auch versprengte, ehemalige Wehrmachtssoldaten zählten zum Spielerstamm, die seinerzeit im Waldlager in Varrelbusch untergebracht waren. Wobei es im besagten Waldlager auch einen Soldatenverein namens SV Waldlager gab.

Namen wie Boxberger, oder Mrusek sind heute nur noch echten Kennern des BVC ein Begriff. Sie sorgten mit dafür, dass der BV Cloppenburg wieder zu alter Stärke fand. Einer der bekanntesten Akteure war der spätere Bundestrainer Jupp Derwall, der im Jahr 1946 einige Spiele für den BVC bestritt. Derwall war aus der Gefangenschaft abgehauen und wollte zu seinem Vater, der in Cloppenburg bei der Bahn arbeitete.

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Zu zweit auf einem Rad

Auf dem Weg dorthin, holte er aber erst seinen Bruder aus einem Lazarett. „Zu zweit sind wir auf einem Rad nach Cloppenburg gefahren. Die Freude und das Glücksgefühl, meine Eltern wieder zu sehen, war natürlich groß“, erinnerte sich der am 26. Juni 2007 verstorbene Derwall vor vielen Jahren im Gespräch mit der NWZ.

Bei seinen Erkundungstouren durch Cloppenburg kam er auch am Sportplatz des BVC vorbei, wo gerade trainiert wurde. Derwall stellte seinen Drahtesel beiseite. Er fragte nach, ob er mitspielen könne. Die angesprochenen Spieler winkten ihn herbei, und er konnte Trainer Arthur Gruber auf Anhieb überzeugen. „Der hat mich einfach aufgestellt, ich habe auf der halblinken Position gespielt. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir in Oldenburg gespielt haben.“ Der BVC suchte händeringend Verstärkungen. Zumal mit Rudi Grüß ein wichtiger Spieler noch in Gefangenschaft war.

Gegen den VfL Wildeshausen glänzte Derwall sogar als zweifacher Torschütze. Der damals 19-Jährige stürmte nur eine kurze Zeit im Cloppenburger Trikot. „Nach einem halben Jahr packten wir unsere Sachen in einen Güterwaggon, und wir zogen nach Würselen ins Rheinland. Es war eine kurze, aber schöne Zeit in Cloppenburg und speziell beim BVC“, sagte Derwall, der später auch Häuptling Silberlocke genannt wurde.

Zwei DFB-Länderspiele

Im Anschluss schaffte Derwall sogar den Sprung in die Nationalelf. Er bestritt zwei Einsätze und war bei seinen verschiedenen Clubs (z.B. Alemannia Aachen) eine feste Größe. Als Trainer der deutschen Nationalmannschaft wurde er 1980 Europameister und zwei Jahre später Vize-Weltmeister. Als Vereinstrainer feierte der passionierte Gitarrenspieler mit Galatasaray Istanbul große Erfolge.

Der falsche Frank

Auch beim BV Bühren war mit Georg Frank in jenen Jahren (von 1946 bis 1949) ein bekannter Spieler aktiv. Die Wirren des Krieges hatten Frank von Bremen nach Bühren verschlagen. Allerdings wird in der Chronik des BVB zum 75-jährigen Vereinsjubiläum aus dem Jahr 1996 behauptet, dass der für Bühren spielende Frank vor dem Krieg Nationalspieler gewesen sei und mit der SpVgg Fürth sogar Deutscher Meister wurde.

Dies ist nicht korrekt. Hierbei handelt es sich um eine Verwechslung. Denn jener Georg Frank, der damals für Bühren auflief, war kein Nationalspieler gewesen. Er war in den 30er-Jahren sehr erfolgreich für Werder Bremen am Ball. Mit Werder gewann er 1936 die Niedersachsenmeisterschaft. Sein Namensvetter und Nationalspieler Georg Frank (vier Einsätze, fünf Tore) spielte dagegen für Fürth und kam aus dem Frankenland. Er verstarb jedoch am 13.11.1944 im Zweiten Weltkrieg. Somit konnte der ehemalige Auswahlspieler nach dem Krieg nicht mehr für Bühren gespielt haben.

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