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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Interview: Barna-Zsolt Akacsos hört beim TVC auf

28.01.2021
Die Entscheidung ist ihm nicht leicht gefallen, doch TVC-Coach Barna-Zsolt Akacsos hat schweren Herzens den Verantwortlichen beim TV Cloppenburg in dieser Woche mitgeteilt, dass nach dieser Saison für ihn Schluss beim heimischen Drittligisten sein wird. Am Dienstagabend teilte er diesen Entschluss dann auch persönlich seinen Spielern mit. In einem Interview erklärt er seinen Schritt.
Frage: Das ist ja mal eine Überraschung. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Akacsos: Die Überlegung trage ich schon länger mit mir herum. Den Aufwand, den ich in der Drittklassigkeit betreiben muss, ist halt riesig. Anders als in der Oberliga trainieren wir inzwischen fast täglich. Für mich, ich wohne in Bockhorn und arbeite in Nordenham, beginnt der normale Wochentag bereits um 5 Uhr und endet täglich zwischen zehn und elf Uhr am Abend. Mit den Fahrten zur Arbeit und zum Training nach Cloppenburg sitze ich täglich vier Stunden im Auto und fahre 300 Kilometer. Das ist eine riesige Belastung für mich und meine Familie. Ich bin froh, dass meine Frau Elisabeth, die selbst Handball in der Ersten Liga in Ungarn gespielt hat, handballverrückt genug ist, um das immer zu akzeptieren.

Frage: Und dann kommen Trainingsvorbereitung und Videostudium noch hinzu.

Akacsos: Ja richtig. Das habe ich zu Oberligazeiten immer an den trainingsfreien Tagen erledigt. Nun blieb dazu immer weniger Zeit. Das hat die Qualität meiner Arbeit beeinflusst und mich selber öfter sehr unzufrieden gemacht. Das haben meine Spieler manchmal dann auch gemerkt.

Frage: Gab es Kritik?

Akacsos: Natürlich sind nicht immer alle in einer Mannschaft zufrieden. Das ist aber in allen Mannschaften der Welt so. Von den Verantwortlichen aus dem Teammanagement hatte ich immer Rückendeckung. Kritik ist aber auch hilfreich und ist an einigen Stellen auch nachvollziehbar. Das hat aber mit meiner Entscheidung nichts zu tun.

Frage: Hat die zermürbende Situation um die Pandemie auch dazu beigetragen?

Akacsos: Der Lockdown hat mir zumindest geholfen, aufzuzeigen, welchen Aufwand ich tagtäglich betreibe und wie viele Kompromisse ich von meiner Frau und meiner Familie verlange. Es hat mir die Augen geöffnet, was ich mir selber zumute. Vielleicht haben sich die Werte tatsächlich ein wenig verschoben. Für eine Fortsetzung meines Engagement in Cloppenburg hätte es nur zwei Lösungen gegeben, die aber nicht in Frage kommen.

Frage: Und die wären gewesen?

Akacsos: Ganz einfach. Ich hätte nach Cloppenburg ziehen müssen oder den Job als Handballtrainer hauptamtlich machen müssen. Beides ist keine Option. Ich trage bei meinem Job viel Verantwortung und es macht mir Spaß. Ferner fühlen wir uns in Bockhorn sehr wohl. Das werde ich beides nicht für das Haifischbecken Profitrainer aufgeben.

Frage: Sie blicken auf vier sehr erfolgreiche Jahre zurück.

Akacsos: Das glaube ich auch. Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden. Nun möchte ich aber der Weiterentwicklung nicht im Wege stehen. Der TVC ist für mich wie eine Familie, so etwas habe bei meinen bisherigen Stationen noch nie erleben dürfen.. Daher ist mir schwer gefallen, aber nun die einzig richtige Entscheidung, denn ich kann meine Aufgabe nur hundertprozentig erfüllen. In einer Videokonferenz mit Vorstand, Management und Spielern habe ich alle informiert, denn es ist jetzt auch wichtig, einen Nachfolger zu finden und mit den Spielern über die kommende, hoffentlich coronafreie Saison sprechen und planen zu können.

Frage: Was wird Ihnen in Zukunft fehlen?

Akacsos: Es werden sicherlich die Handballfeste mit den tollen TVC-Fans sein. Sehr schade, dass ich mich hier höchstwahrscheinlich nicht verabschieden kann. Der TVC ist wie eine große Familie. Ich habe hier Freunde gefunden.

Frage: Und die Restsaison?

Akacsos: Erst einmal geht es ja mit mir weiter. Ich hoffe sehr, dass irgendetwas noch einmal möglich sein wird. Ich würde so gerne noch mal mit der Mannschaft ein wenig arbeiten, ein paar Spiele bestreiten und auch mit dem Team ein wenig Spaß haben.

Frage: Oh ja, das wäre sehr schön, wenn da noch was gehen würde. Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute.

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Jürgen Schultjan Lokalsport / Redaktion Münsterland
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