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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Interview: „Jetzt bleibt uns nur ein Fernduell“

15.06.2020
Frage: Herr Ostermann, warum ist die SVG Lüneburg in die Oberliga aufgestiegen und nicht der SV Cappeln?
Ostermann: Es geht hier nach der Quotientenregelung. Die SVG Lüneburg hat den besten Quotienten aus Punkten pro Spiel. Nachdem alle regulären Aufsteiger und alle Rückmeldungen berücksichtigt waren, sind 20 Mannschaften dabei herausgekommen. Um dann die 10er-Staffeln zu verhindern, hat der Verbandsspielausschuss entschieden, eine nicht aufstiegsberechtigte Mannschaft hochzuziehen. Die Rangfolge der Nachrücker wird über die Quotientenregelung festgelegt. Dies hat mir der Verbandsspielwart Florian Brune mitgeteilt.
Frage: Welche personellen Veränderungen gab es im Kader?
Ostermann: Wir haben mit Karo Meyer leider eine Spielerin an den TV Cloppenburg abgegeben, aber dafür unsere Anna Lübbe, die ein Jahr studienbedingt in der Oberliga in Westerstede gespielt hat, zurückbekommen. Ansonsten ist unser Kader weitgehend gleichgeblieben. Die ersten Trainingseinheiten zeigen, dass alle wieder heiß auf das Volleyballspielen sind. Eine schöne Voraussetzung für die neue Saison.
Frage: Wie stark erschwert die Corona-Krise die Saisonplanungen?
Ostermann: Neben einem drohenden zweiten Lock-Down ist es ja zurzeit noch gar nicht möglich, unter Wettkampfbedingungen zu spielen, zu trainieren beziehungsweise überhaupt an Wettkämpfe zu denken. Sollte ein geplanter Saisonstart ab Mitte September nicht möglich sein, sind die Überlegungen, erst nach den Herbstferien mit der Saison zu beginnen oder gar erst zu Beginn des Jahres 2021, um dann nur noch eine „Hinrunde“ zu spielen.
Frage: Was sagen Sie zur neuen Staffeleinteilung?
Ostermann: Die Staffeln werden jedes Jahr regional neu eingeteilt. Wie so oft liegt der Landkreis Cloppenburg für die Volleyball-Staffeleinteilungen sehr ungünstig, weil mittendrin. Wir haben gehofft, dass wir durch die Fusion mit dem Bremer Verband eher nach Ostfriesland/Oldenburg/Bremen zugeteilt zu werden. Leider ist daraus aber nichts geworden.
Frage: Gab es schon einmal eine ähnliche Situation?
Ostermann: Ich kann mich noch an eine Saison erinnern, da spielte Löningen in der Emsland-Liga, Cloppenburg spielte in Richtung Oldenburg, und Cappeln hatte die weiten Wege in den Osnabrücker Raum.
Frage: Jetzt ist der SV Cappeln noch mehr in Richtung Südosten abgedriftet . . .
Ostermann: Ja, wir müssen nach Hannover, Hameln und ins Weser-Berg-Land. Reine Fahrzeiten von zwei Stunden stehen uns bevor, weil die Verkehrsanbindungen sehr ungünstig sind. Entschädigt werden wir natürlich durch die Derbys des Oldenburger Münsterland mit Oythe III und Lohne. Lintorf liegt ja quasi genau in der Mitte und wird sich über die kurzen Wege freuen.
Frage: Was macht die Sache aus Ihrer Sicht so kompliziert?
Ostermann: Neu ist in diesem Jahr, dass die Staffel nur aus sieben Mannschaften besteht. Im letzten Jahr hatten wir elf Mannschaften, was dazu führte, dass wir nahezu jedes Wochenende, insbesondere vor Weihnachten, spielen mussten. Wenn man dann samstags mit der Fahrzeit fast zehn Stunden für Volleyball unterwegs ist, sind da familientechnisch für einige beruflich und für private Feierlichkeiten absolut die Grenzen erreicht. Unsere Liga hat sich bei dem Verband im letzten Jahr darüber beschwert, so dass man diesmal eigentlich maximal 9er-Staffeln einführen wollte.
Frage: Wie war Ihr Vorschlag?
Ostermann: Ich hätte sogar 5er-Ligen ins Auge gefasst, um im besten Fall drei Spiele gegen jede Mannschaft zu spielen. Je nachdem wie sich die sportlichen Bedingungen unter „Corona“ entwickeln, könnte man eine Spielrunde wegfallen lassen. Nachholspiele in der Woche zu Trainingszeiten wären unter „regionalen“ Staffeln dann auch sicher besser möglich, als komplette Spieltage zu verlegen. Allerdings nicht, um mal kurz nach Hannover zu fahren.
Frage: Macht es sich aus Ihrer Sicht der Verband zu einfach?
Ostermann: Der Verband stellt es sich sehr leicht vor, wenn er glaubt, dass es ganz einfach ist, ganze Spieltage zu verlegen. Zumindest die Halle in Cappeln ist im Winter durchgehend belegt. Und wenn Volleyball später startet, starten auch die anderen Abteilungen später in die Saison oder bräuchten Ausweichzeiten. Das würde sehr spannend werden, wenn sich alle Wettkämpfe auf die Wochenenden konzentrieren. Aber wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen und das Beste hoffen.
Frage: Warum kam es überhaupt zu einer neuen Staffeleinteilung?
Ostermann: Dass es zur neuen Staffeleinteilungen kommen musste, lag auch daran, dass es vermehrt Aufsteiger und weniger Absteiger gibt.
Frage: Wie stark schätzen Sie die neue Staffel ein?
Ostermann: Die neue Staffel einzuschätzen, ist nicht so einfach, weil wir ja nur den Gegner BW Lohne kennen. Oythe III als souveräner Aufsteiger aus der Landesliga wird immerhin von einem Bundesligatrainer trainiert. Und das wird er sicher nur bei einer ehrgeizigen, jungen und ausbaufähigen Truppe machen. Auch der TC Hameln und Lintorf II, Aufsteiger und eigentliche Meister ihrer Landesligen, sind schwer einzuschätzen. Mit dem GfL Hannover haben wir zwar nominell die erste Damenmannschaft als Oberligaabsteiger in unsere Verbandsliga bekommen, aber da die zweite Damen ebenfalls in einer Verbandsliga spielt, kann der Verein sich überlegen, welche Mannschaft in welcher Liga antreten wird. Auch die Weserbergland Volleys kennen wir nicht, kommen aber wie die Mannschaft von GfL Hannover II aus der Verbandsliga 4 und tummelten sich dort im Mittelfeld.
Frage: Worauf freuen Sie sich in der neuen Staffel am meisten?
Ostermann: Obwohl weite Anfahrtswege anstehen, freue ich mich auf unbekannte Gegner als neue Herausforderung. Die Emsland-Liga gilt ja – vom Höherensagen – aufgrund der unendlichen Talente höherklassiger Mannschaften als sehr stark. Jetzt können wir uns selbst ein Bild machen und lernen neue Mannschaften kennen. Sollte der Spielplan durchgespielt werden können, hetzt man nicht von einem Pflichtspiel zum anderen. Auch das würde mich freuen.
Frage: Wie sehr werden Sie das Kreisderby gegen den VfL Löningen vermissen?
Ostermann: Dass wir nicht mehr gegen Löningen spielen dürfen, trifft uns alle hart. Nicht, weil wir die drei letzten Pflichtspiele gewonnen haben, sondern weil es immer spannende, auf Augenhöhe stattfindende Spiele waren. Spielerinnen und Trainer wollten immer gerne das Derby gewinnen und die Vormachtstellung im Landkreis Cloppenburg, vom TVC einmal abgesehen, innehaben. Jetzt bleibt uns nur ein Fernduell.
Frage: Gibt es keine Alternative zum Fernduell?
Ostermann: Vielleicht klappt es ja mit dem Löninger Turnier Anfang September, sollten wir bis dahin wieder ordentlich Volleyball spielen dürfen. Es liegt ja nahe, dass wir sicher das eine oder andere Vorbereitungsspiel gegen Löningen austragen werden. Verlieren will da auch keiner, aber ein Kaltgetränk nach dem Spiel gönnen wir uns.
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