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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

„Bürokratie verdirbt die Lust“

24.01.2020
Frage: Herr Fleming, Sie haben jetzt beim Neujahrsempfang des DeHoGa-Kreisverbandes Cloppenburg in der Stadthalle vor rund 180 Gästen verkündet, im Oktober Ihr Amt als Vorsitzender abgeben zu wollen. Haben Sie – wie so viele andere auch – keine Lust mehr aufs Ehrenamt?
Fleming: Nein, das ist es nicht. Eigentlich wäre ich jetzt mit meinen 65 Jahren Rentner. Ich gehe aber noch sehr gerne meinem Beruf als Koch und Restaurantinhaber nach – und das von acht bis 23 Uhr. Das ist doch für einen Rentner lange genug, oder? Das macht mir Spaß, das will ich noch einige Jahre intensiv und mit Leidenschaft machen. Und in der freien Zeit, die mir dann noch bleibt, möchte ich mir ein wenig den Druck nehmen und mich künftig nicht mehr mit den vielen Dingen des DeHoGa beschäftigen.
Frage: Wer wird das denn künftig tun?
Fleming: Meine Nachfolge ist bereits geregelt. Der DeHoGa-Kreisverband wird künftig von einer Doppelspitze geführt. Um wen es sich dabei handelt, werde ich aber noch nicht verraten.
Frage: Was hat Ihnen denn in Ihrer zwölfjährigen Vorstandstätigkeit besonders viel Freude gemacht?
Fleming: Inzwischen hat unser DeHoGa-Kreisverband rund 220 Mitglieder. In den zurückliegenden Jahren habe ich viele persönliche Freundschaften knüpfen können – auch innerhalb des Landesverbandes. Außerdem erinnere ich mich gerne an die Ausrichtung des DeHoGa-Landesdelegiertentages vor einigen Jahren, als der Kreisverband in der Stadthalle und in der Münsterlandhalle drei Tage lang 450 Gäste hatte. Darüber hinaus haben mir die DeHoGa-Neujahrsempfänge in der Stadthalle viel Spaß gemacht. Es ist dabei auch immer etwas für die gute Sache zusammengekommen. Diesmal waren es im Übrigen 2176 Euro für die Cloppenburger Tafel, die eine Stromtanksäule für ihren neuen E-Transporter anschaffen will.
Frage: Und was hat Sie während Ihrer Zeit als Vorsitzender besonders geärgert?
Fleming: Es ist inzwischen so, dass jeder Bürger vom Gesundheitsamt die Ergebnisse einer Hygienekontrolle erfahren kann. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Dass es Kontrollen gibt, finde ich sehr gut, dass diese veröffentlicht werden können aber nicht. Wenn man einmal einen Fehler macht, hängt er einem bei einer Veröffentlichung gerade im Internetzeitalter auf alle Zeiten nach. Wenn beispielsweise vor Weihnachten die Hütte brennt, und das ist auch gut so, können schneller einmal Fehler – wie in jedem anderen Beruf auch – passieren. Dann wird er beseitigt, und es gibt nach 14 Tagen eine Nachkontrolle.
Frage: Ein weiteres Ärgernis ist – wie man hört – die auch in der Gastronomie immer weiter ausufernde Bürokratie...
Fleming: ...genauso ist es. Immer neue Gesetze und Vorgaben wie beispielsweise die jetzt eingeführte Bonpflicht können einem manchmal schon die Lust am Arbeiten verderben. Neulich haben wir uns in einer Vorstandssitzung zweieinhalb Stunden mit der Verordnung zur Beschäftigung von Aushilfen befasst. Was da inzwischen so alles dranhängt. Und Aushilfen brauchen wir in der Gastronomie, beispielsweise wenn wir mit unserem Restaurant demnächst rund 500 Leuten bei einer Veranstaltung ein Essen servieren. Das geht natürlich mit der Stammbesetzung allein nicht.
Frage: Wird das im nächsten Jahr nicht komisch für Sie sein, wenn Sie beim Neujahrsempfang nicht am Rednerpult stehen, sondern am Tisch sitzen?
Fleming: Nein. Ich werde es genießen, losgelassen zu haben. Ich gehe aus freien Stücken, ohne mit irgendjemandem Stress gehabt zu haben.
Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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