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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Rollentausch: Locker aus der Hüfte raus geht’s am besten

28.01.2017

Barßel „Rumms!“ Hart knallt die Bossel auf den Hallenboden und kugelt quer über das Spielfeld. Auf der Bahn nebenan schauen die Spieler zu mir rüber. Eigentlich sollte das hölzerne Wurfgerät über die Bahn gleiten. Ich bin in der Turnhalle des Schulzentrums Barßel und versuche mich im Hallenbosseln. Unterstützung bekomme ich von einer neunköpfigen Gruppe des Reha-Sportvereins Barßel. Mein erster Versuch scheitert kläglich.

Spiel mit viel Taktik

Gebosselt wird auf einem Spielfeld, das eine Wurfbahn und ein Zielfeld umfasst. Es spielen zwei Mannschaften mit je drei Spielern und einem Mannschaftsführer gegeneinander. Die Spieler versuchen mit gezielten Würfen ihre Bosseln möglichst nahe an die im Zielfeld liegende Daube (Holzwürfel) heranzubringen. Gegnerische Bosseln können hinausgestoßen werden oder eigene Bosseln besser platziert werden. Alle Bosseln im Zielfeld erhalten Wurfpunkte. Gewonnen hat die Mannschaft, die in einem Durchgang die meisten Punkte erzielt. Wer mitbosseln möchte, kann donnerstags von 16.30 bis 17.30 Uhr in der Sporthalle des Schulzentrums einfach reinschnuppern.

Hallenbosseln ist eine von vielen Sportbereichen im Reha-Sportverein Barßel neben Jakkolo oder Flachwassergymnastik. 107 Mitglieder zählt der Verein.

Zudem feiert der Verein in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Grunde soll am 18. Februar im Landgasthof Herzog gefeiert werden. Eintrittskarten für die Feier können bei den Vorstandsmitgliedern erworben werden. Infos bei Manfred Lorentschat (Telefon  04497/858823).

Was ein bisschen wie Curling aussieht, ist Eisstockschießen nur in der Halle, erklärt mir Gabriele Schmithuysen. Sie ist zwar erst seit Kurzem dabei, aber schon ein Vollprofi. Beim Hallenbosseln geht es darum, mit den Bosseln so dicht wie möglich an die Daube (kleiner Holzwürfel) heranzukommen. Es wird nach Punkten gezählt.

Wir teilen uns in Mannschaft grün und weiß auf – mit den passenden Wäscheklammern ausgestattet zur besseren Orientierung. Zunächst gibt es ein paar Tipps für die Anfängerin: In die Knie gehen beim Werfen, Rücken gerade halten, genügend ausholen für den nötigen Schwung und nicht zu lange warten. „Oh, eine Linkshänderin“, höre ich von der Seite. „Rumms!“ Wieder knallt das schwere Holz herab. Ich mache lieber Platz für die Profis und übe neben dem Spielfeldrand.

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Die Taktik macht’s

Vor rund einem Jahr stand die Abteilung schon fast vor dem Aus. Es gab viele, die altersbedingt aufhörten, sagt Horst Grunwald. Er erweckte dann mit Gerhard Winkelmann und Helga Martens die Gruppe wieder zu neuem Leben. „Wir wollten, dass dieser Sport unbedingt erhalten bleibt“, sagt Grunwald. Nun sei man eine gute Truppe, die auch wieder an Turnieren in Cloppenburg, Quakenbrück oder Lindern teilnimmt. Die Sparte Hallenbosseln gibt es aber schon seit vielen Jahren im Reha-Sportverein.

Winkelmann und Grunwald erklären mir die Vorgehensweise: Der Erste einer Mannschaft legt vor, der Zweite verfolgt die Taktik und der Letzte ist der Zerstörer. Der ideale Wurf – einen halben Meter vor der Daube, sagt Grunwald. Soweit so gut.

Nach einigen Spielzügen liegen die grünen und weißen Bosseln wieder dicht beieinander. Winkelmann kann mit einem Schuss alles verändern. „Jetzt kommt die Taktik“, sagt er. Am Ende wird das Zentimetermaß gezückt. „Eindeutig weiß“, so Winkelmann.

Oft ist es richtig knifflig. Die Bosseln liegen eng um die Daube herum. Dann muss der Bahnrichter den einige Meter entfernt stehenden Spielern mit einer Kelle anzeigen, welche Mannschaft dichter an der Daube liegt.

Ich probiere immer noch, das Wurfgerät überhaupt ins Zielfeld zu befördern. Schmithysen hilft mir. Sie nimmt meine Hände und führt mit mir die Bewegung nach. „Ein bisschen lockerer in den Hüften.“ „Gar nicht so leicht, wie es aussieht“, denke ich.

Kameradschaft wichtig

Doch was fasziniert an dem Sport? „Das ist das Neue im Alter“, sagt Schmithuysen. Sie ist seit dem 1. Januar mit ihrem Mann Mitglied im Reha-Sportverein. Vorher habe sie gekugelt und gebowlt. „Sie wirft einfach fantastisch“, schwärmt Winkelmann. „Leute, die von der Kegelbahn kommen, haben es einfacher“, erklärt er mir.

Auch Alois Wallschlag ist im Oktober vergangenen Jahres zur Gruppe neu dazu gestoßen. „Das ist eine sportliche Sache“, erzählt er mir. „Und die Kameradschaft ist wichtig.“

Schließlich ist die Trainingseinheit fast vorbei. Ich versuche es mit einem erneuten Wurf. „Wenn du Linkshänder bist, musst du doch den anderen Fuß nach vorne setzen“, höre ich von hinten. Immerhin gelingt es mir jetzt den Bossel weich auf den Boden zu setzen – auch, wenn er nur halb so weit rutscht wie die der anderen. Für meine Mannschaftskollegen geht es nun noch zur Wassergymnastik. Ich muss wieder an den Schreibtisch und wünsche der Gruppe weiter „Gut Stock“.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.youtube.com/nwzplay 
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Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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