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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Kreistag geht routiniert über die Bühne

31.07.2017

Markhausen Welche Namen die Fußballtrainer so auf ihren Zetteln haben, bleibt ja meist geheim. Was sich die Redner des NFV-Kreistags am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Markhausen auf die Zettel geschrieben hatten, ließen sie dagegen naturgemäß die zahlreich erschienenen Vereinsvertreter wissen und erhielten dafür viel Applaus. Dank der kleinen Hilfsmittel aus Papier verzettelte sich dann auch niemand, es entbrannte sogar ein kleiner, nicht ganz ernst gemeinter, Zettel-Wettstreit. Der Friesoyther Bürgermeister Sven Stratmann verkündete, er habe zwei Zettel dabei, da wollte der Vorsitzende des Gastgebers VfL Markhausen gegenhalten: Manfred Timme bekannte, zwar nicht so redegewandt wie Stratmann zu sein, aber immerhin auch zwei Zettel vorbereitet zu haben. Diesen Wert unterbieten konnte Karl-Heinz Deeken vom NFV-Jugendausschuss: Er hielt den einzigen Zettel, den er für seine Rede benötigte, unter dem Gelächter der Fußballer noch demonstrativ in die Luft. So konnten sich am Ende alle Anwesenden auf ihren Zetteln notieren, dass sie einen harmonischen Kreistag in lockerer Atmosphäre erlebt hatten, auf dem so gar keine Konflikte aufkommen wollten.

Ernst wurde es dennoch ab und zu: So gedachte der Kreisvorsitzende des Niedersächsischen Fußballverbands in Cloppenburg, Hans-Jürgen Hoffmann, in seiner Ansprache stellvertretend für alle Verstorbenen den Fußballfreunden Marius Heese (BW Ramsloh), Thomas Kenkel (SF Sevelten), Gerd Kuper (BV Cloppenburg) und Herbert Ellmann (BV Varrelbusch).

Erfreuliches konnte Hoffmann über die Mitgliederzahl des NFV-Kreises Cloppenburg bekanntgeben: Jeder achte Einwohner des Kreises, insgesamt 19 932, ist Mitglied eines Vereins des Fußballverbands. Die Quote von 12,14 Prozent übertreffe den NFV-Durchschnittswert (8,0 Prozent) deutlich. Knapp 20 Prozent der männlichen und knapp fünf Prozent der weiblichen Einwohner des Landkreises seien Fußball-Club-Mitglieder. „Das macht uns Fußballer zu einer wichtigen Größe innerhalb unseres Gemeinwesens“, folgerte Hoffmann aus den Zahlen, die im Mannschaftsbereich konstant geblieben seien: 529 Teams, davon 395 im Jugend-, 29 im Frauen- und 105 im Herrenbereich, seien gemeldet. „Da ist noch keine Minustendenz zu erkennen.“

Dennoch werde der gemeinsame Spielbetrieb mit den Fußball-Kreisen Vechta und Delmenhorst/Oldenburg Land bereits bei den Frauen sowie A- und B-Junioren eingeführt und im Jahr 2018 auf die Mädchen ausgeweitet.

Besonders wichtig war Hoffmann neben dem Dank an seine NFV-Kreis-Vorstandskollegen auch, das Thema Kindeswohlgefährdung anzusprechen: So empfehle der Kreisverband den Vereinen, die für lizenzierte Trainer vorgeschriebene Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses auch von ehrenamtlichen Coaches und Betreuern zu verlangen.

Bürgermeister Stratmann freute sich derweil über „die gute Wahl des Veranstaltungsortes“. Er lobte die Ehrenamtlichen als Scharnier zwischen Gesellschaft und Sport sowie Vereinen und Politik. Stratmanns Rede war aber nicht nur eine Liebeserklärung an den Sport, sondern auch an den ländlichen Raum: „Wie bringen wir Menschen in unserer Gesellschaft unter? Über den Sport. Hier nimmt man Menschen an die Hand, egal wer das ist, oder woher man kommt. Das funktioniert hier, da könnten sich einige Metropolen eine Scheibe abschneiden.“ Dies könne er aus seiner eigenen Erfahrung aus ehemaligen Wohnorten wie Berlin berichten.

Timme, dessen Verein wie der TuS Falkenberg in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum feiert, sprach über die Entwicklung des VfL von einem reinen Fußballverein zu einem Club „für Jung und Alt mit mehr als 400 Mitgliedern“. Eine kleine Stichelei in Richtung Politik und deren Entscheidungen, in welche Projekte finanzielle Mittel zur Unterstützung gesteckt werden, wollte er sich zur Erheiterung der Gäste nicht verkneifen: „Es ist in Friesoythe ja viel Geld in zu teure Badehosen und Saunatücher investiert worden“, sagte er, um anzufügen, dass dies ja vor Stratmanns Amtszeit-Beginn geschehen sei.

Horst Kröning, der Vorsitzende des Kreissportgerichts, berichtete, dass das Passwesen am häufigsten Thema von Verfahren sei und riet dazu, in diesem Bereich genau zu arbeiten. Gewalttaten seien auf den Fußballplätzen des Kreises Cloppenburg die absolute Ausnahme. Derweil konnte Karl-Heinz Deeken von einem mit 412 Teams im Vergleich zu anderen Kreisen hohen Level an Junioren-Teams berichten, die am Spielbetrieb teilgenommen haben. Im A- und B-Jugend-Bereich sei nun sogar ein Zugang zu verzeichnen. In der neuen Saison sei es aber möglich, bis zu fünf Mannschaften zusammen als Spielgemeinschaft antreten zu lassen – allerdings nur auf Kreisebene.

Kreisschiedsrichterobmann Sebastian Möller ging auf den kurzen Schiedsrichterstreik der zurückliegenden Saison ein. Die Satzungslücke, wonach Vereine in Niedersachsen nicht für das Fehlverhalten ihrer Fans bestraft werden könnten, die den Ausstand indirekt ausgelöst hatte, sei nun geschlossen.

Geschlossen wurde der Kreistag natürlich erst nach zahlreichen Ehrungen (siehe Artikel auf dieser Seite). Dann war die Veranstaltung unter dem neuen Vorsitzenden Hans-Jürgen Hoffmann – mit kleinen Änderungen hier und da – routiniert über die Bühne gegangen, und alle Zettel verschwanden wieder in den Taschen.

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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