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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Bahnsport: Nur noch Kettenrasseln zu hören

02.03.2013

Werlte /Cloppenburg Bahnsport – für Zuschauer und Aktive ein gleichermaßen faszinierendes Vergnügen: akrobatische Drifts, packende Positionskämpfe, spektakuläre Geschwindigkeiten. Dennoch plagen die Speedway- und Grasbahnfreunde Nachwuchsprobleme, weil es – unter anderem aus Lärmschutzgründen – für Jugendliche kaum noch möglich ist, zu trainieren. Kaum ein Anwohner will regelmäßig, das – für Zweiradfreunde melodisch klingende – Dröhnen der Motoren hören. Abhilfe könnten auch in diesem Bereich Elektromotoren schaffen.

Es ist kalt, bitterkalt an diesem Nachmittag in Werlte. Ein kleine Delegation des örtlichen Bahnsport-Vereins „MSC Hümmling“ hat sich auf dem Gelände ihres Sportleiters Josef Hukelmann eingefunden, um zwei – jeweils rund 10 500 Euro teure – Elektrik-Speedway-Maschinen auszuprobieren. Und in der Tat: Außer dem Rasseln der Kette und einem Zischen des Motors ist nichts zu hören. Und auch der charakteristische Geruch des Methanols entfällt.

„Mit einem E-Speedway-Zweirad zu fahren, ist ungewohnt, weil man nichts hört. Außerdem gibt es keine Motorbremse“, sagt der ehemalige Werlter Clubfahrer Jörg Tebbe, der jetzt als Bahnsportprofi für die Farben des MSC Dohren seine Runden dreht. Doch je länger der 33-jährige Familienvater an diesem Nachmittag auf dem geräuschlosen – 30 PS-starken – Bike unterwegs ist, desto mehr Gefühl bekommt er für die Maschine, deren volles Drehmoment – im Gegensatz zum Verbrennungsmotor – bereits auf den ersten Metern zur Verfügung steht.

Das bekommt auch der Werlter Nachwuchsfahrer Kai Huckenbeck zu spüren. Trotzdem beginnt der just 20 Jahre alt gewordene Zweiradmechaniker-Azubi seine Probefahrt mit einem spektakulären Wheely – das heißt, dass die Maschine sich mit ihrem Vorderrad erhebt. Überhaupt geht der deutsche Juniorenspeedwaymeister von 2012 völlig unvoreingenommen an die Sache ran – und lässt das Hinterrad mit ordentlich Gas im Kreis rutschen. „Der Motor kommt von Anfang an echt kräftig“, lautet sein Urteil.

Derweil haben die Aktiven des MSC Cloppenburg am Wochenende auf eine Vorführung der E-Maschinen verzichten müssen. Ein Trainingstermin im MSC-Motodrom war auf Grund des schlechten Wetters abgesagt worden. Der Speedway-Weltmeister von 1983, Egon Müller, musste den geplanten PR-Termin platzen lassen.

„Ich glaube, dass die E-Maschinen schwerer zu fahren sind. Es ist gar nicht so einfach, ins Sliden zu kommen“, sagte MSC-Präsident Günther Hegger am Mittwoch auf Anfrage der NWZ. Prinzipiell seien die Elektro-Bahnmaschinen aber durchaus – besonders für Jugendliche – geeignet, um einen regelmäßigen Trainingsbetrieb herzustellen.

Das sieht im Übrigen auch MSC-Sportleiter Josef Kläne so. Und darüber hinaus – ergänzt er – sollen auch die Folgekosten für den Betrieb der E-Maschinen geringer als die für die der konventionellen Motorräder sein.

Der MSC ist in Sachen Lärm- und Abgasempfindlichkeit der Bürger durchaus ein gebranntes Kind – nach dem Auszug aus dem Stadion an der Friesoyther Straße im Jahre 2005 suchte der Vorstand jahrelang nach einem geeigneten Gelände für eine neue Bahn. Ob an der Ziegelhofstraße, im Eco-Park oder an der alten Deponie in Stapelfeld – der Traum von der neuen Rennbahn blieb zunächst unerfüllt, bis der Verein am 2. Oktober 2010 im Gewerbegebiet Emstekerfeld ein international besetztes Speedway-Rennen unter Flutlicht starten konnte.

Apropos Rennen: Bei einem Wettkampf möchte Hegger das Dröhnen der Motoren nicht missen. Hier käme der Einsatz von E-Motoren für ihn nicht in Frage: „Das würden die Zuschauer und Fans auch gar nicht akzeptieren.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/cloppenburg 
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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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