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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Reformvorschläge sorgen für heftige Kritik

03.07.2017

Cloppenburg Die längst verstorbene Trainerlegende Josef „Sepp“ Herberger (1897-1977) hat zu ihren Lebzeiten mehrere prägnante Sätze zum Fußball gesagt, die noch bis heute ihre Gültigkeit besitzen. Einer lautet: „Ein Spiel dauert 90 Minuten.“ Doch wirft man einen Blick auf die Reformvorschläge der Fifa-Regelhüter vom „International Football Association Board“ (Ifab) wird nicht nur der Satz von Herberger in Zukunft seine Gültigkeit verlieren, wenn diese Reformen eines Tages einmal in Kraft treten sollten.

Das Strategiepapier der Fifa-Regelhüter wird auch im Amateurfußball heiß diskutiert. Nicht verwunderlich, denn an der Basis schlägt nun einmal das Herz des Fußballs.

Einer der Reformvorschläge, die Spieldauer von 90 Minuten auf 60 Minuten zu drosseln und bei Unterbrechungen die Zeit anzuhalten, hält Torsten Kliefoth, Teammanager vom Bezirksligisten TuS Emstekerfeld, für keine gute Absicht: „So eine Idee ist doch Quatsch. Das Rad lässt sich doch nicht neu erfinden.“ Auch die vor einiger Zeit vom Niederländer Marco van Basten in den Raum geworfene Idee, das Abseits abzuschaffen, hält Kliefoth, der in seiner aktiven Spielerzeit über 400 Pflichtspiele für die erste Mannschaft des TuS bestritt, schlichtweg für Humbug. „Abseits abschaffen und so weiter, das wäre nix für mich. Man muss aufpassen, dass der Charakter des Spiels nicht zu sehr verändert wird.“

Angesichts der Vielzahl an Reformvorschlägen, fragt sich Kliefoth, ob die Funktionäre „überhaupt einmal Fußball gespielt haben?“ Es sei zwar gut, sich Gedanken über das Spiel zu machen, aber dann sollten die Jungs diese auch genauer abwägen, findet Kliefoth weiter.

Wilfried Osterkamp, ehemaliger Zweitligaprofi des VfB Oldenburg und heute Clubchef beim Kreisklassisten SV Peheim, kann dem Vorschlag mit der Reduzierung der Spielzeit ebenfalls nichts Positives abgewinnen. „Das ist der größte Quatsch aller Zeiten.“ Zu viele Regeländerungen täten dem Fußball einfach nicht gut, meint Osterkamp.

Daniel Schnieders, Co-Trainer beim SV Höltinghausen in der Bezirksliga, schüttelt nur mit dem Kopf wenn er auf die Reformvorschläge der Fifa-Regelhüter angesprochen wird. „Ich weiß gar nicht, wer sich solche Ideen einfallen lässt. Wäre man gehässig könnte man meinen, dass diese Leute in der D-Jugend aufgehört haben, Fußball zu spielen, weil sie zu schlecht waren. Und nun vor lauter Langeweile nicht mehr wissen, was sie an Regeln noch alles so ändern sollen“, sagt Schnieders. Wohin diese neuen Ideen teilweise führen, sehe Schnieders gut am neu eingeführten Videobeweis.

„Der im Vorfeld vielfach gelobte und von vielen Seiten geforderte Videobeweis haut beim Confed-Cup auch nicht so richtig hin“, meint Schnieders. Seiner Meinung nach wird an den falschen Stellschrauben gedreht.

Ein weiterer Reformvorschlag lautet, dass es bei heftiger Kritik der Spieler am Schiedsrichter ein Punktabzug für die Mannschaft der protestierenden Spieler geben soll. „Wenn sich eine komplette Mannschaft unfair verhält, ließe sich darüber nachdenken, aber ansonsten bin ich kein Freund, eine Kollektivstrafe einzuführen. Es ist doch nicht richtig, ein ganzes Team zu bestrafen, nur weil einer aus der Truppe die Nerven verliert“, meint DJK Elstens Spielertrainer Bernd Lübbehüsen.

Die in den Raum geworfene Netto-Spielzeit von zweimal 30 Minuten hält er ebenfalls für Quatsch. „Wer sich einmal ein Derby SV Altenoythe gegen Hansa Friesoythe, oder BV Essen gegen SV Bevern angeschaut hat, der wünscht sich lieber, dass so ein Spiel 120 Minuten anstatt 60 Minuten dauert. Weil solche Partien und die vielen anderen Derbys im Oldenburger Münsterland etwas Besonderes sind“, sagt Lübbehüsen.

Der Fußball werde immer schneller, und nun denken die Fifa-Regelhüter über eine Netto-Spielzeit nach. Dies macht das Spiel wieder langsam und ein Stück weit unattraktiv, findet Lübbehüsen.

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