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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Fußball-Historie: Im Derby brennen die Sicherungen durch

25.05.2020

Sevelten In einer dreiteiligen Serie blickt die NWZ auf Urteile aus der jahrzehntelangen Geschichte des Sportgerichtes des Niedersächsischen-Fußball-Verbandes des Kreises Cloppenburg zurück. Im dritten und zugleich letzten Teil der Serie brannte im Freundschaftsspiel der Sportfreunde Sevelten gegen den SV Cappeln II am 6. Oktober 1963 nicht nur der Rasen, sondern bei einigen Akteuren auch ganze Sicherungen durch.

Referee springt ein

Bei diesem Freundschaftsspiel liefen viele Dinge komplett aus dem Ruder. Das fing schon damit an, dass die Sevelter zu dieser Partie beim Kreisschiedsrichterobmann keinen Referee angefordert hatten. Sie hatten dies einfach so erledigt, und einen Schiedsrichter aus einem Nachbarort gefragt, ob er die Partie pfeifen würde. Dieser sagte zu, und da es sich um ein Freundschaftsspiel handelte, ließ auch er es ruhig angehen.

Er nahm keine Passkontrolle vor und sollte auch nach Spielende die Pässe der vom Feld verwiesenen Spieler nicht einkassieren. „Er unterließ es ebenfalls, einen Spielbericht sich vorlegen zu lassen; machte jedoch einen Bericht über die Feldverweise und die Vorkommnisse nach dem Spiel beim Staffelleiter Hosemann“, heißt es in der späteren Urteilsbegründung.

Doch nun zum Spiel. Die auflaufenden Akteure, zumindest einige von Ihnen versuchten dem Referee auf der Nase herumzutanzen. Ein Sevelter kritisierte ihn sogar.

Feldverweis

Daraufhin wurde er des Feldes verwiesen. Einer seiner Mitspieler beleidigte gleich mehrfach den Referee. Die Konsequenz: er flog ebenfalls achtkantig vom Platz. Nach der Partie eskalierte die Lage komplett. Die des Feldes verwiesenen Spieler knöpften sich einen Cappelner Spieler vor. Sie griffen ihn sogar tätlich an. Auch der Vater eines der vom Feld gestellten Spieler mischte ordentlich mit. „Der SV Sevelten hatte keine Platzordner anwesend, die diese Tätlichkeiten verhindern konnten“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Gericht greift durch

Zudem kam heraus, dass die Sevelter die beiden hinausgestellten Spieler, in nachfolgenden Spielen eingesetzt hatte, obwohl diese laut Satzung durch Feldverweis eigentlich gesperrt gewesen wären.

Das Kreissportgericht griff dementsprechend hart durch, wie die Urteilsbegründung vom 15. Januar 1964 beweist: „Dem SV Sevelten wurde wegen Nichtanforderung eines Schiedsrichters zu Privatspielen, Fehlen der Platzordner und mangelnden Schutz der Gegner, sowie Spielenlassen eines vorgesperrten Spielers, mit einer Geldstrafe belegt. Das Spiel mit Punktgewinn, in welchem die vorgesperrten Spieler S. und Z. mitgewirkt haben, mußte satzungsgemäß umgewertet werden.“

Die vom Feld gestellten Spieler erhielten monatelange Sperren. Darüber hinaus bekam der Verein die Order des Kreissportgerichtes, dem randalierenden Zuschauer, zu untersagen, bis zum 1. Juni 1964 die Platzanlage Sevelten während jeglichem Spielbetriebes zu betreten.

Die Geldstrafe und die Verfahrenskosten mussten die Sevelter komplett aufbringen. Es handelte sich um die Summe von 65,65 Mark.

Gut neun Monate später hatten die Mitglieder des Kreissportgerichtes erneut Vorfälle eines Derbys aus der Gemeinde Cappeln auf dem Verhandlungstisch liegen. Es war beim Punktspiel der III. Kreisklasse zwischen dem SV DJK Elsten II und SF Sevelten I zu unschönen Vorfällen gekommen. Im Bericht steht: „Das Punktspiel der III. Kreisklasse Cloppenburg, DJK Elsten II gegen SV Sevelten I wurde vom leitenden Schiedsrichter laut Spielbericht in der 70. Minute aufgrund grober Unsportlichkeiten beider Mannschaften abgebrochen. In der mündlichen Beweisaufnahme sagte der Schiedsrichter aus, dass er aufgrund der oben erwähnten Unsportlichkeiten nicht mehr in der Lage war, das Spiel geordnet zum Abschluss zu bringen.“

Geständnisse

Die geladenen Zeugen aus Sevelten und Elsten nahmen die Schuld auf sich. Die Spieler beider Mannschaften hatten sich zu groben Unsportlichkeiten, zum Teil hinter dem Rücken des Schiedsrichters, verleiten lassen, heißt es in der Urteilsbegründung.

Das Kreissportgericht bestrafte seinerzeit beide Clubs mit jeweils zwei Minuspunkten. Zudem mussten sowohl Sevelten als auch Elsten 20 Mark Geldstrafe zahlen. „Die anteiligen Kosten des Verfahrens werden gemäß § 44 der NFV-Satzung dem SV Sevelten und der DJK Elsten je zur Hälfte auferlegt“, steht auf Seite eins des damals protokollierten Strafverfahrens.

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