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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Er fährt mit seinem Rad durch sechs Länder

29.11.2018

Strücklingen Das Baltikum hat es ihm angetan. „Die Landschaft ist wirklich traumhaft und es gibt dort wirklich schöne Städte“, sagt Josef Steinemann aus Strücklingen. Um die Natur, das Land und die Leute hautnah zu erleben, reifte in ihm vor ein paar Jahren daher der Gedanke, eine Radtour zu unternehmen – von Strücklingen bis nach Tallin in Estland. 2600 Kilometer in drei Etappen über sechs Länder.

Eine Mitstreiterin hatte der 71-Jährige mit seiner Frau Irmtraud „Irmi“ schnell gefunden. Mit ihr teilte er die Leidenschaft für die Ostsee-Region und für das Radfahren. 2012 starteten sie gemeinsam die erste Etappe. Von Strücklingen ging es über Hamburg bis nach Usedom. 600 Kilometer.

Die zweite Etappe führte 2013 von Usedom aus an der Küste der Ostsee entlang über Danzig in Polen und Kaliningrad in Russland und über die Kurische Nehrung bis ins litauische Klaipeda. 1200 Kilometer. „Das waren wirklich schöne und aufregende Touren“, schwärmt der Strücklinger noch heute.

Der große Traum, die dritte Etappe gemeinsam mit seiner Frau zu erleben, zerplatzte jäh. Im Mai dieses Jahres starb Irmi. Sie wurde 67 Jahre alt. Ein erschütternder Verlust für den Rentner. „Die Radtour rückte da in weite Ferne“, sagt Steine­mann. Doch in Erinnerung an seine geliebte Frau, und auch, um den Kopf frei zu kriegen, ging er jetzt das letze Teilstück der Strecke doch an.

Klapeida – Tallin. 800 Kilometer. Landkarten brauchte er nicht. Ein Navigationsgerät erst recht nicht („Damit kann ich gar nicht umgehen.“) Die Route hatte er längst im Kopf.

Alleine wollte er die Tour aber auch nicht fahren. Also ging er mit seinem Freund Lutz Bergrow aus Usedom, ebenfalls ein begeisterter Radfahrer, auf die zehntägige Reise.

Das einzige, was er neben seinem Fahrrad und Wechselwäsche brauchte, waren „ein Kompass, Franzbranntwein für die Waden und fünf Stangen Roth-Händle“, sagt Steine­mann. Hotelzimmer gebucht habe er im Vorfeld auch nicht. Es ging von Hotel zu Hotel. Am Morgen kurz vor der Abfahrt wurde jeweils die nächste Bleibe organisiert. Und wie klappte es mit der Kommunikation? „Wichtig ist, dass man ,Guten Tag’, ,Bitte’, ,Danke’ und ,Auf Wiedersehen’ in der jeweiligen Landessprache kann. Damit kommt man schon sehr weit“, sagt Steinemann.

Mit der Fähre ging es zunächst zum Ausgangspunkt in Litauen. Von dort wurde schnell und immer in Blickweite zur Ostsee die Grenze zu Lettland erreicht. Ab Liepaja führte die Route ins Landesinnere in Richtung Riga.

„Es gibt zwar gut befestigte Hauptstraßen, aber keine Fahrradwege. Und mit dem Rad auf den Hauptstraßen zu fahren, ist viel zu gefährlich“, erzählt Steinemann. Daher mussten sie auf Nebenstrecken ausweichen, in der Regel unbefestigte Schotterstraßen. Trotz dieser widrigen Umstände habe er während der ganzen Zeit keine einzige Reifenpanne gehabt, so der 71-Jährige.

Besonders gut gefallen habe ihm in Lettland der Kemeri National Park kurz vor Riga. Begeistert sei er aber auch von der estländischen Hauptstadt Tallinn, dem Zielort der Reise, gewesen.

Josef Steinemann blickt sichtlich zufrieden auf die Fahrt zurück: „Die Radtour war ein großes Abenteuer und ein einmaliges Erlebnis.“

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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