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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

FUßBALL: Vom BVC in den Dunstkreis Herbergers

11.07.2006

CLOPPENBURG /MüNSTER Vor 46 Jahren beendete der ehemalige Cloppenburger Fußballer Adolf Scheidt seine Karriere beim SC Preußen Münster. Die NWZ blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück.

von Stephan Tönnies CLOPPENBURG/MÜNSTER - Das vorläufige Aufgebot zur Weltmeisterschaft 1958 in Schweden liest sich wie eine Bestenliste des deutschen Nachkriegsfußballs. Im Kader standen unter anderem Helmut Rahn, Uwe Seeler, Hans Schäfer und Fritz Walter. Ebenfalls mit dabei war ein gebürtiger Cloppenburger: der damalige Torjäger von Preußen Münster, Adolf Scheidt.

Die bemerkenswerte Geschichte vom gefürchteten Angreifer der Amateurliga bis zu seinen Auftritten im Dunstkreis Herbergers begann für Scheidt mit 17 Jahren. Ende der 40er Jahre debütierte er in der ersten Mannschaft des BV Cloppenburg. Scheidt hatte eine besondere Begabung: Er schoss mit beiden Füßen gleich stark. Deshalb stellte ihn der Trainer als Linksaußen auf. Scheidt erlebte als Spieler dann auch die so genannten Kalorienspiele hautnah mit, als prominente Mannschaften über die Dörfer tingelten und den Ball gegen Fleisch und Kartoffeln in den Strafraum flankten. Er erinnert sich: „Wir haben gegen die Offenbacher Kickers und den VfR Mannheim gespielt. Wir hatten eine starke Mannschaft mit Torwart Mrusek, Hollitzner oder Herbert Stolle, der später nach Kanada auswanderte.“

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Allmählich entwickelte sich der Mann mit dem Torriecher zu einem festen Bestandteil der Stammelf des BVC. Weil er an der Universität in Münster Lehramt studierte und nebenbei noch in der Studentennationalmannschaft spielte, zeigte Oberligist Preußen Münster plötzlich Interesse. „Ich habe lange überlegt, ob ich vom BV Cloppenburg weggehen soll, aber dann habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen“, sagt Scheidt.

Die Ablöse für den Goalgetter, der 1954 mit dem BVC die Meisterschaft feierte und mehr als 50 Tore erzielte, betrug 40 DM für jedes Mitgliedsjahr beim BVC. Überdies durften die Cloppenburger die Gesamteinnahmen aus dem Ablösespiel gegen Preußen behalten. Die Münsteraner und ihr Mäzen und Präsident Oevermann verpflichteten Scheidt als Außenstürmer. „Am Anfang spielte ich wieder auf Linksaußen, bis der Trainer irgendwann merkte, dass ich in der Mitte viel gefährlicher war“, sagt Scheidt.

Anpassungsprobleme und die Befürchtung, in der damals stärksten Oberliga nicht zurechtzukommen, plagten ihn nicht. „Der Wechsel von der Amateurliga in die Oberliga hat mir gar nichts ausgemacht. Der verlief reibungslos“, sagt Scheidt. Und der Preußen-Stürmer erzielte Tore wie am Fließband. In der Spielzeit vor der WM 1958 waren es fünfzehn Treffer, eine Saison später sogar 21. Prompt flatterte ein netter Brief vom DFB ins Haus. Der Abiturient erhielt eine Einladung zum B-Länderspiel gegen die Schweiz in Basel und gegen die A-Mannschaft von Spanien in Frankfurt.

Ein Platzverweis im Punktspiel gegen den Wuppertaler SV, als ein WSV-Verteidiger den ehemaligen BVC-Spieler mehrfach ins Visier genommen und Scheidt ein Revanchefoul begangen hatte, brachte ihn um einen Einsatz. „Nach dem Spiel in Wuppertal hätte ich eigentlich nach Frankfurt zur Vorbereitung anreisen sollen, aber das fiel alles ins Wasser“, sagt Scheidt. Wenig später traf er Bundestrainer Herberger bei einem Vorbereitungslehrgang, der lapidar meinte: „Ja, dieser Wuppertaler Bursche ist ein harter Spieler.“

Scheidt erlebte Herberger, „als einen Trainer, der nicht gerade gesprächig war und sich sehr reserviert gab.“ Nach der Sperre erhielt er eine erneute Einladung und absolvierte gegen Luxemburg ein Länderspiel mit der B-Mannschaft. „Da war ich aber nicht so gut“, sagt Scheidt ehrlich.

Seinen Platz im WM-Aufgebot übernahm der Schalker Berni Klodt. „Die Konkurrenz im Sturm war natürlich sehr groß, aber ich bin dennoch stolz, zu Länderspiel-Ehren gekommen zu sein und im vorläufigen Aufgebot für Schweden gestanden zu haben“, sagt Scheidt und ist mit dem zufrieden, was er in seiner fußballerischen Laufbahn erreicht hat. Heute lebt er in Münster. Fußball spielt er zwar nicht mehr, hält sich aber mit Badminton fit.

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