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NWZonline.de Region Cloppenburg Lokalsport

Historie: Werder-Elf wirbelt BVC durcheinander

20.06.2015

Cloppenburg Im Mai 1953 hatten nicht nur die Polizeibeamten im Landkreis Cloppenburg alle Hände voll zu tun. Suchten sie doch mit Hochdruck nach Eierdieben, die in Molbergen einen Verkaufswagen aufgebrochen und anschließend tausend Eier geklaut hatten. Auch die Honorationen der Stadt Cloppenburg und der Sportgemeinschaft standen unter Strom: Fieberten doch alle Freunde des Sports dem 17. Mai entgegen. Es war der Tag der Stadioneinweihung.

Unter anderem standen Leichtathletikwettkämpfe und eine Faustballbegegnung auf dem Programmzettel. Höhepunkt des Tages war aber das Fußballspiel zwischen Lokalmatador BV Cloppenburg und einer Elf von Werder Bremen. Es war aber nicht die erste Garde von der Weser, sondern eine Mischung aus Reservekräften und Leistungsträgern der ersten Mannschaft.

Den Fußballfreunden war es egal. Bereits im Vorfeld gingen die 600 Sitzplatzkarten zu je zwei Mark das Stück weg wie warme Semmeln am Sonntagmorgen. Ein Stehplatz kostete eine Mark. Jugendliche mussten 50 Pfennig an Eintritt berappen, Kinder brauchten ihr Sparschwein dagegen nicht ganz über den Deister jagen, wenn sie ins Stadion wollten. Sie waren mit 20 Pfennig dabei.

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2500 Zuschauer passierten die Kassenhäuschen und sahen eine Bremer Mannschaft, die einige prominente Kräfte in ihren Reihen hatte. Obwohl Nationalspieler Herbert „Budde“ Burdenski (fünf Länderspiele), Hans Pöschl und der legendäre Torhüter Dragomir Ilic nicht dabei waren.

Gerade der Name Burdenski war nicht nur den Fußballkennern im Kreis ein Begriff. Er arbeitete hauptberuflich für ein Tabakunternehmen und bereiste als deren Vertreter Teile von Nordwestdeutschland. Dabei war er auch häufig im Landkreis Cloppenburg unterwegs, um seine Rauchwaren unter die Leute zu bringen. „Er war immer sehr fein angezogen und hatte viel zu erzählen. Das war schon etwas Besonderes, wenn so ein bekannter Fußballer in den Laden kam“, erinnert sich Kaufmann Marcel Beckmann aus Elsten.

Doch auf Burdenskis Künste mussten die Zuschauer verzichten. Neben Hans Hagenackers Unterschrift standen vor allem die Autogramme von Werders „Tormaschine“ Karl-Heinz Preuße bei den Zuschauern in Cloppenburg hoch im Kurs. Erzielte er doch während seiner aktiven Karriere im Werder-Dress in 198 Punktspielen satte 136 Tore. Weitere bekannte Spieler der in weiß gekleideten Bremer Mannschaft waren Max Konopka (ehemals VfB Oldenburg) und Routinier Kurt Wunderlich. Aus der Reservemannschaft waren unter anderem Görner und Credo dabei.

Der BV Cloppenburg konnte nicht in Bestbesetzung auflaufen. Mittelstürmer-Ass Adolf Scheidt war nicht dabei. Die Partie hatte kaum begonnen, da wussten die vielen Zuschauer gleich wohin die Reise geht. Die Bremer rissen sofort das Spiel an sich und ließen den BVC nicht zur Entfaltung kommen. Doch in der Anfangsphase ließ nicht nur Werder die Muskeln spielen, sondern auch der Wettergott. Ein schweres Gewitter zog auf, doch die Wetterlage beruhigte sich auch wieder.

Im Cloppenburger Strafraum hatte sich die Lage dagegen keineswegs beruhigt. Bremens Offensive um Preuße war in prächtiger Spiellaune. Görner erzielte nach zwölf Minuten das 1:0. Hagenacker erhöhte auf 2:0 (20.). Zehn Minuten vor der Pause traf Broschat per Weitschuss zum 3:0. Die Überlegenheit der Bremer setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort. Aber erstmal wollte ihnen kein vierter Treffer gelingen. BVC-Fänger Hans Hochartz hatte etwas dagegen. Er präsentierte sich in Topform.

Im weiteren Spielverlauf musste er dann allerdings noch zweimal den Ball aus dem Netz holen. Hagenacker (62.) und Kurt Wunderlich (71., Strafstoß) sorgten mit ihren Toren für den 5:0-Endstand.

Auf Seiten des BV Cloppenburg hatte sich Hochartz die Bestnote verdient. „Hochartz im Tor hielt einige gefährliche Bälle und verhinderte so eine höhere Niederlage“, schrieb die NWZ  in ihrer Ausgabe vom 18. Mai 1953.

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