Cloppenburg - „In den vergangenen Jahren haben uns am 31. Dezember sowie am Neujahrstag vermehrt ältere, oft einsame Patienten aufgesucht“, erinnert sich Schwester Maria Heck. Sie hat, ähnlich wie ihre Kolleginnen, Sabrina Ross und Nicole Henn, bereits mehrfach über den Jahreswechsel ihren Dienst in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des Cloppenburger St.-Josefs-Hospitals versehen. Alle drei wissen, dass zu dieser Zeit normalerweise nur diejenigen Patienten kommen, die wirklich etwas haben und bei denen es nicht mehr geht.
Feiertags-Fälle
Zumeist müssen sie sich mit internistischen oder chirurgischen Problemen beschäftigen. Das bedeutet etwa Stürze und Knochenbrüche bei Schnee und Eis. Sonst sind es eher „Betriebsunfälle“– unter anderem beim Böllern. Dazu gehören Brandwunden, die sich Patienten beim leichtfertigen Zünden von Feuerwerkskörpern zuziehen. In solchen Fällen spielt Alkohol spielt oft eine Rolle.
Ein Großteil der Hilfesuchenden bringen, besonders am Silvesterabend, nur wenig Geduld mit. Sie wollen schnellstmöglich zurück zu ihren Silvesterpartys. Brandverletzungen, beispielsweise durch inzwischen knochentrockene, in Flammen aufgehende Christbäume, gibt es dagegen seit einigen Jahren kaum noch. Der Grund: In den weitaus meisten Haushalten kommen seit Jahren elektrische Lichterketten zum Einsatz.
Mit Neujahrskindern beschäftigt sich die ZNA nicht. Die werden direkt an die geburtshilfliche Abteilung und den Kreißsaal weitergeleitet.
Das Pflegepersonal der ZNA arbeitet zum Jahreswechsel mit Wochenenddienstbesetzung im Drei-Schicht-System. „Das bedeutet jeweils zwei Schwestern oder Pfleger“, so Bereichsleiterin Henn.
Zwischen den Einsätzen bleibt manchmal etwas Zeit für eine Tasse Kaffee im Bereitschaftsraum. Dort stehen auch kleine Leckereien – wie Krüllkuchen oder Krapfen – bereit.
„Unsere medizinischen Fachabteilungen sind jeweils mit einem Arzt besetzt. Hinzu kommen routinemäßige Hintergrunddienste sowie Rufbereitschaften“, ergänzt Wilfried Schlotmann, Pflegedienstdirektor der Klinik. Allerdings fügt er hinzu: „Wer nicht unbedingt für den Betrieb erforderlich ist, muss auch an Feiertagen nicht arbeiten.“
Die Dienstpläne schreiben die Verantwortlichen lange vor dem Jahreswechsel. Generell gilt das Rotationsprinzip. Manchmal werden Schichten auch freiwillig übernommen, damit etwa Kollegen mit Kindern in der Familie feiern können. „In den allermeisten Fällen lässt sich eine Einigung darüber erzielen, wer wann arbeitet. Zudem gibt es als Anerkennung eine Feiertagszulage“, weiß Henn. In ihrer bisherigen Berufslaufbahn hat Henn etwa zehn Silvester- beziehungsweise Neujahrsdienste im St.-Josefs-Hospital versehen.
„Wie daheim, so werden auch im Cloppenburger Krankenhaus an den Festtagen Traditionen gepflegt“, sagt Schlotmann. So werden der Krankenhaus-Geschäftsführer Lutz Birkemeyer und Schlotmann auch am 31. Dezember wieder nachmittags mit Krapfen als süßem Gruß an die Mitarbeiter unterwegs sein. Sie wünschen und viel Glück und vor allem Gesundheit für 2017.
Station macht die Klinikspitze auf ihrer Runde auch in der ZNA. „Wir wollen einfach unsere Anerkennung für das Geleistete aussprechen“, betont der Pflegedienstdirektor.
Anerkennung
Übrigens: Ein Dankeschön erhält das Team von der Zentralen Notaufnahme manchmal auch von den Patienten. Das sind dann Frauen und Männer, denen zum Jahreswechsel schon mehrfach geholfen wurde. Man kennt sich eben.
