Cloppenburg - Hat die Kirche noch immer einen Platz im Leben der Menschen? Eine Frage, auf die CDU-Bundestagsmitglied Dr. Maria Flachsbarth während ihrer Rede zum politischen Aschermittwoch in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) eine klare Antwort gab: „Ja.“

Zahlreiche Vertreter von Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden waren der Einladung der Akademie gefolgt, um an der nun fast schon traditionellen Veranstaltung teilzunehmen. Die KAS-Spitze hatte aufgerufen, sich mit dem gesellschaftlichen Wandel und dem damit einhergehenden Verschwinden der Kirche aus den alltäglichen Lebenswelten auseinanderzusetzen. Immer weniger Menschen verständen sich als entschiedene Christen und orientierten sich an der kirchlichen Tradition. Zunehmend verschwinde die Kirche nicht nur aus dem privaten Leben, sondern auch aus der Fläche.

Unter dem Titel „Die Kirche im Dorf lassen? “ betonte Flachsbarth, dass der Beitrag der Kirchen zur Werteordnung einer Gesellschaft horrend sei. Zukunftsfähige Gesellschaften bräuchten einen solchen Werte-Kitt, damit sich die Menschen verbunden fühlten.

„Kirche und Religionsgemeinschaften gehören in unsere Gesellschaft, denn der Staat kann nicht befehlen, solidarisch zu sein, sich ehrenamtlich zu engagieren“, so Flachsbarth. Doch genau dieses Engagement sei notwendig, weshalb es einem Staat auch nicht gleichgültig sein könne, ob es Religionsgemeinschaften gebe oder nicht.

Engagement war auch das Stichwort, das Heinrich Siefer in seinem Beitrag zum Thema „Kirche vor Ort – Kirche mit Gesicht“ aufgriff. Angesichts der Veränderungen der Pfarrbezirke rief er dazu auf, das ehrenamtliche Engagement zu stärken. Das, was eine gute Dorfgemeinschaft ausmache, mache auch Kirche vor Ort aus. Es gelte, ein inhaltliches Profil zu entwickeln, mit dem sich die Bewohner identifizieren könnten, und daraus Themen zu setzen und das kirchliche Leben zu gestalten. Ein lebendiges Kirchenleben sei nicht von einem theologischen Examen abhängig.

Es gelte, neue Wege zu bestreiten, das Potenzial der Laien zu nutzen und zu fördern, um die Pastoren zu unterstützen. Eigeninitiative und Kreativität seien gefragt, dann bliebe auch die Kirche im Dorf, selbst wenn sich die Strukturen veränderten. Kirche sei die Gemeinschaft vor Ort – und nicht nur an einer Person auszumachen.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord