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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Cloppenburg

Pläne sind „eine menschliche Tragödie“

02.05.2013

Cloppenburg Der geplante Umzug der Bewohner des Wohnheims für psychisch Kranke an der Soestenstraße ist für die Mitglieder des Freundes- und Förderkreis der psychisch Kranken im Landkreis Cloppenburg „eine menschliche Tragödie“. Wie berichtet, ist ein Umzug des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Cloppenburg für fünf Jahre geplant, um das nun weitgehend leer stehende Krankenhaus in der Gemeinde Emstek zu nutzen. Eine Umsiedlung, die „die gemeindenahe psychiatrische Versorgung verschlechtert anstatt verbessert“, kritisieren Dr. Martina Weiler-Berges, Rechtsanwältin Dorothea Abeln, Diplom-Theologe Ulrich Strickling und Diplom-Psychologe Rainer Kögel.

Soziales Umfeld wichtig

Gemeindenahe psychiatrische Versorgung bedeute im Idealfall eine psychiatrische Begleitung im vertrauten Lebensraum des psychisch Erkrankten. Um sie wieder in das Alltagsleben einzugliedern, sei es notwendig Familie, Beruf und soziales Umfeld einzubeziehen. Besondere Bedeutung haben dabei vor allem die stützenden Hilfsangebote der Stadt oder Gemeinde vor Ort, wie es in Cloppenburg der Fall sei.

„Da im Kontakt mit psychisch Kranken auch heute noch oft eine große Verunsicherung, bisweilen auch Angst oder Bedrohungsgefühle im Vordergrund stehen, müssen Gemeinden gut auf die gemeindenahe Versorgung vorbereitet werden“, ist die Gruppe überzeugt. Gemeindepsychiatrie könne nur in einer Atmosphäre des Angenommenseins gelingen. „Der Umzug nach Emstek bedeutet eine Ausgliederung aus der Gemeinde Cloppenburg und eine Ausgrenzung aus dem gewohnten gesellschaftlichen Leben.“

Dass die Patienten zudem in einer Klink untergebracht würden, verschlechtere die Situation. Die mangelnde Verkehrsanbindung führe darüber hinaus zu einem erheblichen Verlust an Selbstständigkeit. „So wird psychisches Leid verstärkt!“ Dies stehe im krassen Widerspruch zur Grundhaltung der Gemeindpsychiatrie, die dezentralisierte kleine Wohnformen in einer Stadt einfordere.

Zurück zur Verwahrung?

„Unseres Erachtens hat das GPZ damit seinen Namen einer gemeindenahen Psychiatrie nicht mehr verdient.“ Die Folge sei eine Verwahrung psychisch Kranker, wie sie eigentlich der Psychiatriegeschichte angehören sollte.

„Es wird zu klären sein, ob die jetzt getroffene Entscheidung tatsächlich die Integration der psychisch Kranken zum Ziel hat, oder ob schwerpunktmäßig andere Ziele verfolgt werden, wie zum Beispiel die Geschäftsinteressen der eigenen Einrichtung“, so die Mitglieder des Freundeskreises. „Wir befürchten, dass unter dieser vorrangigen Ökonomisierung des gemeindenahen Versorgungsgedankens Freiheit, Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Förderung und Vernetzung von Selbsthilfeangeboten und sozialen Netzwerken in ihrer Bedeutung zurückgedrängt werden.“ In der Folge bliebe die Integration von psychisch Kranken als wesentlichstes Ziel auf der Strecke.


Ein Spezial zu diesem Thema:   www.nwzonline.de/klinik-krise 
Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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