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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Als Friesoythe in Schutt und Asche lag

14.03.2015

Friesoythe /Barßel /Bösel /Saterland Lange Zeit wurde der nördliche Landkreis Cloppenburg vom verheerenden Zweiten Weltkrieg verschont. Doch kurz vor Kriegsende – vor genau 70 Jahren – wurde die Region mit voller Wucht getroffen. In allen Teilen der heutigen Stadt Friesoythe sowie der Gemeinden Barßel, Bösel und Saterland wurden vor allem Mitte April 1945 Tote und schwere Schäden beklagt. Neben vielen Soldaten kamen auch zahlreiche Zivilisten ums Leben. Während Bösel nur partiell in Mitleidenschaft gezogen wurde, glichen Weite Teile Saterlands, Barßels und Friesoythes einem Trümmerfeld.

So blieb allein in der Stadt Friesoythe am 14. April 1945 kein Stein auf dem anderen. Dabei wurde der Ort bei einer „irrtümlichen Vergeltungsmaßnahme“ völlig zerstört. Die Kanadier waren fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der kanadische Oberstleutnant Fred Wigle von deutschen Heckenschützen heimtückisch ermordet wurde. Tatsächlich fiel der Offizier im Gefecht. Aus Rache brannten die Kanadier Frie-soythe nieder. Fast 90 Prozent der Stadt wurden in Schutt und Trümmer gelegt. Unter der Bevölkerung der Stadt soll es elf zivile Tote gegeben haben, vier weitere Menschen sollen in Altenoythe gestorben sein. Die Zahl der bei den Kämpfen um Friesoythe getöteten deutschen und kanadischen Soldaten ist unbekannt. Es dürfte sich um mehrere hundert Opfer gehandelt haben.

Geschichten, Dokumente, Bilder gesucht

Der Zweite Weltkrieg ist verbunden mit unzähligen Schicksalen. Vor allem die letzten Kriegstage hinterließen hier im Nordkreis tiefe Wunden. Das ist jetzt genau 70 Jahre her. Die Nordwest-Zeitung ist aus diesem Anlass auf der Suche nach Geschichten, Dokumenten und vor allem alten Fotos, die das Geschehen im Frühjahr 1945 in Friesoythe, Barßel, Bösel und im Saterland widerspiegeln. Mit diesem Material möchte die NWZ die Geschichte im Rahmen einer Serie aufarbeiten.

Wer etwas zu dieser Serie beitragen möchte, kann sich gerne an die NWZ-Redaktion in Friesoythe, Am Alten Hafen 12, Telefon  04491/99882900, red.friesoythe@nordwest-zeitung.de, wenden.

Die kanadischen Truppen rückten zuvor aus dem Emsland an. Sie bezogen Stellung in Neulorup, Gehlenberg und Neuscharrel. Drei Tage lang, am 11., 12. und 13. April, Tag und Nacht, schoss die kanadische Artillerie von dort auf die Stadt, die am 14. April eingenommen wurde.

Friesoythe war aber nur eine Etappe auf dem Vormarsch der Alleierten. So rückten die kanadischen Truppen von Friesoythe aus schnell nach Edewechterdamm vor. Dort gab es schwere Gefechte um die Brücke über den Küstenkanal.

Es gibt unzählige Geschichten rund um die letzte Tage des Zweiten Weltkrieges. Die NWZ  wird in den nächsten Wochen regelmäßig Geschichten aus dem Nordkreis veröffentlichen, die von dieser Zeit handeln.

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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