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NWZonline.de Region

Elfmal Vorbestrafte bekommt Bewährung

19.02.2016

Cloppenburg Das war knapp: Obwohl sie direkt nach einer Haftverbüßung erneut gestohlen hat, ist eine 36 Jahre alte Frau aus Cloppenburg wegen der neuen Tat lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Oldenburger Landgericht verhängte gegen die Angeklagte am Donnerstag in zweiter Instanz eine Haftstrafe von vier Monaten und zwei Wochen, setzte deren Vollstreckung aber zur Bewährung aus.

Das Cloppenburger Amtsgericht dagegen hatte sich für die Angeklagte in einem ersten Prozess um die Sache durchaus einen weiteren Gefängnisaufenthalt vorstellen können. Das Oldenburger Landgericht attestierte ihr jedoch eine günstige Sozialprognose als Vorbedingung für eine Bewährungsstrafe.

Die 36-Jährige ist elfmal vorbestraft. Immer wieder hatte sie in Verbrauchermärkten Waren gestohlen, meist von geringem Wert. Das brachte ihr im Herbst 2014 den ersten Gefängnisaufenthalt ein. Doch bevor sie einrückte, hatte sie sich für die bevorstehende Haftzeit noch mit Zigaretten eingedeckt – gestohlen in einem Cloppenburger Geschäft.

Nach Verbüßung der Haft wurde dann die Tat verhandelt, die sie unmittelbar vor Haftantritt begangen hatte. Für das Cloppenburger Amtsgericht war klar: Unmittelbar vor Haftantritt erneut zu stehlen, das geht gar nicht. Und damit nicht genug: Zum Zeitpunkt der Verhandlung wurde auch bekannt, dass die Frau direkt nach der Haftverbüßung erneut gestohlen hatte. Das machte die Sache am Donnerstag auch nicht einfacher. Das Landgericht zog dann die Strafen für beide Taten (vor und nach der Haft) zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Monaten und zwei Wochen zusammen.

Die entscheidende Frage war, ob die Vollstreckung der Strafe tatsächlich zur Bewährung ausgesetzt werden kann. „Sie kann“, so die Richter am Donnerstag. Trotz aller negativen Begleitumstände: Die Angeklagte hat Arbeit gefunden, unterzieht sich einer Therapie, regelt ihre Schulden und lebt in geordneten Verhältnissen. Das sprach für sie.