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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Neun vergiftete Greifvögel entdeckt

19.04.2018

Cappeln Bach einem Hinweis eines Bürgers hat die Polizei in Cappeln in einem kleinen Waldstück an der Straße Zum Darrenkamp neun Greifvögel aufgefunden, die offenbar durch das Auslegen von Giftködern in Form von präparierten Vögeln und Eiern getötet wurden. Die toten Vögel und das Ködermaterial wurden eingesammelt und einem Untersuchungsinstitut übergeben.

Ein Tatzeitraum könne nicht genannt werden. Das Untersuchungsergebnis der Vögel liege noch nicht vor, so die Polizei. Ermittlungen bezüglich eines Tatverdächtigen liefen ebenfalls. Der Bürger hatte sich am Samstag, 14. April, um 16.30 Uhr auf der Dienststelle in Cappeln gemeldet, so die Polizei am Mittwoch.

Der Naturschutzbund (NABU), der den Vorfall ebenfalls am Mittwoch bekanntgab, spricht unterdessen von einem „noch nicht dagewesenen Fall von Umweltkriminalität“ und fordert die Landesjägerschaft zur Mithilfe bei der Aufklärung auf. Darüber hinaus sollten bis dahin die Jagdscheine von allen im Revier tätigen Jägern vorläufig eingezogen werden.

Der aufmerksame Bürger war Ludger Frye: „Mich erreichten Fotos und die Info, in einem Waldstück lägen nahe von neun Hochsitzen auffällig türkisbläulich eingefärbte Ringeltauben als Köder aus. Zudem seien dort Eier ausgelegt, aber auch ein Bussard läge dort tot. Da schrillten bei mir sofort die Alarmglocken“, berichtet Frye, NABU-Kreisvorsitzender im Landkreis Vechta. Seine sofortige Rückfrage beim Entdecker ergab, dass „offensichtlich zu Jagdzwecken völlig ungeschützt und frei eingefärbte Ködertiere und Gifteier in einem Waldkomplex ausliegen“.

Frye hatte bereits mehrfach mit illegaler Greifvogelverfolgung in den Kreisen Vechta und Diepholz zu tun. Diese „Nachstellungsmethode ist seit Jahrzehnten streng verboten und strafrechtlich zu ahnden. Diese Einfärbung der Ködertiere ist typisch für die Verwendung von europaweit verbotenen, extrem starken Kontaktgiften wie Carbofuran oder Mevinphos“, so Frye. Diese sind auch für Menschen bei Kontakt lebensbedrohend.

Frye verständigte die Kriminalpolizei, um den Verdacht einer schweren Umweltstraftat und eine anhaltende Gefahrensituation zu melden. Gemeinsam wurde der Tenstedter Bruchwald zwischen Schwichteler und Vestrup durchsucht.

Dabei wurden in verschiedenen Bereichen des über fünf Hektar großen Areals Dutzende mit Gift bestrichene Ringeltauben sowie Hühnereier mit Injektionslöchern auffällig und exponiert auf Baumstümpfen gefunden. Aber auch Haustauben-, Fasanen-, Enten- und Hasen-Kadaver lagen ebenso blau eingefärbt aus. Die toten Greifvögel lagen teils unmittelbar neben den Ködern. Insgesamt fanden Kripo und NABU sieben tote Mäusebussarde und zwei Habichte sowie einzelne Rabenvögel.

Ludger Frye ist sich sicher: Keiner der örtlichen Jäger könne das Ausmaß der toten Vögel übersehen haben. Unterschiedlich alte Köder und Opfer deuten auch auf einen langen Zeitraum des Auslegens hin. „Nichts, was hier einmalig geschieht“, sagt Frye.

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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