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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Kriegswahn auch in Südoldenburg

30.11.2017

Cloppenburg „Der lokale Horizont der Entrechtung und Vernichtung in den Jahren 1942/1943“: Mit diesem Thema befasst sich eine Ausstellung, die am heutigen Donnerstag, um 19 Uhr in der Münchhausenscheune des Museumsdorfs Cloppenburg, Bether Straße 6, eröffnet wird. Die Exponate sind bis zum 28. Januar 2018 zu sehen.

Zum Auftakt spricht der stellvertretende Museumsdorfleiter Dr. Karl-Heinz Ziessow, der das Projekt vorbereitet und realisiert hat. Hinzu kommt das Referat „Entrechtung – Vertreibung – Vernichtung: ein Blick auf Ostfriesland und Weser-Ems“ von Professor Dr. Bernhard Parisius (Oldenburg).

Mit Beginn des Jahres 1942 hat die nationalsozialistische Herrschaft in Europa ihre größte territoriale Ausdehnung erreicht. Das von ihr ausgehende System von Gewalt, Entrechtung, Raub und Vernichtung hinterließ vor Ort seine Spuren. Die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger erlebte in den Vernichtungslagern Mittel- und Osteuropas ihren schrecklichen Höhepunkt. Gleichzeitig wird der Besitz vertriebener und ermordeter Juden aus Deutschland und den besetzten Ländern zugunsten der NSDAP und ihrer Organisationen gewinnbringend verwertet.

Sinti und Roma, die der Volksmund als „Zigeuner“ diskreditiert, wurden reichsweit bereits Jahre vorher rassenideologisch vermessen und schließlich in Konzentrationslagern durch Arbeit und Gewalt in den Tod getrieben. Kriegsgefangene waren unter unmenschlichen Bedingungen massenhaft dem Hunger- und Seuchentod ausgesetzt oder wurden gezielt ermordet. Zwangsarbeiter aus allen von Deutschland besetzten Ländern bildeten in der Industrie, aber insbesondere auch in Agrarregionen ein wichtiges Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Seit 1942 waren es überwiegend Arbeitskräfte aus den eroberten Teilen der Sowjetunion, die bald die Mehrheit der Zwangsarbeiter in Deutschland stellten.

Begriffe wie „Ostarbeiter“, „Judenmöbel“ und „Zigeunerplage“ kennzeichneten sprachlich den Niederschlag alltäglicher Gewaltausübung in der Wahrnehmung der Zeit. In Helmighausen bei Löningen wurden mehr als 100 sowjetische Kriegsgefangene begraben, die dort in den ersten Monaten nach dem Überfall auf die Sowjetunion verhungert oder an Seuchen zugrunde gegangen sind, in großer Zahl aber auch erschossen wurden.

In der Cloppenburger Münsterlandhalle stapelte sich Hausrat aus geplünderten jüdischen Wohnungen. Mehrere tausend „Zivilarbeiter“ und Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten leisteten Zwangsarbeit in Land- und Forstwirtschaft, in Betrieben und Haushalten. Widerstand gegen das Geschehen blieb meistens punktuell und unscheinbar sowie auf den Mut und die Hilfeleistung Einzelner gestützt.

Christoph Floren Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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