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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Hat Planungschef „Clown gefrühstückt“?

18.08.2018

Cloppenburg Einen heftigen Schlagabtausch haben sich am Donnerstagabend die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses hinsichtlich der Gestaltung des neuen Wohnquartiers „Pieper-Gelände“ geliefert. Wie berichtet, kritisieren Teile der Cloppenburger Bevölkerung die unterschiedlichen – für eine Kleinstadt teilweise extremen – Höhen, die kaum vorhandenen Grünanlagen sowie die bislang für die Stadt wohl einmalige Verdichtung auf dem Gelände der Ex-Fleischwaren-Fabrik. Diese Kritik war bei den politischen Sommergesprächen des Bildungswerks (die NWZ berichtete) öffentlich geworden. Ein Großteil der Politik hatte die Kritik begrüßt, so sprach SPD-Fraktionschef Jan Oskar Höffmann gar von einem Versagen der Politik und Verwaltung.

Letztere hatte in ihrer Sitzungsvorlage u.a. mit einer Mischung aus Dünnhäutigkeit und Ironie reagiert: „Wie in jedem Jahr werden vorzugsweise in der ,Saure-Gurken-Zeit’ der Sommerferien kommunalpolitische Themen dankbar aufgegriffen, um Kritik insbesondere an Verwaltung und Politik über Medien zu äußern...Nach dem ,Sommerloch’ wird die Welt schon wieder freundlicher aussehen und nicht mehr von ungewohnter überaus stressiger Sommerwärme geprägt sein“, heißt es dort wörtlich.

„Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob Planungsamtsleiter Hermann Asbree einen Clown gefrühstückt hat“, kommentierte SPD-Ausschussmitglied Heinz-Georg Berg bissig die Zeilen der Verwaltung. Asbree gab derweil zu, dass er mit den Formulierungen ein wenig habe provozieren wollen. Aber er übte auch Selbstkritik. Einige Bebauungen seien sehr eng geworden, zudem seien Gebäude häufig so gestaltet, dass das Gesamtbild „nicht so richtig“ passe. Eine Baugestaltung fehle auch, bei so eng stehenden Gebäuden hätte man das gefälliger machen müssen.

Die Stadt hätte im Nachhinein betrachtet – so heißt es sinngemäß in der Vorlage – viel mehr Vorgaben hinsichtlich des maximal zu versiegelnden Bodens und der Geschosszahl machen müssen. Aber vor rund fünf Jahren sei die extreme Nachfrage nach den Piepergrundstücken so noch nicht absehbar gewesen. Auch deshalb habe es kein zusammenhängendes Investorenkonzept gegeben. Es sei seinerzeit fraglich gewesen, ob potenzielle Investoren strengere Vorhaben akzeptiert hätten – die Gefahr, mitten in der Stadt auf einer Industriebrache sitzenzubleiben, sei nicht klein gewesen. Gleichwohl sei „die erhobene Kritik an dem Pieper-Gelände teilweise durchaus berechtigt, weil in der Umsetzung beteiligte Projektierer/Vermarkter sich nicht gänzlich an das Konzept der Masterplanung gehalten haben“.

Dass Gelände zu erwerben und im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs selbst zu entwickeln, habe die Stadt schon einmal viel Geld gekostet. Beim früheren Gelände der Kalkhoff-Fahrradwerke am Kessener Weg habe es die Stadt vor Jahren mit kaum abschätzbaren Kostenentwicklungen, Sanierungsaufwänden sowie jeder Menge rechtlicher Hürden zu tun gehabt.

Scharf wies UWG-Ausschussmitglied Doris Hellmann die Kritik an der Gestaltung des Geländes zurück. Man habe mit vielen Bewohnern des Wohnquartiers gesprochen, die sich dort sehr wohlfühlten – und eben nicht mit nörgelnden Einfamilienhaus-Besitzern aus anderen Stadtteilen.

Zustimmung erhielt Hellmann von Roland Kühn (CDU). Auf Zentrumsflächen bekomme man eben hohe Gebäude. „Und über Schönheit will ich nicht diskutieren.“

Frei nach dem Motto „Retten, was noch zu retten ist“ wollen sich Politik und Verwaltung jetzt vor allem über mehr Begrünung Gedanken machen. Einen kürzlich um das Regenrückhaltebecken gezogenen hochwertigen Wedra-Zaun bezeichnete Asbree indirekt als Provisorium. Dieser diene lediglich zur Absicherung während der Bauphase, er „soll hinterher weg“. Das Pieperquartier „wird ein offenes Gelände, das haben wir deutlich vernommen“.

Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801
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