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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Wenn ein Handicap normal ist

15.02.2020

Cloppenburg Es brummte ganz gewaltig am Donnerstagabend im Cloppenburger Mehrgenerationenhaus. Und genau das war gewollt. Zum „Talk im Denkmal“ war eingeladen worden, etwa 40 Teilnehmer diskutierten miteinander über das Thema „Handicap – ausgegrenzt oder wertgeschätzt?“. An den Stehtischen wurden Fragen gestellt, Tipps gegeben, über das Leben mit einer Behinderung gesprochen. Die Diskussionspartner wechselten fließend.

Da ging es um ganz Alltägliches im Leben der Betroffenen: Bäume und deren Wurzeln machen Gehwege in Cloppenburg unpassierbar oder den Wunsch, dass die Berechtigung parkender Autos auf den Behindertenplätzen der Stadt häufiger kontrolliert wird. Weil vor allem samstags die Behindertenparkplätze häufig als „normale“ Parkplätze missbraucht werden.

Es wurden neue Impulse gegeben: So stellte der ehemalige Cloppenburger Gastronom Markus Acquistapace seine neue Arbeitsstelle vor. Er leitet die neue Jugendherberge in Oldenburg, einen Inklusionsbetrieb, in dem mindestens die Hälfte der Mitarbeiter ein Handicap hat. Er berichtete von vielen bürokratischen Hürden, die Unterstützung – auch finanzieller Art – sei aber da. Und genau diese Infos wollte Acquistapace streuen.

Deutlich wurde in anderen Gesprächen, dass Betriebe die restlichen Mitarbeiter mitnehmen müssten, wenn sie Mitarbeiter mit einem Handicap einstellen wollten. Es gehe dann um Rücksicht und darum, den anderen zu unterstützen, wenn bestimmte Aufgaben für ihn schwierig seien.

Noch eine visionäre Idee: Wie wäre es, die Gastronomie im Soestebad als Inklusionsbetrieb zu führen? Oder wie umsetzbar sind Sozialpraktika an Schulen, um den Kindern und Jugendlichen in ihrer Schulzeit die Vielfalt des Lebens zu zeigen – Stichwort Behinderung, Psychische Erkrankungen, Leben in Heimen oder Wohngruppen.

Der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Eilers (Cappeln) nahm die Idee mit, das Ehrenamt – das Inklusion in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis möglich mache – stärker zu honorieren. „Fördergelder und Unterstützung gibt es genug. Ich nehme mit, dass wir da aufräumen sollten. Wir müssen die Inklusion einfacher gestalten, pragmatischer handeln“, so Eilers.

Franz-Josef Wilken, ehemaliger SPD-Ratsherr und Mitarbeiter bei der Caritas in Altenoythe, sprach sich dafür aus, Kinder mit und ohne Handicap sofort zusammenzubringen. „Kinder gehen mit einer Behinderung ganz anders um, sie können voneinander lernen. Wir sollten mehr in Richtung Inklusion denken“, so Wilken. Dann würde eine Behinderung nicht mehr als etwas „Besonderes“ wahrgenommen. So lebt es auch das St. Vincenzhaus in Cloppenburg, berichtete Geschäftsführer Josef Wolking. Einzelne Kooperationsklassen sind an Grundschulen der Stadt angegliedert.

Dr. Michael Hoffschroer, Chef der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, plädierte dafür, den Blick auch auf sich selbst zu richten. „Wir dürfen auch schon mit kleinen Schritten zufrieden sein, wenn wir Begegnungen ermöglichen und sich das Thema Inklusion entwickeln lassen“, so Hoffschroer. „Redet mit uns, wir beißen nicht“, war dann auch die Aufforderung einer Betroffenen.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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