• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Sprecherin von Grüne/UWG kritisiert Schlachthöfe

05.01.2019

Cloppenburg /Emstek /Essen Nach den jüngsten Tuberkulose-Erkrankungen unter – in der fleischverarbeitenden Industrie tätigen – Werkvertragsarbeitern will sich die Kreistagsfraktion von Grüne/UWG nicht mit den Antworten zufriedengeben, die sie jüngst auf eine entsprechende Anfrage hin von der Kreisverwaltung bekommen hat. „In der Kreistagssitzung am 18. Dezember meinte der zuständige Dezernent Ludger Frische, unterstellte schlechte Arbeitsbedingungen ausschließen zu können“, schreibt Grüne/UWG-Sprecherin Dr. Irmtraud Kannen in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung.

Wie berichtet, gab es Ende Dezember 2018 im Landkreis Cloppenburg mehr als 60 Verdachtsfälle von akuten TBC-Erkrankungen. „Im Landkreis Vechta sollen mehr als zehn Fälle sowie im Raum Quakenbrück und Badbergen circa 20 Personen mit entsprechenden Krankheitssymptomen bekannt sein“, erklärte seinerzeit der SPD-Fraktionschef Detlef Kolde. Zudem ist der Tod eines 41-jährigen rumänischen Schlachtarbeiters zu beklagen, der auf dem Vion-Schlachthof tätig war. Die Sozialdemokraten forderten deshalb eine lückenlose Kontrolle der Wohnunterkünfte für Werkvertragsarbeiter.

Lesen Sie auch:
> Grüne fordern Aufklärung der Tuberkulose-Fälle
> Skandal um TBC-Fälle in Schlachthöfen weitet sich aus
> Schlachthof-Mitarbeiter an Tuberkulose gestorben

Das reicht der Gruppe Grüne/UWG offenbar nicht. „In der Diskussion um die Ursachen für die Tuberkulose-Erkrankungen auf Schlachthöfen wurden vom Landkreis schlechte Arbeitsbedingungen nicht gesehen“, so Kannen. Der „menschenunwürdigen Ausbeutung“ von Werkvertragsarbeitern auf den Schlachthöfen „sind dagegen aus unserer Sicht schlechte Arbeitsbedingungen immanent“, so Kannen. Dazu zählten die Arbeitsbelastung und der Stress, dem die Werkvertragsarbeiter ausgesetzt würden. Kannen: „Ausdrücklich ist den Schlachthöfen in der Region ein Vorwurf zu machen, die auf Werkvertragsarbeit setzen und so ihren Profit auf Kosten von Menschen maximieren wollen.“

Sowohl bei Vion (Westeremstek) als auch bei Danish Crown (Essen) herrsche ein „hygienisch einwandfreies Umfeld“, zitiert Kannen den Ersten Kreisrat Frische. Dieser Einschätzung – so die Grüne/UWG-Sprecherin weiter – widerspreche die Antwort des Landkreises auf die Anfrage der Gruppe Grüne/UWG zum Thema „Tierschutz auf Schlachthöfen“. In der Antwort nennt der Landkreis die festgestellten Mängel, denen insgesamt 359 Belehrungen zugrundeliegen. Neben 18 einzeln aufgelisteten Mängeln heißt es „und immer wieder: allgemeine Hygienemängel“.

Bei den neun Ordnungsverfügungen bestanden die Mängel u.a. bei „defekten Handwasch-, Reinigungs- und Desinfektionseinrichtungen, Stiefelwäschern, Messerkorbwäschern usw.“. Und es gab „Verstöße gegen die Aufbewahrung bzw. Lagerung/Sammlung von tierischen Nebenprodukten“.

Auch wurden Mängel bei der betrieblichen Eigenkontrolle festgestellt. „In einem Fall wurde ein Zwangsgeld festgesetzt, in einem weiteren sind drei Zwangsgeldfestsetzungen erforderlich geworden. Ein Vorgang wurde aufgrund des Vorliegens einer Straftat an die Staatsanwaltschaft abgegeben.“ Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 2013 bis 2018.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04471 9988 2801
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.