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Aktualisiert vor 22 Minuten.

Unfall In Oldenburg
Fünf Verletzte nach Zusammenstoß in Kreuzung

NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Ort der Zuwendung und Begegnung“

22.03.2019

Cloppenburg Das stationäre Hospiz „Wanderlicht“, das ein Ort der Zuwendung, Begleitung und Entlastung sein soll, ist am Mittwoch eingeweiht worden. Zum Festakt waren 150 geladene Gäste ins Kreishaus gekommen. Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Gruppe „Stimmbar“.

„Es ist nicht nur ein Vakuum gefüllt worden, sondern ein Leuchtturm entstanden“, sagte Dr. Aloys Klaus. Der Vorstandsvorsitzende des Bauherren Kleebaum-Stiftung bedankte sich für das große gemeinschaftliche Engagement. Es sei bereits jetzt ein Geist von Herzlichkeit und Fürsorge eingezogen, wenn man die Gestaltung der Räume, die Farben, das Licht und das Umfeld betrachte. Das sei insbesondere der Innenarchitektin Andrea Niedenhof (Vrees) zu verdanken, die sich mit Herzblut und über ihren Beruf hinaus engagiert habe. Das Hospiz sei ein Ort, an dem noch einmal gelebt werde.

Zwei Gesprächsrunden

In zwei Gesprächsrunden, die von Kreismitarbeiterin Dr. Lydia Kocar moderiert wurden, stellten Förderer, Unterstützer, Vertreter der Politik und künftige Mitarbeiterinnen die Motivation für ihr Engagement dar.

Die Politik müsse sich um die Bürger kümmern, und zwar in jeder Lebenslage, machten Landrat Johann Wimberg und Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (beide CDU) deutlich. Somit hätten sich Kreis und Stadt gemeinsam auf den Weg gemacht, das Projekt nicht nur finanziell zu unterstützen. Der Landrat sei bereits als Schirmherr der Malteser Hospizgruppe Friesoythe mit dem Thema vertraut.

„Ein Signal setzen“

Andreas Frye von der Kreisarbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken wies darauf hin, dass bislang im Kreis Cloppenburg ein Hospiz gefehlt habe. „Wir wollen ein Signal setzen“, sagte er stellvertretend für die Sponsoren. Dechant Bernd Strickmann betonte neben dem bürgerlichen Engagement auch den christlichen Aspekt. Er verwies auf das Erste Buch Genesis, Gott habe den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen und zwar in jeder Lebenslage. „So müssen wir den Menschen nehmen, wie er ist, als das Ebenbild Gottes.“

Auf die zukünftige Entwicklung angesprochen, betonten alle Redner, dass diese immer ein offenes Ohr haben werden. „Es bricht ja nicht etwas ab, sondern es beginnt etwas“, sagte Wimberg.

Die Architektin Andrea Geister-Herbolzheimer (Oldenburg), die auch stellvertretend für die Innenarchitektin Andrea Niedenhof antwortete, sprach von einer besonderen Herausforderung. Es sollte kein Hospiz von der Stange entstehen, sondern ein Unikat. Es seien warme Materialien verwendet worden, die Leben in einem geschützten Raum ermöglichten.

„Herzensangelegenheit“

Wanderlicht-Geschäftsführerin Heike Büssing sprach von einer Herzensangelegenheit. Achtsam sein, das sei der rote Faden in der Betreuung der Gäste und im Umgang miteinander. Sie wünsche sich ein Haus der Begegnung, in dem – bei dem immer noch tabuisierten Thema – Hemmungen abgebaut würden. „Abschiednehmen gehört wie die Geburt zum Leben.“

Respektvoller Umgang und schöne Momente schenken seien ihr in der zukünftigen Arbeit wichtig. Stellvertretend für die Mitarbeiterinnen sprach Sophie Bahl von einer erfüllenden Aufgabe, auf die sie sich freue. „Ich möchte die Zeit, die noch bleibt, schön gestalten.“

Norbert Moormann, Vorsitzender des Hospizdienstes im Kreis Cloppenburg, sprach von einem zarten Pflänzchen, das vor 22 Jahren gesetzt wurde. Heute sei ein Höhepunkt erreicht worden, „für den wir sehr dankbar sind“.

Prof. Dr. Giovanni Maio, Medizinethiker an der Universität Freiburg, stellte die sorgende Gesellschaft in den Mittelpunkt seines Festvortrages. Die Sorge um den anderen bedeute, dass man ihm auf Augenhöhe begegne und ihn als gleichberechtigte Person anerkenne. „Wer sich sorgt, gibt nicht nur, sondern empfängt auch“, so Maio.

Die Sorge verwirkliche sich über die Beziehung, die zum gebrechlichen Menschen aufgebaut werde. Richtiges Handeln und richtige Beziehung schafften Vertrauen, was zu dem Fazit führe: „Du hast Bedeutung“. Das Gespräch dürfe nicht nur als Austausch von Informationen verstanden werden, so der Professor weiter. Es könne Mut machen und Hoffnung geben. Wichtig sei auch der ganzheitliche Aspekt. Alle Sinne müssten bei der Begleitung einbezogen werden. So sage zum Beispiel die Stimme etwas über die Stimmung des Patienten aus.

Behutsamkeit wichtig

Sorge verwirkliche sich auch in der Behutsamkeit: Es müsse angemessen reagiert werden, und es komme auf den situativen Aspekt an. „Da ist manchmal das Fingerspitzengefühl gefragt“, sagte Professor Maio, „etwas sein zu lassen, kann auch Hilfe sein“.

Sorge verwirkliche sich dort, wo der Andere in der Schwäche stark gemacht werde. Man dürfe die Patienten nicht auf die Krankheit reduzieren. „Wo wir zuhören, können wir Sorge verwirklichen. Indem ich zuhöre, trete ich zurück und mache den anderen groß.“ Mit Geduld könne man Sorge verwirklichen. Der Mensch sei in seiner Hinfälligkeit nicht allein, er müsse im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Das bedeute eine Humanisierung der Gesellschaft. „Hier ist ein Hoffnungsfunken entzündet worden, wozu ich Sie beglückwünsche“, schloss der Experte seine einfühlsame Rede.

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