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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Machen Fass ohne Boden auf“

27.11.2018

Cloppenburg Wenn es um Investitionen in die Gebäude und Digitalisierung ihres Bildungszentrums geht, kann die Kreishandwerkerschaft Cloppenburg künftig erstmals mit Zuschüssen des Landkreises rechnen. Der Planungs- und Umweltausschuss des Kreistags hat jetzt mit großer Mehrheit einer Förderung grundsätzlich zugestimmt.

Der Beschlussvorschlag an den Kreistag sieht vor, dass im Falle eines Defizits bei einer Millionen-Investition höchstens 20 Prozent der von Bund und Land als förderfähig anerkannten Kosten vom Kreis übernommen werden. Außerdem müssen die jeweiligen Kreishaushalte die Förderungen hergeben. Zudem hat die Kreishandwerkerschaft „angemessene Eigenmittel“ vorrangig einzubringen.

Kritik kam aus den Reihen von SPD und Grünen. Andere Landkreise hätten ähnliche Vorhaben bereits abgelehnt, so SPD-Ausschussmitglied Rudolf Arkenau. Denn auch andere Berufsverbände würden gute Arbeit leisten. Ihnen werde nun „Tür und Tor geöffnet“ , ebenfalls Förderanträge zu stellen.

Zudem helfe gegen den Fachkräftemangel nicht nur eine moderne Ausbildung, sondern in erster Linie eine gerechtere Lohn- und Gehaltspolitik, die das Handwerk für den Nachwuchs interessant mache, erklärte SPD-Fraktionschef Detlef Kolde. Dies könne man zurzeit am Bauboom im Landkreis Cloppenburg ablesen, an dem die Handwerksbetriebe gut verdienten. Werde beim Lohn nicht nachgebessert, „müssen wir künftig noch mehr Leute aus dem ehemaligen Ostblock holen“, so Kolde.

Darüber hinaus öffne der Kreis mit seiner Vorreiterrolle „ein Fass ohne Boden“, so Kolde. Denn konkrete Zahlen lägen nicht auf dem Tisch, ergänzte Grünen-Ausschussmitglied Fabian Wesselmann.

Gegen die Kritik wehrte sich Landrat Johann Wimberg (CDU). Von einer dauerhaften Bezuschussung und Investitionsförderung könne keine Rede sein. Mit der Beschlussempfehlung werde der Kreishandwerkerschaft überhaupt erst die Möglichkeit gegeben, Zuschussanträge zu stellen. „Wir gehen nicht von einer Flut von Anträgen aus.“

Vertreter der CDU verteidigten das Vorhaben als ein Mittel im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Allerdings dürften die Vorhaben der Kreishandwerkerschaft nicht in Konkurrenz zu den Berufsbildenden Schulen treten, so CDU-Ausschussmitglied Dr. Michael Steenken. „Wir werden bei jedem Vorhaben ganz genau hingucken.“

Hintergrund des Antrags der Kreishandwerkerschaft sind offenbar zurückgehende Bundes- und Landesmittel, weil der Kreis Cloppenburg aus der Förderung zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur herausgefallen sei, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Zudem gehe die Kreishandwerkerschaft davon aus, dass in den kommenden Jahren mehr in Gebäude, Technik und Angebote investiert werden müsse, als die elf angeschlossenen Innungen mit 600 Betrieben an Beiträgen aufbringen könnten. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 18. Dezember.


     www.lkclp.de 
Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801

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