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Aktualisiert vor 5 Minuten.

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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Ewige Nachrückerin hat jetzt frei

09.01.2018

Cloppenburg Wer in jungen Jahren nicht links ist, hat kein Herz. Wer es mit 50 immer noch ist, hat kein Hirn. Gabriele Groneberg, inzwischen 62 und vor 100 Tagen aus dem Bundestag ausgeschieden, muss laut lachen, als sie diesen Spruch hört. „So ähnlich sehe ich meinen Lebensweg.“

Der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend, marxistisch-leninistisch der DKP verbunden, gehörte Gabriele Groneberg in jungen Jahren in Essen an. Auch in der SPD begann sie später im Bundestag bei der Linken, schloss sich aber später dem „Seeheimer Kreis“ an – undogmatisch und pragmatisch. „Ich habe halt Helmut Schmidt als mein politisches Vorbild.“

Waren es der dem Schwager folgende Umzug nach Cloppenburg, die Nähe zum heute in Dötlingen lebenden SPD-Bundestagsabgeordneten Günter Graf, der sie „entdeckte“ und förderte, die dann folgende Arbeit in der Unterbezirks- und dann Regionalgeschäftsstelle oder einfach das Alter und die Erfahrung, die zu neuen wertkonservativeren Erkenntnissen führte? „Die Realität sieht halt manchmal anders aus“, meint Gabriele Groneberg. Manchmal müsse abgewogen werden: Klimaschutz oder Arbeitsplätze, Datenschutz oder innere Sicherheit. Aber der Idealismus der frühen Jahre sei geblieben.

Zuerst war sie ab 1991 im Stadtrat (bis 2011), dann ab 1996 im Kreistag (bis 2006) – „die Basis blieb aber danach die Kommune“. Wer Gronebergs danach folgende politische Karriere genauer betrachtet, wird schnell feststellen, dass kein Politiker je so oft nachgerückt ist. Die Cloppenburgerin sei auch nicht beleidigt, wenn die Vorgänger hin und wieder als bekannter gesehen werden.

1996 rückte Gabriele Groneberg in den schon zwei Jahre bestehenden Landtag für Günther Boekhoff nach, der Bürgermeister in Leer wurde. 1998 rief der damalige Ministerpräsident Gerhard Glogowski an und sagte, Gertraude Kruse werde Regierungspräsidentin in Hannover. Groneberg rückte erneut nach.

2002 und 2005 kam sie dann über einen sicheren Listenplatz in den Bundestag, 2009 nicht. Dann aber wurde Garrelt Duin Wirtschaftsminister in NRW. „Gaby ist unser Ausputzer“, empfing der damalige Fraktionschef Peter Struck die Nachrückerin. Und vom Rücktritt von Sebastian Edathy im Februar 2014 hörte sie dann im Radio. Erneut glückte die Sitzeroberung im Bundestag.

„Aber die Pöstchen waren immer verteilt“, beklagt sie heute ein wenig das Nachrücker-Schicksal. Gabriele Groneberg musste mehr Einsatz zeigen als andere. „Mit Ausnahme von Gabriel hat kein SPDler aus Niedersachsen mehr im Bundestag geredet als ich“, stellt sie stolz fest.

Zudem hätten es bei der SPD die Abgeordneten immer schwerer gehabt, die wie in Cloppenburg-Vechta keinen Wahlkreis erobern konnten. Für herausgehobene Positionen kamen die nicht in Frage. 1998 hätte Günter Graf die Position eines Staatssekretärs zugestanden – doch sein Manko war der Wahlkreis.

Die Aufräumarbeiten nach dem Abschied aus dem Bundestag sind noch nicht beendet. Und so hat sie auch keine Bilanz ziehen können, ziehen wollen. Eines weiß sie: nicht alles sei gelungen. Die Föderalismus-Reform sei den Ruf nicht wert, den sie genieße.

Stark engagiert sie sich für die EMA, ein gemeinnütziger Euro-Mediterran Arabischer Länderverein der deutschen Wirtschaft. Gabriele Groneberg ist Präsidentin dort, der frühere Bundespräsident Christian Wulff Ehrenpräsident. In der Afrika-Stiftung ist sie Vizepräsidentin. Als frühere Fremdsprachenkorrespondentin hat sie die Länder kennengelernt. „Außerdem kann ich gut moderieren.“

Die kommunale Ebene will sie mal wieder beackern, auch wenn Cloppenburg ein „schwieriges Pflaster“ ist und sie der eingleisigen Verwaltungs- und Ratsführung immer noch nichts abgewinnen könne. Vermisst hat sie aber – und da besteht Einigkeit mit dem ebenfalls ausgeschiedenen Kollegen Franz-Josef Holzenkamp (CDU/Emstek)– in all den Jahren die engen Kontakte der politischen Entscheidungsträger mit der Kreisspitze.

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