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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Holocaust: Cloppenburgs vergessene Juden

26.01.2012

CLOPPENBURG Erst vor wenigen Wochen ist das Schicksal der Familie Solmitz näher bekannt geworden. Ein Zeitzeuge hatte dem Heimatverein darüber berichtet. Im Jahre 1934 kamen der Fleischer Max Solmitz und seine Ehefrau Paula nach Cloppenburg, wo sie an der Ziegelhofstraße wohnten. Offenbar aus wirtschaftlichen Gründen mussten sie ihre Heimat Heidmühle/Schortens verlassen. Begleitet wurden sie damals von ihrem 20-jährigen Sohn Arthur. Der Vater bekam Arbeit in der Fleischwarenfabrik Pieper, die er aber bald wieder verlor. So verließen sie Cloppenburg. Das Schicksal führte die Eltern später über verschiedene Stationen in die Gaskammern der Nationalsozialisten.

Sohn Arthur gelang es 1937, in die Niederlande zu fliehen. Dort heiratete er. Seine Frau wurde deportiert und in Auschwitz ermordet. Ihm ist es gelungen, mit seiner kleinen Tochter den Krieg im inzwischen von der Deutschen Wehrmacht besetzten Land zu überleben.

1947 kehrte er nach Cloppenburg zurück, arbeitete wieder bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Fleischermeister Wilhelm Gerdes. Er machte sich später als Viehhändler selbstständig und lebte in der Bahnhofstraße. Schließlich starb er am 16. Februar 1966 in Lünen.

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Es braucht noch etwas Zeit, diese Geschichte in allen Einzelheiten aufzuarbeiten und wir (der Archivkreis des Heimatvereins, Anm. der Redaktion) hoffen nach Abschluss weiterer Recherchen ausführlicher berichten zu können. Warum die Geschichte der Familie Solmitz bisher in Cloppenburg nicht bekannt war, hat vermutlich auch damit zu tun, dass Arthur kein bekennender Jude war. Er hat immer versucht, seine Herkunft geheim zu halten, was sicher auf seine Erfahrungen in der Nazi-Zeit zurückzuführen ist.

Der Heimatverein bittet alle, die sich an Arthur Solmitz erinnern und Ergänzungen zu seinem Lebenslauf machen können, sich beim Archivkreis des Heimatvereins Cloppenburg zu melden. Der Kreis ist im alten Teil des Cloppenburger Rathauses, Zimmer 2.51, immer montags von 14 bis 17 Uhr anzutreffen. Telefonisch ist er zu erreichen unter Telefon  0 44 71/185-526.

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau – das größte Vernichtungslager – von der Roten Armee befreit. Dieser Tag ist im Jahre 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Holocaust-Gedenktag bestimmt worden.

Der Tag erinnert an alle Opfer des Nationalsozialismus In seiner Proklamation führte Herzog aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ In der Bundesrepublik werden an diesem Tag Fahnen auf Halbmast gesetzt.

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