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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Die Folgen wären dramatisch“

01.12.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T21:58:36Z 280 158

Schließungen:
„Die Folgen wären dramatisch“

Emstek/Löningen Tausende Menschen sind am Freitagabend für den Erhalt der Krankenhäuser in Emstek und Löningen auf die Straße gegangen. Allein 7000 Demonstranten – darunter die beiden Landtagsabgeordneten Clemens gr. Macke (CDU) und Renate Geuter (SPD) – marschierten mit Plakaten wie „KKOM: Ihr macht uns krank“ oder „Rettet unser Krankenhaus“ auf die Straße. Auch Weihbischof Heinrich Timmerevers wurde auf den Plakaten angegangen.

Bei der abschließenden Kundgebung auf dem Kirchplatz – am Kirchturm prangte ein riesiges Transparent, auf dem der Erhalt der Häuser in Emstek und Löningen gefordert wurde – sagte Martina Schute von der Mitarbeitervertretung des Löninger Krankenhauses: „Wir wollen andere unterstützen, aber nicht für die Fehler anderer büßen.“ Sie forderte die Herauslösung aus dem Klinikverbund: „Eine weitere Zusammenarbeit mit den jetzt agierenden Akteuren ist nicht mehr möglich.“ Alle Arbeitsplätze und die Standorte in Löningen und Emstek müssten erhalten bleiben. Die KKOM müsse alle Zahlen offenlegen.

Am Rande des Demonstrationszuges sagte Dr. med. Haldun Celebi, ärztlicher Direktor des Hauses, eine Schließung des Krankenhauses würde dramatische Folgen für die Versorgung der Bevölkerung haben: Die Wege zur nächsten Klinik würden erheblich weiter. „Für den einen oder anderen Notfall werden die zu lang sein“, sagte Dr. Celebi gegenüber der NWZ .

„Wir sind bereit, unseren Beitrag an der jeweiligen Stelle zu leisten. Wir sind sehr viele, und wir meinen es sehr ernst“, erklärte Bürgermeister Thomas Städtler. Niemand solle glauben, er könne nach dieser Veranstaltung zur Tagesordnung übergehen und alles abwickeln.

Es müsse – so Städtler weiter – in alle Richtungen nach Lösungen gesucht werden: „Dies betrifft einen Austritt aus dem Klinikverbund, die Prüfung einer Zusammenarbeit mit dem Klinikverbund Franziskus Mauritz Münster genauso wie mögliche Kooperationen über konfessionelle Grenzen hinweg.“ Löningen habe gute Ärzte und Krankenhausmitarbeiter, der Ruf einiger Abteilungen sei „überregional ausgezeichnet“.

In Emstek nahmen rund 2000 Menschen an der Demonstration für den Erhalt des St.-Antonius-Stifts teil. Die Freiwillige Feuerwehr, die den Tross begleitete, hatte ihre Fahrzeuge mit Plakaten für den Erhalt des Krankenhauses beklebt.

Prominente Demonstranten waren unter anderem der Emsteker CDU-Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp (selbst auch Mitglied des Kuratoriums St-Antonius-Stift), dessen SPD-Kollegin Gabriele Groneberg (Cloppenburg) und der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley (Garrel).

Holzenkamp und Groneberg, beide katholisch, bezogen klar Stellung: „Ich erwarte von der Katholischen Kirche eine andere Art der Umgangsweise mit ihren Mitarbeitern“, sagte die SPD-Frau unter dem Beifall der Demonstranten. Von der Bundesregierung erwarte sie, dass sie die Reform der Krankenhaus-Finanzierung jetzt „endlich auf die Reihe bekommt“. Die Informationspolitik der KKOM kritisierte sie scharf. „Ich habe alles aus der Zeitung erfahren.“ Wenn Politik helfen solle, müsse sie mit Informationen versorgt werden. Oder wisse in der Geschäftsführung auch niemand so richtig Bescheid? fragte sie.

Holzenkamp sagte – wie zuvor Emsteks Pfarrer und Kuratoriumsvorsitzender Michael Heyer – man habe Fehler gemacht und nicht auf Antworten beharrt, wofür Heyer sich entschuldigte. Holzenkamp sagte, die Beteiligung an der Demonstration zeige, dass Emstek geschlossen hinter der Klinik stehe.


     www.nwzonline.de/klinik-krise 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/tv 
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