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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Demokratie in Molbergen lebt“

17.04.2019

Ermke „Die Demokratie in Molbergen lebt“, so lautet ein Fazit, auf das sich die drei Molberger Bürgermeisterkandidaten Imke Märkl (CDU), Witali Bastian und Job Westermann (beide unabhängig) einigen konnten. Annähernd 350 Interessierte waren in den völlig überfüllten Saal des Gasthofs „Schnieder“ in Ermke gekommen, um die vom Handels- und Gewerbeverein (HGV) der Gemeinde initiierte Podiumsrunde unter der Leitung von Ludger Drees mit den Kandidaten zu erleben. Dabei waren sich die Kandidaten in ihren vorbereiteten Themenkomplexen weitgehend einig, bewegte sich doch vieles im Allgemeinen. Deshalb schlug Märkl eine weitere Runde kurz vor der Wahl vor, um konkreter werden zu können. Der HGV signalisierte Interesse und würde die Organisation erneut übernehmen.

In einer ersten Vorstellungsrunde betonte der in Kasachstan geborene Bastian (36), Versicherungsmakler und Vater von drei Kindern, in Molbergen seine Heimat gefunden zu haben. Er könne keine politische Laufbahn vorweisen, sei aber als Vorsitzender des Fördervereins eines katholischen Kindergartens, als Mitglied des Elternrates der Grundschule und langjähriges Vorstandsmitglied des MBC Cloppenburg ehrenamtlich tätig. Witali Bastian sah als Beweggrund seiner Kandidatur das Wohl der Gemeinde, besonders das Wohl der Kinder.

Märkl (56), aus Bramsche, Gymnasiallehrerin, Mutter von drei Kindern, verwies auf ihre langjährige politische Erfahrung unter anderem als stellvertretende Bürgermeisterin. „Ich war in der Politik immer in der Opposition“, so das CDU-Mitglied seit 1989. Organisation und Kommunikation bezeichnete sie als ihre Stärken. Für Märkl bedeutet die Kandidatur eine tolle Herausforderung. Sie sah es als Chance für Molbergen, dass ein neuer Bürgermeister von außen komme – ohne Rücksicht auf Nachbarschaften oder Freundschaften.

Job Westermann (46), aus Ermke, ledig, aber vergeben, Elektromeister, hob seine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Schützenverein, in der Theatergruppe und seit 2001 im Gemeinderat (davon 13 Jahre im Verwaltungsausschuss) hervor. Er habe sich durch Schulungen fortgebildet und und möchte voller Tatendrang an die Aufgabe als Bürgermeister, vor der er Respekt habe, herangehen. Denn Molbergen sei seine Heimat.

Wirtschaftsförderung

Einig waren sich die drei Kandidaten, dass die Aufgaben der Wirtschaftsförderung und -ansiedlung zentrale Aufgaben des Bürgermeisters seien und dass die Gemeinde Molbergen weitere Betriebe brauche. Märkl schlug vor, Umweltverbände, Landwirtschaft und Gewerbe, die alle um Flächen konkurrieren, an einen Tisch zu holen, um Ziele zur Entwicklung der Gemeinde zu formulieren.

Alle drei Bewerber möchten eine weitere Wohnbebauung nicht nur in Molbergen, sondern auch in den Außenbezirken. „Arbeitnehmer müssen in Molbergen auch wohnen können“, so Westermann. Während sich Bastian gegen einen verstärkten Mietwohnungsbau aussprach, möchte Märkl auch Wohnraum schaffen für Menschen, die sich eine eigene Wohnung (noch) nicht leisten können oder wollen. Westermann forderte eine Lenkung der Vergabe der Bauplätze durch die Kommune

Landwirtschaft

Einen größeren Meinungsunterschied zwischen den Kandidaten gab es zum Thema Landwirtschaft, die alle als einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor bezeichneten. Während Westermann die vielen Einschränkungen für Landwirte beklagte, forderte Bastian einen schonenden Umgang mit der Natur. Um die Probleme der Landwirtschaft und der vor- und nachgelagerten Betriebe anzusprechen und Hilfen zu finden, sei ein Netzwerk wichtig, damit ein Bürgermeister Gehör finde, so Märkl. Das habe sie in und mit der CDU.

Um mehr Touristen nach Molbergen zu bekommen, möchte Job Westermann den Ortskern attraktiver machen. Zudem müssten Fahrradwege und Straßen verbessert werden, denn was gebaut sei, müsse auch gewartet werden. Die beeindruckenden Molberger Übernachtungszahlen im Tourismus seien privatwirtschaftliche Initiativen, verwies Märkl auf das Bemühen von Investoren. Die Gemeinde müsse Rahmenbedingungen schaffen. Bei Kreis- und Landstraßen sei die Gemeinde nicht zuständig. Aber eine starke Bürgermeisterin könne vieles anstoßen. Zudem sei es eine wichtige Aufgabe, Fördergelder zu akquirieren. Bei Ärzten und Apotheken sei Molbergen noch gut aufgestellt. Man müsse alles tun, um hiesige Studenten durch persönliche Ansprache in die Gemeinde zurückzuholen. Witali Bastian möchte Fachärzte nach Molbergen bekommen. Zudem müsse der Schulbusverkehr ausgebaut werden.

Kinderbetreuung

Einig waren sich alle, dass die Situation in den Kindergärten und Schulen, wenn der Ausbau der Oberschule und die Erweiterung der Grundschule abgeschlossen seien, zufriedenstellend sei, mahnten aber, die Entwicklung der Einwohnerzahlen nicht aus den Augen zu verlieren, um weitere Einrichtungen zu schaffen. Westermann: „Schule wird immer eine Baustelle bleiben“.

Integration

Integration sei keine Einbahnstraße. Beide Seiten müssten sich bewegen. Aber: Witali Bastian möchte jedem Einwohner das Recht zusprechen, selbst zu entscheiden, wie intensiv er sich integriert. Nicht nur Aussiedler seien nicht in Vereinen oder sonst wie ehrenamtlich engagiert. Für Märkl dürfe es keine Parallelgesellschaften geben. Gemeinsam leben gehe nur mit gemeinsamen Erlebnissen, mit gemeinsamen Erfahrungen. Das gehe nur in kleinen Schritten.

Alle Kandidaten sprachen sich für eine Gemeinschaftsschule aus, waren sich aber einig, dass eine Schule in freier Trägerschaft der Freien Evangeliums-Christengemeinde nicht zu verhindern sei. „Wir wollen eine gemeinsame Bildung für ein gemeinsames Bildungsgut“, forderte Imke Märkl.

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