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Emstekerfeld: Ermländer und Kirche feiern

30.06.2017

Emstekerfeld Gemeinsam mit der St.-Bernhard-Kirche Emstekerfeld feiert die ebenfalls in dem Cloppenburger Stadtteil beheimatete Ermlandsiedlung an diesem Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen (siehe Zeitplan im Kasten). Eingeladen sind auch die ehemaligen Bewohner.

„Wir sind stolz und dankbar, ein halbes Jahrhundert in dieser Siedlung als Vertriebene aus dem Ermland ein neues Zuhause gefunden zu haben“, schreibt der 1. Vorsitzende des Ermländischen Landvolks auf Bundesebene, Erich Behlau aus Emstekerfeld, in einer Einladung. Wohl zu Recht, denn die Ermlandsiedlung gilt als Musterbeispiel für eine gelungene Inte­gration und für ein harmonisches Miteinander zwischen den Flüchtlingen, die zum Kriegsschluss ihre ostpreußische Heimat verlassen mussten, den Spätaussiedlern, denen das Leben unter der polnischen Verwaltung sehr erschwert wurde, und der einheimischen Bevölkerung.

Das Programm

Sonnabend: Der erste Tag der Feierlichkeiten beginnt um 16.30 Uhr mit einem Festgottesdienst. Danach gibt es Musik rund um den Kirchplatz. Als Festredner haben sich Ortsvorsteher Heiner Kuper, der stellvertretende Bürgermeister Hermann Schröer, Kirchenausschuss-Mitglied Manfred Groneick und Erich Behlau für die Ermland-Siedlung angekündigt.

Sonntag: Um 14.30 Uhr beginnt das Patronatsfest bei der Kirche.

Es waren zumeist Bauern, die in einer landschaftlichen Idylle ihre Äcker in der ehemals deutschen Provinz Ostpreußen bestellt hatten. Sie mussten ihre angestammte Heimat verlassen, um wieder als Deutsche unter Deutschen in Freiheit leben zu können.

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Untrennbar verbunden mit der Ermlandsiedlung ist der Name Monsignore Wilhelm Scheperjans. Dem emsländischen Bauernsohn aus Lorup, der als Pfarrer im Durchgangslager Friedland tätig war, lag das Schicksal der Flüchtlinge besonders am Herzen. Er berichtete den Ankommenden von seinen Plänen, Bauern aus dem Ermland auf Nebenerwerbstellen anzusiedeln.

Zur Finanzierung des hierfür erforderlichen Baugeländes organisierte der Geistliche über die Friedland Caritas eine Spendenaktion, schrieb unzählige Bettelbriefe und wandte sich an den Bund und an das Land Niedersachsen mit der Bitte um Zuschüsse. Nach Verhandlungen mit der Stadt Cloppenburg, die ihre Bereitschaft zum Verkauf von Baugelände signalisiert hatte, holte er sich auch das Bischöfliche Offizialat mit ins Boot.

Als Starthilfe erhielten die Siedler Grundstücke kostenlos. Jeder Siedler war sein eigener Bauherr, damit ergaben sich aber für den Einzelnen allerlei Schwierigkeiten. Monsignore Scheperjans wandte sich deshalb an die Niedersächsische Landgesellschaft, die dann von den Bauwilligen mit der Planung der Siedlung beauftragt wurde.

Im Juni 1966 erfolgte die Grundsteinlegung der Ermlandsiedlung und bereits im Januar 1967 konnte das erste Haus bezogen werden. Offiziell wurde die Siedlung am 28. Oktober des gleichen Jahres eingeweiht. Im Laufe der folgenden Jahre haben die Ermländer durch eine planvolle gärtnerische Gestaltung die Wohnqualität in ihrem Umfeld stetig verbessert.

Obst- und Gemüseanbau sowie Kleintierhaltung schafften „hinter dem Kulissen“ einen ländlichen Charakter. Die Bemühungen der Siedler wurden dann auch gebührend belohnt. Im Jahr 1994 wurde die Ermlandsiedlung beim Landeswettbewerb des Deutschen Siedlerbundes zur besten Kleinsiedlung in Niedersachsen gekürt und in Hannover durch den damaligen Sozialminister Hermann Schnipkoweit mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

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