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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Flieger zerstören Elternhaus

14.04.2015

Barßel Vor genau 70 Jahren fielen Bomben auf Barßel nieder. Am 14. April 1945 wurden an der Mühleneschstraße mehrere Häuser völlig zerstört. Darunter auch das Elternhaus von Heino Weyland. „Sicherlich wird man sich fragen, ob jemand, der um diese Zeit noch nicht sechs Jahre alt war, schon Erinnerungen an diese Zeit haben kann. Bei mir haben sich diese Erinnerungen aber so fest eingebrannt, als wäre alles erst gestern geschehen“, sagt er. Es sei ein warmer, sonniger Tag gewesen.

Schutz im Keller

Seine Cousine Gisela aus Castrop-Rauxel, die am 14. April Geburtstag hat, habe damals bei ihnen gewohnt. „Es war Nachmittag. In der Haustür stand meine Tante Mariechen, vor der Tür des Nachbarhauses befand sich meine Tante Gesine Remmers“, erinnert sich Weyland. „Aus Richtung Friesoythe näherten sich Flugzeuge, überflogen den Ort Barßel, drehten über dem Westeresch um und kamen zurück.“

Die Explosionen der Bomben seien nicht wie das ihm bekannte Donnergrollen gewesen. Es seien trockene, harte Schläge gewesen. „Wir Kinder knieten vor und neben unserer Mutter und hielten unsere Köpfe auf ihrem Schoß in der Schürze verborgen.“ Alles sei voller Staub gewesen, sagt Weyland. „Und ich merkte, die Erwachsenen hatten Angst, dass wir erstickten. Wir Kinder weinten, ohne dass mir die eigentliche Gefahr bewusst war.“ Die Erwachsenen hätten vergebens versucht, den Keller zu verlassen, da der Ausgang durch die Trümmer des zusammengestürzten Hauses versperrt war, sagt er. In schrecklicher Erinnerung seien ihm die tief fliegenden feindlichen Flugzeuge geblieben, die beim Überfliegen mit ihren Bordwaffen schossen.

„Die Erwachsenen sprachen davon, dass wir unbedingt aus dem Keller raus müssten. Es bestände die Gefahr, dass die Flugzeuge das restliche Haus mit dem Heu in Brand schießen könnten.“ In diesem Moment sei von außen Hilfe gekommen, sagt Weyland. Ein Franzose habe geholfen, das Fenster frei zu räumen. „Gerade als wir heraussteigen wollten, kamen erneut die schießenden Tiefflieger.“

Dann seien sie aus dem Keller herausgeklettert. Das Haus der Weylands und die Nachbarhäuser der Familien Göttken und Bley seien völlig zerstört gewesen, sagt er. Nur ein Teil seines Elternhauses, unter dem sich der Kartoffelkeller befand, war stehengeblieben.

„Ich hörte, wie die Erwachsenen sagten, dass die auf dem Boden über dem Keller lagernden zwei Fuder Heu bewirkt hätten, dass nicht auch dieser Teil des Hauses in sich zusammengestürzt sei. Ansonsten hätten wir wohl den Angriff nicht überlebt“, schildert Weyland. Hinzu kam, dass sein Onkel Bertus Remmers bei einem Fronturlaub den Keller ein paar Tage vor dem Angriff mit Balken abgestützt hatte. Dabei habe Weyland ihm geholfen.

Haus in Trümmern

Nachdem sie den Keller verlassen hätten, habe er anfangs gar nicht realisiert, dass sein Elternhaus zerstört war, sagt Weyland. „Ich war traurig, dass der Starenkasten, der sich an dem stehen gebliebenen Stallgebäude befand, auf dem Boden lag und kaputt war.“ Auch sein Bilderbuch war unter den Trümmern verschüttet. Die Betten des Elternhauses hätten in dem Giebel des Nachbarhauses gehangen, so Weyland. Bettfedern seien durch die Luft geflogen. „Oben aus den Trümmern unseres Hauses ragte die vorher in der Küche stehende Pumpe hervor.“

In der Mühle fand die Familie nach den Angriff Schutz. Danach seien sie zu Fuß zu seiner Großmutter nach Bollingen gegangen, erzählt Weyland.

Melanie Jepsen
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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