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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Kulturzentrum in Zwickmühle

15.11.2017

Friesoythe /Gehlenberg Kann man ein Kulturzentrum auf eine Stufe mit einem Dorfgemeinschaftshaus setzen? Mit dieser schwierigen Frage beschäftigte sich am Montagabend der Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Freizeit im Friesoyther Rathaus am Stadtpark.

Vorausgegangen war ein Antrag der Dorfgemeinschaft Gehlenberg. Für das dortige Kulturzentrum auf dem Mühlenberg bittet die Dorfgemeinschaft um einen jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro. In dem entsprechenden Antrag nehmen die Gehlenberger Bezug auf die Regelung mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Neuvrees. Dort erhält die Gemeinschaft jährlich einen Zuschuss in Höhe von 8000 Euro. „Somit ist das Ansinnen der Dorfgemeinschaft Gehlenberg durchaus legitim“, heißt es in der Sachdarstellung der Verwaltung. Doch die Stadt Friesoythe nahm den Antrag zum Anlass, nun eine einheitliche Regelung für die Förderung von Dorfgemeinschafteinrichtungen zu erarbeiten und hat dafür einen entsprechenden Beschlussvorschlag verfasst. „Wir können dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen und beantragen, das Anliegen der Dorfgemeinschaft Gehlenberg zu unterstützen“, sagte Hubert Schrand (SPD), der in der Sitzung Ortsvorsteher Hans Meyer vertrat und für Gehlenberg sprach.

Falsche Kategorie

„Völlig unverständlich für mich ist, dass das Anliegen der Gehlenberger quasi auf eine Stufe gestellt wird mit der Förderung von Dorfgemeinschaftshäusern. Es geht um das ausschließlich durch Eigenleistungen errichtete Kulturzentrum Mühlenberg. Das ist eine ganz andere Kategorie“, betonte Schrand in seinem Plädoyer.

Gleichzeitig zählte Schrand die vielen kulturellen Veranstaltungen auf dem Mühlenberg auf. „In diesem Jahr gab es über 60 Führungen, wo Mühle, Backhaus, Sägewerk, historische Gebäude sowie die umfangreiche Ausstellung sehr anschaulich präsentiert wurden. Ich halte es für einen Affront gegenüber den Bürgern in Gehlenberg, dass gerade jetzt dieser konkrete Antrag herangezogen wird, um eine einheitliche Regelung in Angriff zu nehmen“, so Schrand weiter.

Dabei bezog er sich auch auf die seiner Meinung nach außergewöhnliche ehrenamtliche Arbeit, die in Gehlenberg geleistet würde und appellierte damit auch an die CDU/FDP-Fraktion. „Gleichzeitig halte ich es für sehr schwierig, Dorfgemeinschaftshäuser in Ortschaften mit unterschiedlicher Größe und Struktur auf einen Nenner zu bringen“, so Schrand.

Bei der CDU/FDP-Fraktion stieß das Ansinnen der SPD auf Verständnis. „Natürlich muss eine einheitliche Regelung gefunden werden“, sagte Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Krone. Gleichzeitig soll der Antrag der Gehlenberger Dorfgemeinschaft aber nicht unter den Tisch fallen. „Dafür brauchen wir aber eine Auflistung der Kosten und aktuelle Besucherzahlen des Mühlenbergs, ähnlich wie wir es auch beim Kulturzentrum Alte Wassermühle in Friesoythe bekommen. Aber beide Vorhaben können ja parallel laufen“, sagte Matthias Lamping (CDU).

Neue Chance

Am Ende einigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, den vorformulierten Beschlussvorschlag dem Verwaltungsausschuss zu empfehlen, um ein einheitliches Konzept zu erarbeiten. Gleichzeitig soll der Antrag der Gehlenberger in der nächsten Fachausschusssitzung neu behandelt werden – mit Vorstellung der konkreten Zahlen. Die Mittel in Höhe von 10 000 Euro sollen aber trotzdem schon in die Haushaltsplanung 2018 eingeplant werden.

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Dorfgemeinschaft Gehlenberg | SPD | CDU