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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Burgwiese“ gesperrt

01.06.2018

Friesoythe Ja, es sei sehr wahrscheinlich, dass sich auf dem Gelände „Burgwiese“ an der Thüler Straße in Friesoythe eine vor rund 70 Jahren vergrabene Bombe befindet. Ein Zeitzeuge, der diese Geschichte erzählte, sei „sehr glaubwürdig“, sagte Bürgermeister Sven Stratmann am Donnerstag. Der über 80-jährige Friesoyther sei es nach seinen Angaben damals nämlich selbst gewesen, der die Bombe dorthin gebracht habe – „auf Anweisung der Polizei“, wie es heißt.

Bombe der Alliierten

Die Bombe sei kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beim Ausgraben des Schlotes „Streek“, der sich durch das ganze Stadtgebiet zieht, gefunden worden. Der Zeitzeuge habe dann gemeinsam mit einer weiteren Person die Bombe auf einen Anhänger geladen und zum Areal an der Soeste gebracht, wo sie dann entsorgt wurde. Wo genau, ist heute nicht mehr bekannt.

Den Beschreibungen des Zeitzeugen zufolge, soll es sich um eine Bombe der Alliierten handeln. Das macht die Sache kompliziert, denn nach Auskunft der Kampfmittelbeseitigung hätten die Bomben der Amerikaner, Engländer und Kanadier empfindlichere Zünder als die der Deutschen.

Mit einem Sonargerät lokalisieren lässt sich die Bombe nicht. Das Problem: Das Gelände „Burgwiese“ wurde damals als Müllhalde genutzt. Zu viele Altlasten liegen demnach unter der Erde. „Das Sonargerät hat die ganze Zeit gepiept“, erzählte der Bürgermeister, der sich am Donnerstagmorgen mit Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Hannover vor Ort traf.

Der Müllplatz war es auch, der den Zeitzeugen überhaupt erst auf den Plan rief. Denn eine Firma, die im Auftrag der Stadt Friesoythe ein Gutachten zur Müllhalde erstellt, hatte mehrere Personen, die sich eventuell noch an die Deponie an der Thüler Straße erinnern können, kürzlich befragt. Nur so und deshalb erst jetzt kam die Geschichte der Bombe ans Tageslicht.

Für den Reit- und Fahrverein Friesoythe kam diese Nachricht zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn von Freitag bis Sonntag sollte auf der „Burgwiese“ das nationale Springturnier mit Teilnehmern aus ganz Deutschland stattfinden. Die Aufbauarbeiten hatten bereits begonnen. „Das ist natürlich sehr ärgerlich, aber wir haben keine andere Wahl, als den Platz zu schließen“, sagte Stratmann.

Vereinsvorsitzender Theo Vahle erfuhr als einer der ersten während des Ortstermines von der Platzsperrung. Also galt es am Donnerstagmorgen, so schnell wie möglich einen alternativen Platz zu finden, der die Anforderungen eines Turnierplatzes erfüllt. Kein leichtes Unterfangen, doch dem Verein ist es geglückt. Bereits Donnerstagmittag konnte Theo Vahle mitteilen, dass das Turnier auf dem Gelände des Reitvereins Bösel (Am Hook 11) stattfinden kann. Vahle zeigte sich sehr erfreut über die spontane Hilfsbereitschaft des Nachbarvereins.

Hansa und BBS betroffen

Der Platz „Burgwiese“ bleibt nun für unbestimmte Zeit gesperrt. Erste Überlegungen der Stadtverwaltung sind, die Bombe im Zuge der anstehenden Altlastensanierung des Platzes zu suchen und beseitigen. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen.

Dabei ist nicht nur der Reit- und Fahrverein von der Schließung betroffen. Der SV Hansa Friesoythe nutzt den Platz für die Fußballabteilung. Und am Freitag, 8. Juni, findet der Inklusionslauf der Berufsbildenden Schulen Friesoythe statt. Der Start- und Zielbereich war in den vergangenen Jahren immer auf der „Burgwiese“. „Dieser wird durch die großzügige Unterstützung der Friesoyther Gilde jetzt nicht mehr auf der Burgwiese, sondern auf dem Appellplatz, gegenüber dem Aquaferrum, angelegt“, gab Organisator Heiner Bahlmann am Donnerstag bekannt.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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