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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Mühle soll im Besitz des Vereins bleiben

16.09.2017

Friesoythe Gerne hätte der Mühlenverein Friesoythe alles beim Alten belassen. Dafür, dass sich das Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ – Inhaber ist der Verein selbst – auf einem Grundstück der Stadt Friesoythe befindet, zahlt der Verein aktuell nichts. Seit 2009 verzichtet die Kommune auf die Zahlung eines Erbbauzinses. Ein Antrag des Mühlenvereins, bis 2025 weiterhin so zu verfahren, lehnte der Verwaltungsausschuss jedoch ab. Am Donnerstag kamen daher die Mitglieder des Vereins sowie Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers und der Bereichsleiter für Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadt, Berthold Meyer, in die Wassermühle, um diese Situation zu besprechen.

Franz Kröger, Vorsitzender des Mühlenvereins, schilderte die Lage des Vereins wie folgt: Ein Kredit zum Wiederaufbau der Mühle (Restschuld: 65 000 Euro) koste jeden Monat 770 Euro. Insgesamt liegen die monatlichen Kosten bei 1153 Euro, wovon die Stadt durch einen Unterhaltskostenzuschuss 500 Euro übernehme. Zu den restlichen 653 Euro kämen noch die Bezahlung von Sabine Winnat, die Veranstaltungen des Hauses plant und begleitet, und die Unterhaltungs- und Reparaturkosten des Gebäudes dazu. Monatlich weitere 320 Euro für die Zahlung des Erbbauzinses stünden daher nicht zur Verfügung. Aufgrund der Altersstruktur des Vereins und dem Ausbleiben neuer, jüngerer Mitglieder, sei nun eine langfristige Lösung erforderlich.

Sorge um den Verein

Die Stadt Friesoythe hat bereits einen Lösungsvorschlag vorgelegt. Demnach soll der Erbpachtrechtsvertrag aufgehoben werden. Dafür übernimmt die Stadt den Kredit in Höhe von 65 000 Euro und wird Besitzerin des Gebäudes. Es würden weiterhin kulturelle Veranstaltungen in der Wassermühle stattfinden. Für die Stadt die teuerste Lösung. „Es geht nicht darum, irgendjemandem etwas wegzunehmen“, stellte Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers klar. Man habe aufgrund des engen Finanzrahmens des Mühlenvereins Sorge um den Verein und wolle ihn von finanziellen Risiken entlasten.

Das sahen die meisten Vereinsmitglieder etwas anders. Viele Vereine hätten eine finanziell angespannte Lage. Dafür solle aber nicht verloren gehen, was in den vergangenen 20 Jahren von dem Mühlenverein geleistet wurde. Mehrere waren auch der Meinung, dass die Mitgliedsbeiträge erhöht werden könnten, um so anfallende Kosten zu decken. Zudem sei in etwas mehr als sieben Jahren der Kredit in Höhe von 65 000 Euro auch abbezahlt, dann wäre die finanzielle Situation eine ganz andere.

Neuer Antrag

Vorsitzender Franz Kröger war mit Blick auf die Kassenlage davon nicht überzeugt: „Wir sind definitiv nicht in der Lage, alle anstehenden Kosten zu bezahlen.“ Als Beispiel nannte er weitere 6000 Euro, die der Verein für die Reparatur des Wasserrades benötigt. Bei einer Übernahme der Stadt bliebe das Kulturzentrum schließlich bestehen, nur wäre die Finanzierung nicht mehr Sache des Mühlenvereins, sondern der Stadt.

Dass die Mitglieder den Erbpachtrechtsvertrag dennoch beibehalten wollen, werteten Hamjediers und Meyer als klares Zeichen. Nun wäre es Aufgabe des Mühlenvereins, den Politikern einen erneuten Antrag vorzulegen – und sie von diesem zu überzeugen. Ein Vorschlag, dem die Mitglieder des Mühlenvereins zustimmten. Einstimmig wurde entschieden, einen neuerlichen Antrag mit dem Wunsch auf Verzicht des Erbbauzinses bis 2025 an die Stadt Friesoythe zu stellen.