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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Freiheit zu glauben und von Gott erzählen

11.09.2018

Garrel Kirche im Umbruch. Die Herausforderungen für die katholische Glaubensgemeinschaft sind gewaltig. Bange um die Kirche ist Pastor Paul Horst nicht – auch wenn die Kirche an gesellschaftlicher Relevanz verlieren könnte. In Zeiten des radikalen Wandels, der der Kirche bevorstehe sei die Frage, „ob wir genügend bereit sind, auf den Geist zu hören“. Auf das Wirken und den Beistand Gottes vertraut Paul Horst auch hier.

Die Päpste Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und nun Franziskus – sieben Päpste, die Pfarrer Paul Horst erlebt hat und die in ihrer Art und ihren Schwerpunkten nicht unterschiedlicher sein könnten – und doch: „Unser Laden läuft“, sagt der Geistliche, der an diesem Sonntag seinen 70. Geburtstag feiert. Die Kirchengemeinde lädt im Anschluss zu einem gemütlichen „Fest der Begegnung“ auf dem Kirchenvorplatz ein.

Am 16. September 1948 in Wessum, heute ein Stadtteil von Ahaus im Münsterland, geboren, wuchs er als zweiter Sohn eines Schmieds und Schlossermeisters und einer Hausschneiderin auf. Der Vater legte viel Wert darauf, dass sich die Söhne in die Gesellschaft einbringen. Der Ältere fand in der Politik sein Metier, Paul Horst in der Kirche. Früh half er an den Wochenenden im Krankenhaus – eine Tatsache, die ihm während des Wehrdienstes zum Sanitäter qualifizierte – sogar staatlich geprüft. Zum strengen Vorgesetzten eignete er sich nicht, berichtet der Pfarrer, aus Sicht seiner Vorgesetzten führte er mit zuviel Rücksicht. Das untergrabe die Moral der Soldaten.

Start nach Messe

Zu einem „Fest der Begegnung“ anlässlich des 70. Geburtstags von Pfarrer Paul Horst lädt die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist am kommenden Sonntag, 16. September, auf den Kirchenvorplatz ein. Gefeiert wird nach dem Hochamt, das um 10.45 Uhr beginnt. Eingeladen dazu sei die gesamte Gemeinde, betont Kirchenprovisor Wilfried Bunten. Getränke und Bratwurst werden angeboten.

Eine Ausbildung zum Finanzbeamten schloss sich dem Wehrdienst an. Das Beamtenverhältnis ermöglichte es ihm, sich für drei Jahre beurlauben zu lassen. In dieser Zeit arbeitete er als hauptamtlicher Jugendsekretär für die katholische Jugendarbeit in Ahaus. Dabei reifte der Gedanke, Pfarrer werden zu wollen. Ins Finanzamt kehrte er nicht wieder zurück.

In dieser Zeit entwickelte Paul Horst das Ahauser Modell: Dieses sah neben dem Studium einen größeren praktischen Anteil während der Priesterausbildung vor. Glaube müsse immer auch lebenspraktisch sein, meint der Geistliche.

Diakonat in Selm, Diakonweihe 1979, an Pfingsten 1980 wurde Paul Horst dann im Hohen Dom zu Münster zum Priester geweiht. Erste Stelle in Friesoythe von 1980 bis 1984, es folgte Visbek von 1984 bis 1990, bis 2004 war er Pfarrer in Bösel, bevor er nach Garrel wechselte. Sein Primizspruch von damals ist ihm bis heute ein wichtiger Leitgedanke: „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.“

Freiheit und Gehorsam – zwei Begriffe, die in Schlagworte fassen, wie er seinen Glauben und seinen „tollen Job“ begreift. Freiheit sei ein grundlegendes Kennzeichen christlichen Lebens, denn Christ sein „muss ich nicht, ich will“, betont Paul Horst.

Gehorsam bedeutet für Paul Horst nicht, fraglos Vorgaben umzusetzen. Kritische Auseinandersetzung und Diskussion ist immer mitgemeint, in letzter Konsequenz ist aber Folge zu leisten.

Von Gott erzählen und Sakramente spenden – darin sieht Paul Horst seine Aufgabe. Und er ist froh darüber, dass ihm Wilfried und Ingrid Bunten einen Großteil der Verwaltung abnehmen.

Das Priesterbild habe sich sehr gewandelt, blickt er auf seine Anfänge zurück: Wesentlich mehr stehe heute die Person im Fokus, weniger das Amt. Die Kirche, das seien auch unzählige Ehrenamtliche, sie sich in verschiedenen Einrichtungen, Gremien und Gruppe einsetzten. Auch ihretwegen ist Paul Horst nicht bange um die Zukunft der Kirche.

Reiner Kramer
stv. Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2901

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