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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Den alten Flurnamen auf der Spur

15.09.2018

Harkebrügge Lohwostpohle – eine alte Flurbezeichnung, die fast niemandem in der Gemeinde Barßel noch etwas sagt. Fast niemanden. Einer, der sich noch gut an die Gegend in der Nähe des heutigen Gewerbegebiets Harkebrügge erinnern kann, ist Richard Machatzke. „Meine Großmutter hatte an der heutigen Straße Am Wulleberg ihr Elternhaus. Sie kann sich noch gut daran erinnern, dass es dort einmal große Teiche gegeben hat“, berichtet Machatzke, der in Harkebrügge und umzu sehr viel Heimatforschung betreibt.

Aufmerksam ist der Heimatforscher auf das Thema durch einen Bericht in der NWZ geworden, in dem es genau um diese alten Flurbezeichnungen ging, die in aktuellen Navigationsgeräten wieder auftauchen. Sowohl Heimatforscher Heinz Scheele als auch die Mitarbeiter des Katasteramts vermuten, dass der Namensbestandteil „Pohle“ auf einen Teich hindeutet. „Genau davon hat mir meine Oma viel erzählt. Damals ist das Land dort bei starkem Regen oft überflutet worden, da es dort kleine Hügel in den Feldern gab“, sagt Machatzke. Ebenfalls belegt diese Theorie das Urkataster von 1838, in dem neben dem Wort Lohwostpohle (früher Lohwostpöhle) ein Gewässer eingezeichnet ist.

Auch Machatzke kann sich noch gut an die Gegend erinnern, dann an der heutigen Königstraße stand auch sein Elternhaus, etwas nördlich des Kammersand-Grabens. „Die Erhöhungen in der Gegend sind in den 60er Jahren abgeschliffen worden, um das Land besser landwirtschaftlich nutzen zu können“, sagt der Heimatforscher. „Meine Großmutter hat die Gegend immer als Pullenland bezeichnet. Das sollte wohl ungefähr bedeuten, dass es nie richtig nutzbar war.“

Das passt gut zum Namensbestandteil „wost“, der höchstwahrscheinlich auf „wüst“ und somit auf nicht kultivierbar zurückgeht. „Es war immer sumpfig und nass und aus dem Boden sind oft alte und starke Wurzeln hochgekommen“, erinnert sich Machatzke weiter.

Daraus schließt er, dass auch der Namensbestandteil „Loh“ passt, der für „Holz“ steht. „Die Wurzeln lassen nur den Schluss zu, dass dort auch einmal ein Wald gestanden haben muss. Die Bezeichnung „Lohwostpohle“ taucht übrigens auch, wenn auch nur ganz klein, auf der normalen Straßenkarte der Gemeinde Barßel auf.

Ganz in der Nähe gibt es auch den Flur „Lohwostmoor“, den Heinrich Schulte schon in seiner Chronik über Barßel erwähnte. „Hier waren große Moorstücke, wo Torf abgebrochen wurde. Es gibt noch alte Urkunden, dass das Land auch zum Abbau benutzt werden durfte. Die habe ich bloß bis jetzt noch nirgendwo finden können“, so Machatzke.

Sicher ist aber eins: Der Geist aus dem Navigationsgerät, der Ort Lohwostpohle, ist noch nicht ganz aus den Köpfen der Menschen in Harkebrügge verschwunden.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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