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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Frauen-Hilfsaktion geht weiter

21.03.2019

Harkebrügge /Vechta Seit 2007 unterstützt der Oldenburger Landesverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) mit Comframul ein Projekt der Frauensozialarbeit in Honduras. Zwischen 18 000 und 20 000 Euro bringe die KAB seitdem jedes Jahr dafür mit Spenden, Aktionen und Sammlungen auf, erzählt Johannes Wernke aus Harkebrügge, Leiter des KAB-Arbeitskreises Honduras. Er ist selbst sei schon siebenmal in Honduras gewesen. 2013 hatte die KAB Vertreterinnen von Conframul nach Deutschland eingeladen. Jetzt waren mit der Präsidentin der Frauenkooperative, Tomasa Dias Chavez, und mit der Geschäftsführerin Yeimi Nicole Valeriano erneut zwei Gäste aus Honduras zu einem Deutschlandbesuch eingeladen worden. In der Kirche am Campus in Vechta stellten sie den KAB-Mitgliedern am Dienstag ihre Arbeit vor. Anschließend unterschrieben sie den neuen Zwei-Jahres-Kooperationsvertrag.

Es sei schade, dass die Medien in den vergangenen Monaten bei Berichten über die Flüchtlingsströme aus Mittelamerika in Richtung USA immer die Ängste Donald Trumps vor Einwanderung in den Mittelpunkt gestellt und dafür kaum über die schlechten Lebensbedingungen der Menschen in ihrem Heimatländern berichtet hätten, sagte KAB-Landesvorsitzender Karl-Heinz Böckmann. Durch Mittelamerika kämen 80 Prozent der Drogen, die in den USA konsumiert würden. Polizei, Justiz und Politik seien hochgradig korrupt. Nach Haiti sei Honduras das zweitärmste Land Lateinamerikas. Die Hilfe von Comframul, einem ehemaligen Caritas-Projekt, in der Hauptstadt Tegucigalpa und Umgebung, sei zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, gab er zu. Doch viele der Frauen, die so mit Mikrokrediten unterstützt würden, hätten ein Kleingewerbe aufgemacht und könnten damit ihre Familie ernähren. Die Kredite würden sie meist schnell zurückzahlen.

Tomasa Dias Chavez und Yeimi Nicole Valeriano dankten den KAB-Mitgliedern herzlich für ihre Unterstützung. Mit Übersetzung durch Gerhard Mäurer, der sieben Jahre beruflich in Honduras gelebt hatte, erzählten sie von den Gewerken, in denen die Frauen tätig sind – Schmuck und Textilien, Schuhe, Gürtel, Seifen, Handtaschen und vor allem Lebensmitteln. Mit der Hilfe aus Deutschland seien inzwischen viele Genossenschaften unterstützt worden. Zu einer Genossenschaft gehörten ungefähr 20 Frauen, die im Schnitt fünf Kinder hätten.

Mit dem Vertrag, den die beiden Honduranerinnen unterzeichneten, verpflichten sie sich, ihrer Arbeit weiterzuführen und alle drei Monate Berichte nach Deutschland zu senden. Und die KAB verpflichtete sich, Comframul für weitere zwei Jahre zu unterstützen.

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