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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Hilfe war nicht mehr möglich

11.04.2015

Scharrel Scharrel hatte sich inzwischen (in den letzten Kriegstagen, d. R.) in ein Heerlager verwandelt. Vis-à-vis von uns, bei einer Kriegswitwe in einem alten Hause, hatte sich der Stab einquartiert. Über Nacht machte der dann einen Standortwechsel.

Der Stab in Scharrel war der Grund des Bombenangriffs. Am 18. April 1945 waren wir auf dem Riekenacker westlich der Fasanenstraße. Wir waren am Kartoffeln pflanzen, als gegen 14 Uhr zwei britische Flugzeuge aus Osten kommend je zwei Bomben über der Ortsmitte von Scharrel abwarfen.

Die Bomben trudelten nach unten. Dann entstand nach der Explosion ein großer Pilz. Viermal – also im Ganzen acht Flugzeuge und 16 Bomben – fielen auf Scharrel. Und Scharrel brannte.

Ich konnte von meinem Standort aus den Angriff genau beobachten. Ich eilte sofort ins Dorf. Der Bahnhof war getroffen und der Gasthof Schulte brannte. Ein Glück war, dass die Bäckerei heil geblieben war.

Plötzlich gab es wieder Artilleriebeschuss. Westlich der Kirche sah es schlimm aus. Eine Bombe hatte das Haus von Meyer-Awick zentral getroffen. Hier eilten die Geschwister Lücker zur Hilfe, aber Hilfe war nicht möglich. Mutter Awick war in Stücke gerissen und Tochter Regina hatte eine explodierte Bombe einen Arm ausgerissen.

Und so eilten sie (die Geschwister Lücker, d. R.) zum Pfarrhaus, wo der Pastor Tepe mit einem Offizier im Keller saß. Der Offizier riet dem Pfarrer, im Keller zu bleiben. Als die Geschwister Lücker zurückkehrten, sahen sie, dass der Landwirt Karl Z. gegenüber zwischen einem Eichenbaum und der Mauer des Torfschuppens festgeklemmt war.

Über Helmers

Hermann Helmers aus Scharrel war Soldat ab dem Jahre 1944. Er wurde zunächst bei der Luftwaffe eingesetzt und dann bei der Infanterie. Er war in Dänemark stationiert und war Meldereiter. In Mecklenburg sah er die langen Flüchtlingstrecks aus dem Osten.

Einen Winter verbrachte er in Westpreußen, überlebte die Kämpfe mit russischen Truppen. Nach einer Granatsplitterverletzung kam er am Bodensee ins Lazarett, von wo aus er kurz vor Kriegsende nach Hause entlassen wurde.

Eine Bombe war eingeschlagen und hatte die Mauer an den Baum gedrückt. Mit bloßen Händen haben die Geschwister die Mauer abgetragen und so dem Landwirt das Leben gerettet.

Dann eilten sie wieder zurück zum Haus von Meyer-Awick und sammelten die Körperteile in einem Bettlaken. Diese beiden Leichen wurden abends auf dem Friedhof an der Kirche beigesetzt. Außerdem war auch die Mutter Grote schwer verletzt. Sie ist in den folgenden Tagen in Sanderbusch ihren Verletzungen erlegen.

Die Ortsmitte von Scharrel war ein Trümmerfeld. Das war der 18. April 1945 – ein Tag, den man nach 70 Jahren noch nicht vergessen hat.

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