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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Jugend wesentlich politisierter“

16.05.2019
Frage: Herr Otten, Sie kommen gerade von den bundesweiten Jugendpolitiktagen in Berlin wieder. Was hat Ihnen besonders gefallen, was bleibt im Gedächtnis?
Brian Otten: Besonders der Austausch mit den verschiednen Jugendlichen werden mir im Gedächtnis bleiben. Besonders, weil ich bereits parteipolitisch aktiv bin, war es interessant, die Sichtweisen und Meinungen von Menschen zu hören, die andere politische Einstellungen haben.
Frage: Sie waren einer von 450 Teilnehmern zwischen 16 und 27 Jahren: Was reizte Sie, daran teilzunehmen und sich zu bewerben?
Otten: Ich habe über meine ehemalige Arbeit als Bundesgeschäftsführer der Liberalen Hochschulgruppen von dieser Veranstaltung erfahren. Dort stand auch, dass die Forderungen und Empfehlungen in die Jugendstrategie der Bundesregierung einfließen werden. Da habe ich direkt die Chance nutzen wollen, daran mitzuwirken. Ich war bereits vor zwei Jahren bei den ersten JPTs dabei, und auch deshalb wollte ich wieder daran teilnehmen.
Frage: Sie haben auch über Politikverdrossenheit gesprochen. Sind Jugendliche denn heute politikverdrossen, wenn sie zu Tausenden freitags auf die Straße gehen, um für das Klima zu demonstrieren?
Otten: Nein, ich würde nicht sagen, das Jugendliche politikverdrossen sind. Im Gegenteil: Ich denke, dass die Jugend wesentlich politisierter ist, als noch vor einigen Jahren. Aber sie ist nicht mehr so interessiert an Parteien. Jugendliche engagieren sich lieber projektbezogen, wie man an den „Fridays for future“- oder „Artikel 13“-Demonstrationen sehen kann. Ich habe auch mit einigen Teilnehmern über diese Problematik gesprochen. Dabei kam heraus, dass die Jugendlichen sich oftmals nicht mehr mit einer Partei identifizieren können, da diese auch oftmals Themen vertreten, mit denen die Jugendlichen nicht einverstanden sind. Auch die Verpflichtung spielt dabei eine Rolle. Sie wollen sich nicht fest an etwas binden.

Daten und Fakten

Brian Otten (20) studiert in Hannover Geschichte und Politik, nachdem er am CAG Abitur gemacht hatte. Er engagiert sich bei den Jungen Liberalen in Hannover, war Bundesgeschäftsführer der Liberalen Hochschulgruppe und Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe Hannover.

Die Jugendpolitiktage veranstaltet das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Partner ist die Jugendpresse. Sie bieten den Jugendlichen ein Forum, sich auszutauschen, politische Ideen und Empfehlungen zu entwickeln und diese mit Politikerinnen und Politikern sowie Vertretern politischer Institutionen zu diskutieren. Die Ergebnisse sollen in Empfehlungen für eine jugendgerechte Politik münden.

Frage: Warum erreichen Parteien immer weniger die Jugendlichen und jungen Erwachsenen und haben Sie eine Idee, wieder mehr Gehör zu finden?
Otten: Darüber haben wir lange in der Arbeitsgruppe, in der ich war, diskutiert. Zu einer abschließenden Lösung sind wir leider nicht gekommen. Was aber herausstach, war, dass offenere Beteiligungsmöglichkeiten wie ein Bundesjugendparlament gewünscht wurden. Wie schon beschrieben, sind die festen Strukturen einer Partei offenbar nicht mehr zeitgemäß. Ich denke, der Trend wird sich zu Bewegungen wie „En marche“ in Frankreich oder „aufbruch“ der Linken in Deutschland entwickeln.
Frage: Sie selber immerhin scheinen von Politikverdrossenheit weit entfernt. Blicken Sie in die Glaskugel, sehen Sie sich dann im Bundestag für die FDP sitzen?
Otten: Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Natürlich würde ich die Chance nutzen, wenn sie sich bieten würde, und ich glaube, die Parlamente brauchen eine Verjüngung. Aber solche Karrieren fest zu planen, ist unmöglich. Das ist ähnlich wie mit dem Berufswunsch Popstar oder Schauspieler. Vieles hat auch mit Glück zu tun.
Ich würde mir aber wünschen, dass Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen die Chancen geboten werden, in Landesparlamente oder Bundesparlamente einzuziehen. Junge Menschen, die letztlich die Konsequenzen der Politik von heute zu tragen haben, sind unterrepräsentiert, wie zum Beispiel der Altersdurchschnitt des Bundestages von 49,4 Jahren zeigt. Auch deshalb könnten Jugendliche nicht mehr so begeistert von Politik sein. Oftmals wird jungen Kandidaten auch die Kompetenz abgesprochen, wobei dies nicht unbedingt immer zu trifft.
Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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