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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

„Kostenlose“ Kunst kommt Stadt Friesoythe teuer zu stehen

16.10.2015

Ellerbrock Es war ein ganz besonderes Kunstprojekt: 40 Wandergesellen schufen im Rahmen eines Metallertreffens und parallel zum Eisenfest in Friesoythe einen riesigen eisernen Pavillon, der kürzlich vor dem Friesoyther Krankenhaus aufgestellt wurde. Dort soll er als Ort der Begegnung dienen. Aus künstlerischer Sicht ist etwas wirklich Großes entstanden. Doch jetzt gibt es Probleme bei der Finanzierung, und die Stadt Friesoythe wird mit einem Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro einspringen.

So hat es der Rat der Stadt Friesoythe auf der Sitzung am Mittwochabend in der Gaststätte Laing in Ellerbrock beschlossen – allerdings zähneknirschend. Denn als Initiator Alfred Bullermann das Metallertreffen und das anstehenden Kunstprojekt vor einigen Monaten bei der Stadt vorstellte, habe er erklärt, dass im Grunde „fast keine Kosten“ entstehen würden. So wird Schmied Bullermann zumindest in der Beschlussvorlage des Rates zitiert. Denn Ausgaben für Material, Werkzeug sowie Verpflegung und Unterbringung der Gesellen seien durch Spenden und Sponsoren weitestgehend gedeckt. Die Stadt sagte ebenfalls Unterstützung zu – etwa bei der Anmietung von Feldbetten und Bereitstellung von Getränken. „Vorsichtshalber“, so heißt es in der Vorlage, sei ein Betrag von 5000 Euro aus dem Stadtmarketingbudget geblockt worden. Doch jetzt tut sich eine Finanzierungslücke von über 25 000 Euro auf, denn plötzlich werden Personal- und Materialkosten aufgeführt, die nicht durch Spenden und Sponsoren gedeckt sind. Um das Projekt vernünftig zu Ende zu bringen, stimmte der Rat einer Bezuschussung zu.

„Wir waren überrascht“, sagte Bürgermeister Sven Stratmann. Schließlich sei man ins Rennen gegangen mit der Annahme, dass das Projekt der Stadt kein Geld koste. Es könne nicht sein, dass man später einen Fehlbetrag vorgelegt bekomme. So etwas werde es künftig auch nicht mehr geben, kündigte Stratmann an.

„Wir tun uns sehr schwer damit, das Geld zur Verfügung zu stellen. Doch diese Kröte müssen wir schlucken“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Achim Pleis. Es sei ja auch ein Wert geschaffen worden. Daher trage die CDU-Fraktion den Zuschuss „schweren Herzens“ mit. „Es ist tolle Handwerkskunst entstanden. So etwas macht uns weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt“, sah CDU-Ratsherr Bernhard Möller die Ausgabe etwas positiver. Und auch CDU-Ratsherr Josef Trenkamp war der Meinung, dass das Geld im Bereich Stadtmarketing gut angelegt sei. „Geld bei der Werbung zu sparen, ist der falsche Weg.“ Das sah auch CDU-Ratsherr Markus Block so: „Im Marketing einzusparen, wäre ein falscher Ansatz und ein Rückschritt.“

„Alles Quatsch“, entgegnete der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Olaf Eilers. „Einer plant ein Projekt und wir sollen das dann bezahlen?“, fragte Eilers. Nein, so hätte es nicht laufen dürfen. Er plädierte dafür, dass künftig ein Marketingplan erstellt werden solle, in dem stehe, was man machen wolle.

Carsten Bickschlag
Redaktionsleitung Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2900

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