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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Bei Integration optimistisch

19.02.2018

Lastrup „Bevor gegen Ende des Krieges die Flüchtlinge kamen, war Südoldenburg, war Damme zu fast 100 Prozent katholisch. Das änderte sich mit den Flüchtlingsschüben aus dem Osten. Plötzlich kamen nicht nur Menschen, die untergebracht werden mussten und sollten, es kamen auch Protestanten“, erinnerte Bernd Kessens vor den Teilnehmern des Bildungsfrühstücks des Katholischen Bildungswerks Lastrup an die Zeit der Flüchtlingstrecks und der Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten.

Aus Anlass des 500. Jahrestags der Reformation hatte der aus Bunnen stammende Gymnasiallehrer und Autor Bernd Kessens vor diesem Hintergrund das Theaterstück „Romeo und Julia in den Dammer Bergen“ geschrieben und es im Herbst 2017 vor dem Dammer St.-Viktor-Dom mit dem Theaterensemble Dammer Berge vor insgesamt 3300 Zuschauern aufgeführt.

Damme mit seinen damals etwa 6900 Einwohner musste 1945 exakt 1440 Flüchtlinge aufnehmen, 1946 noch einmal 1486, und in den nächsten beiden Jahren zusammen weitere 730. „Mit dem Theaterstück wollte ich die Situation der Vertriebenen würdigen. Ich habe viele Menschen interviewt, auch Julia, die Hauptperson des Stücks. Ich habe ihre Geschichte erzählt“, erläuterte Kessens, der die Handlung, die Liebesgeschichte zwischen der evangelischen Julia und dem katholischen Bauernsohn Robert immer wieder durch Schwarzweiß-Videosequenzen mit historischen Szenen ergänzte und so die Verbindung zwischen einer Geschichte zweier junger Leute mit ihren Problemen zum historischen Hintergrund schafft.

In diesem Theaterstück gehe zwar auch um die Feindseligkeit der Eltern, vor allem aber um die Widersprüche zwischen den beiden Konfessionen, deren Kraft und Toleranz nicht ausreichten, den vorprogrammierten Streit um die Liebe der schönen Protestantin und des katholischen jungen Mannes zu schlichten. Julia kann ihren Robert nicht heiraten. Sie wird später als Lehrerin in Südoldenburg tätig sein und viele Jahre später einen anderen Mann heiraten, während Robert seine Jugendliebe ehelicht.

Bernd Kessens weist in einigen Szenen seines Stückes auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation hin, zum Beispiel, wenn im Treck der Flüchtlinge Menschen aus Ostpreußen oder Schlesien auch Flüchtlinge aus Syrien mitmarschieren.

Die Teilnehmer des Lastruper Bildungsfrühstücks waren beeindruckt von den Filmdokumenten und den Aussagen in den Dialogen. Alle fanden die Argumente, nicht helfen zu müssen und die Begründungen für die Ablehnung der Fremden auch in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion wieder. „Die Flüchtlinge von damals sind heute integriert. Auch die Türken sind in überwiegender Zahl gut integriert. Wir werden das auch mit den jetzigen Flüchtlingen schaffen“, war die optimistische Schlussbemerkung des Dammer Autors.

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