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NWZonline.de Region Cloppenburg Politik

Lauter Ruf nach stillem Örtchen

05.06.2010

FRIESOYTHE Er ist nicht sauer, nicht böse. Rolf Schlangen ist enttäuscht. Der 26 Jahre alte Mann aus Augustendorf hat einen Tumor an der Wirbelsäule und ist seit zehn Jahren an den Rollstuhl gefesselt. Rolf Schlangen stört es, dass es in Friesoythe keine öffentliche Behinderten-Toiletten gibt. Im E-Center am Europaplatz und bei Glup an der Langen Straße bestehe die Möglichkeit, behindertengerecht seine Notdurft zu verrichten. Er fragt jedoch: „Was soll ich oder ein anderer machen, wenn diese Geschäfte geschlossen sind?“

In vielen größeren Städten – etwa Oldenburg oder Vechta – gibt es öffentliche Toiletten, die nicht nur behindertengerecht, sondern auch leicht zugänglich sind. Oft funktionieren diese Toiletten mit dem sogenannten Euro-Schlüssel (siehe Infokasten). Ein europaweit einheitliches Schlosssystem gewährt Besitzern des Euroschlüssels Zugang. „Mein Vorschlag ist, so eine Toilette auch in Friesoythe zu bauen.“

Tatsächlich gibt es in Friesoythe keine öffentliche Behinderten-Toilette. Der Erste Stadtrat Dirk Vorlauf zeigt sich auf NWZ-Nachfrage der Thematik gegenüber aufgeschlossen. „Mit dieser Anfrage wird deutlich, dass wir uns damit beschäftigen müssen.“ Er wolle dieses Thema bereits bei der nächsten Fachbereichsleiter-Sitzung am Dienstag thematisieren. Und er ergänzt: „Ich bin gerne bereit, mir die Situation von Herrn Schlangen schildern zu lassen.“ Er weist darauf hin, dass die Stadtverwaltung ebenfalls über eine behindertengerechte Toilette verfüge (Zugang über den Eingang Tecklenburger Straße).

Rolf Schlangen ist von der Reaktion der Stadt positiv überrascht. Er wolle nun selbst auch den Kontakt suchen. Dass sich „Läufer“ – so nennt er die Nicht-Rollstuhlfahrer – nicht mit den Problemen der Rollstuhlfahrer befassten, könne er verstehen. „Ich war ja selbst 15 Jahre ,Läufer‘ und habe mir solche Gedanken natürlich nicht gemacht.“ Er wolle für das Thema sensibilisieren. So habe er gehört, dass manche sich abends nicht in die Stadt trauten, weil sie nicht wüssten, wie sie ihre Notdurft verrichten sollen. Ein Toiletten-Standort in der Stadtmitte wäre super. „Wo und wie wollen wir mal der Stadtverwaltung überlassen“, sagt er mit einem Lächeln.

(CBF) Darmstadt entwickelte das Konzept zum einheitlichen Schlüssel und setzt es seit 1986 um – mittlerweile europaweit.

ist ausschließlich für Menschen mit Behinderungen gedacht.

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